Eine Odysee bis zum saudischen Führerschein

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Gleich nach dem ich meinen Iqama erhalten hatte, wurde mein deutscher Führerschein übersetzt. Die erste Übersetzung lief dann aber schon schief, so dass ich ein Wochenende warten musste, bis es daran gehen konnte meinen Führerschein zu erhalten.

Wie auch beim Iqama wurde ich von einem Fahrer durch die Gegend gefahren. Er sollte mich auch begleiten, da es sehr ratsam ist, bei solchen Behördengängen jemanden dabei zu haben der des Arabischen fähig ist. Das sollte sich auch noch als nicht unwichtig heraustellen.

Mein Begleiter war, wie ich später in Gesprächen herausfand, ein aus dem Sudan stammender Schwarzafrikaner. Das spielt nur insofern eine Rolle, als dass er versuchte in vielen Fällen den Vorgang zu beschleunigen, in dem er sich an der Schlange vorbeimogelte und versuchte sich ganz vorne anzustellen. Und das obwohl er im Grunde ja auch nur ein Ausländer in Saudi-Arabien ist.

Jedenfalls befanden wir uns auf dem Weg zur Führerscheinstelle und er fragte mich irgendwas mit „Blood Test“. Ich wusste, dass nach meinem Iqama für das Erhalten des Führerscheins ein weiterer Bluttest, zur Bestimmung der Blutgruppe, nötig ist, weswegen ich einfach bestätigte, dass ich von dem Bluttest wüsste. Keine zehn Minuten später waren wir dann in einem der weiteren vielen Stadtteile.

Augentest Versuch 1

Es ging schnurstracks in Halle 1 für License Check und Augentest. Zuerst sollte der Augentest dran sein. Mir wurde gedeutet, ich solle mich anstellen. Und mein Begleiter setzte sich. Es war nur einer vor mir, der aber auch direkt wieder weggeschickt wurde. Ich legte meine Mappe mit Original Führerschein, Kopie des Führerscheins, Brief der Detasad mit Siegel für „bereits gezahlt“ und Kopien meines Iqama auf den Tisch des Beamten. Kurz durchgeblättert und meckerte auf arabisch in meine Richtung. Mein Begleiter war glücklicherweise schnell da und fragte mich wo denn mein Bluttest sei. Ähm?! Nun gut, war mal wieder eines dieser Misverständnisse. Wir wurden also wieder weggeschickt und die neue erste Station sollte dann das medizinische Labor auf der gegenüberliegenden Straßenseite sein. Bluttest nachholen. Mein Begleiter fand das Misverständnis allerdings nicht so prickelnd. Vermutlich sah er schon eine längere Odysee für meinen Führerschein vor sich.

Bluttest

Im Labor hiess es dann zuerst einmal bezahlen. 30 SAR (Saudi Rial) sollte der Test kosten und ich beglich ohne drüber nachzudenken, ob es eine Auslage der Kosten war oder ich es selbst tragen musste. Bei umgerechnet 6 Euro, aber auch keine wirklich schwere Entscheidung 😉

Erneut folgte das Anstehen. Das Labor befand sich aufgeteilt auf zwei Büroräume und ich stand nun im hinteren der beiden Räume. Um mich herum viele andere die ebenfalls von ihren Begleitern unterstützt, dasselbe Prozedere zu durchlaufen schienen.

Mein Sudaner schob mich das erste Mal an der Menschentraube vorbei und wies mir den Platz auf dem Behandlungsstuhl zu. Ich setzte mich widerwillig, da ich nicht den Eindruck hatte, dass es was bringt sich hier vorzudrängen. So kam es dann auch und der Blutabnehmer rief, die zu den vor ihm liegenden Mappen gehörenden Patienten auf.

Ich durfte/musste also wieder aufstehen und mein Begleiter schien etwas enttäuscht, dass eine Beschleunigung des Vorgangs offensichtlich nicht möglich war.

Vier Führerscheinaspiranten wurden abgefertigt und ich gehörte zur nächsten Gruppe. Zwischenzeitlich war der Büroraum auch etwas leerer, so dass ich gut verfolgen konnte was auf mich zukam: Hinsetzen, linken Daumen hinhalten, es wird reingepiekst, mit dem Blut drei Tropfen auf einem Glasblättchen abgesetzt und auf den Daumen ein Stück Watte gedrückt. Der nächste Bitte. Man kann sich vorstellen, dass das so ziemlich zügig ging und ein Vordrängeln eh überflüssig war. Ich hatte also auch meine drei Tropfen Blut auf dem Glasblättchen hinterlassen und bemerkte, dass der Blutabnehmer keine Notizen oder schriftliche Zuordnungen von Blut zu Patient vornahm. Er schien die Glasblättchen einfach nur von links nach rechts, verteilt auf Kartons, Plastikdosen und einem Mikroskop abzulegen, ohne zu notieren, wem das jeweilige Blut gehörte.

Die Auswertung erfolgte dann ebenso in der Reihenfolge der Mappen auf dem Tisch. Auf jedes der Blättchen wurde auf jeden Tropfen Blut eine andere Lösung geträufelt und die Blättchen reihum mehrmals gekippt, um Blut und Lösung miteinander zu vermischen. Aber wie gesagt, die Zuordnung des Bluts zum Patienten war im Zweifelsfall nicht sicher gestellt. Aber das läuft hier halt so. Mir wurde dann auch meine Mappe zurückgegeben, nachdem der gute Mann meinen europäischen Namen mühevoll, aber interessiert ausgesprochen hatte 😉

Erfolgreicher Augentest

Es erfolgte der erneute Gang in Halle 1 und direkt zum Augentest. Wie auch beim letzten Mal, stand kaum jemand an und ich machte mir schon Gedanken, wie wohl hier der Augentest aussähe. Es kam dann aber doch anders. Der Beamte hatte meine Mappe vor sich, schlug sie auf, entdeckte die Blutgruppe und … griff zum Stempel, stampfte diesen an zwei Stellen auf das Blatt und gab mir die Mappe mit einem Zeichen ich solle gehen, zurück. Ok, interessante Methode festzustellen, ob ich gut genug sehen kann 😉

License Check

Da der Augentest „erfolgreich“ war, durfte ich an den gegenüberliegenden Schalter für den License Check. Es sollte also mein ausländischer Führerschein geprüft werden. Mein Begleiter schnappte sich wieder die Mappe und ab dafür an die Spitze, der ca. 10 Personen umfassenden Schlange. Natürlich mit einem energischen Zeichen, ich solle ihm folgen und mich ganz vorne direkt an den Schalter stellen. Dies wiederrum fand der Beamte nicht toll und moserte mich an, mich wieder hinten anzustellen. Also Kommando zurück und bei einem Blick zu meinem Begleiter erntete ich nur ein verständnisloses Schulterzucken.

Das Warten in der Schlange dauerte dann übrigens nur rund 10-20s pro Person. Also etwa 3 Minuten. Aber es hätte ja viel länger dauern können! 😉

Als ich dann schließlich dran war, folgte wiederrum nichts anderes als ein weiterer Stempel auf dem Antragsformular mit darauffolgendem wild gestikulierten Handzeichen im Kreis. Ich verstand nichts. Nach Klärung durch meine Begleitung, marschierten wir wieder aus dem Gebäude, um das Gebäude herum, geradewegs zu einem Fahrtest!

Fahrtest

Ich sah schon Slalomfahren, Ausweichen, verschiedenste Schaltübungen usw. usf. auf mich zukommen. Die Ernüchterung folgte dann aber schnell. Der erste „Fahrtest“ den ich mit ansehen durfte bestand daraus, dass der Prüfling das Auto gerade aus, um eine etwa 100° Kurve und rückwärts wieder zurück in die Ausgangsposition bewegen musste. Natürlich hatte der erste den ich sah auch direkt Probleme, den Wagen überhaupt anfahren zu lasse und würfte ihn mehrfach ab. Das Fahren an sich funktionierte bei ihm aber ohne weiteres. Entsprechend bekam er die Zusage bestanden zu haben.

Überhaupt, konnten sich einige der Prüflinge durchaus einige Schwächen leisten, ohne dass der Prüfer das kritisch gesehen hätte. Und so gehörte das Abwürgen schon quasi zum Standard und auch das Rückwärtsfahren war den meisten nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Geschafft haben sie es aber alle. Bei einem und zwar dem der genau vor mir kam, bin ich mir allerdings nicht sicher:

Der Gute machte auf den ersten Blick den Eindruck eines relativ westlich geprägten und so irrte ich in der Annahme, dass es mit dem Fahren kein Problem für ihn sein sollte. Er versuchte um die, wie gesagt, rund 100° Kurve zu kommen, in dem er das Lenkrad etwa um ein Viertel nach links drehte. Dass das nicht reichte merkte er zwar, aber seine Hektik im Auto demonstrierte doch, dass ich das verwunderte. Schließlich kam er um die Kurve und durfte dann auch das rückwärts Einparken demonstrieren. Er manövrierte den Wagen zumindest so, dass er um die Kurve kommen würde, aber wiederum hatte er es nicht wirklich mit dem Einschlagen und diesmal machte er zuviel, so dass der Wagen schlussendlich nicht parallel zur Straße, sondern eher im 45° Winkel stand. Wie schön, dass ich das ausbügeln durfte.

Nun gut, gelernt ist gelernt und somit war der Wagen auch schnell um die Kurve und der Prüfer begann bereits sein bestanden zu notieren. Er muss sich wohl gedacht haben „wenn der den Fehler des vorherigen so ohne weiteres korrigieren kann, kann der fahren“. Vielleicht hat er sich auch gar nichts gedacht 😉

Meine Wartezeit hatte ich übrigens mit einem Syrier verbracht, der total begeistert war, jemanden neben sich sitzen zu haben, der deutsch spricht. Denn Deutschland wäre sein großes Traumland, wohin er mal kommen wolle. Nette Begegnung 🙂

Den Führerschein abholen

Nach meinem Test zeigte sich mein Begleiter nur erstaunt darüber, dass ich überhaupt einen Test hatte ablegen müssen und versicherte mir, dass das bis vor kurzem für Briten, Franzosen, Japaner und eben Deutsche noch nicht so gewesen wäre. Andererseits war der Fahrtest auch keine größere Sache 😉

Wir machten uns wieder auf in Halle 1, wo mir am bekannten Schalter für den License Check wieder etwas gesagt wurde, was ich nicht verstand. Eine kurze Rückfrage ergab dann, dass ich mir meinen saudischen Führerschein abholen könne. Es ging also in eine andere Halle.

Als wir in die Halle kamen, traf mich doch etwas der Schlag. Geschätzt 100 Personen saßen da verteilt auf auf Metallstuhlbänken, die irgendwie sehr an einen deutschen Bahnhof erinnerten und an der Wand hing ein Wartenummernstatus. Dieser zeigte 202. Mein Begleiter drückte wie wild auf dem Touchscreenautomaten rum und nachdem ich es auch nochmal probiert hatte, kam auch eine Nummer heraus: 271, Ankunft 11:51. Ich sah mich schon um 17 Uhr noch immer in der Halle sitzen.

Aber es half ja nichts und wir setzten uns. Mein Begleiter organisierte dann noch jeweils eine Flasche Wasser für uns beide und ich durfte mit ansehen, dass die Nummern ca. im 2 Minuten Rhythmus wechselten. Wir waren mittlerweile bei 218 angekommen. In diesem Moment erblickte ich auch den ersten Mutawa (Sittenpolizei), der hinter einem der Schalter stand und alle in der Halle aufforderte diese zu verlassen. Es war Prayer-Time. Für mich natürlich im ungünstigsten Moment, aber nicht zu ändern.

0223-wartenummer_driving_license_riyadh

Ich machte mich also schnurstracks auf, raus aus der Halle, aber mein Begleiter ließ sich, etwas Zeit. Draußen angekommen sah ich nur, dass er in der Halle scheinbar was suchte. Als er schließlich doch draußen war, kam er auf mich zu und meinte nur: „Welche Nummer hast du vorhin gezogen?“. Auf meine Antwort mit der Nummer „271“ sagte er nur „hier nimm die hier“ und drückte mir die 241 in die Hand. Das war natürlich ein guter Schritt nach vorne.

Jetzt hieß es allerdings erstmal abwarten, dass die Gebetszeit vorbei ist. Wir setzten uns auf den überdachten Vorplatz, bis der Mutawa aus der Halle kam und die Muslime aufforderte beten zu gehen und die Nicht-Muslime vom Platz verwiess. Mein Begleiter meinte nur als der Mutawa vorbei war ich solle sitzen bleiben, das sei alles kein Problem, er müsse jetzt aber beten gehen und lief gemächlich in Richtung des Gebetsraums.

Da saß ich nun und wartete, bei gefühlten 35° Celsius im Schatten, bis wiederrum ein Polizist aus der Halle kam und erneut die Nicht-Muslime aufforderte zu gehen. Diesmal blieb ich logischerweise nicht. Denn ohne jemand ortskundigen wollte ich da mal keinen Widerstand leisten. Wir machten uns also auf in Richtung ein paar Bäume und ich war kurz davor eine SMS zu schreiben, als das Gebet bereits wieder vorbei war. Also das Ganze wieder zurück.

Wieder in der Halle angekommen und mit 30 Nummern weniger abzuwarten, ging es dann doch schneller als erwartet und die angekündigten 15 Minuten meines Begleiters, bis ich meinen Führerschein habe, waren sogar annäherend realistisch. Die Nummern gingen jetzt jedenfalls fast im halb-Minuten-Takt weiter, da viele andere ihre Nummer wohl ebenfalls hatten liegen gelassen bzw. gegangen waren.
Zwischendrin fragte der Sudaner mich, ob ich die Nummer noch hätte und wollte sie von mir haben. Kurze Zeit später fand ich auch heraus warum. Er gab sie wiederrum einem seiner Kumpel weiter, der sich sichtlich ebenso freute.

Dann wurde die 241 aufgerufen. Ich ging also an den Schalter, übergab die Mappe und der Beamte, telefonierend, gab die Iqama-Nummer und ein paar weitere Daten aus meiner Mappe in seinen PC ein, drückte einen Knopf und es ging ein kleines Popup auf, welches mich sehr stark an einen Windows-Drucken Dialog erinnerte. Er sollte es auch gewesen sein. Ich wurde wieder zum Hinsetzen aufgefordert und jetzt folgte für mich das, was ich vorher schon die ganze Zeit beobachtet hatte. In unregelmäßigen Abständen kam der Mutawa aus dem Hintergrund an einen Schalter und rief Namen durch die Halle. Man wurde also aufgerufen, um seinen Führerschein abzuholen. So dann auch bei mir. Allerdings war es schon amüsant, wie wieder einmal mein Name versucht wurde auszusprechen, was aber doch etwas verunstaltet klang. Zudem blieb es, wie bisher auch schon immer, beim Nennen des Vornamens. Ich weiss allerdings nicht, ob das hier üblich, oder mein Nachname für arabisch-sprechende tatsächlich zu schwer ist 😉

Somit hatte ich dann also meinen Führerschein und konnte ab sofort fahren. Zudem bin ich um einige Detailerfahrungen reicher. Zum einen weiss ich, wieso auf dem Führerschein direkt die Blutgruppe steht. Es gibt hier wohl ziemlich viele Unfälle und da ist es oft sehr hilfreich, wenn die Blutgruppe bekannt ist. Auf Grund des Fahrtests verstehe ich jetzt auch besser, wieso hier ziemlich chaotisch, um nicht zu sagen irrsinnig gefahren wird. Die können es teilweise einfach nicht besser/haben es nie richtig gelernt und man bekommt den Führerschein auch mit offensichtlichen Mängeln im Können.

Der Text ist jetzt zwar ziemlich lange geworden, aber ich hoffe trotzdem unterhaltsam 😉 Die Tage folgt dann eine erste Bestandsaufnahme meiner Fahrerlebnisse 🙂


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tweetdigest: Ummeldung in der deutschen Botschaft Riyadh

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  • Zurück aus dt. #Botschaft #Riyadh und jetzt hier offiziell wohnhaft.Aber Botschaftsviertel schon sehr abgesichert #zäune #stacheldraht #fb #

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Ausgewiesen

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Mittlerweile habe ich doch einige Behördengänge hinter mir und ich persönlich finde es immer interessant, wie die Ausweise in anderen Ländern aussehen. Daher hier meine Errungenschaften der Behördengänge.

Zuerst der Iqama. Die Aufenthaltsgenehmigung und in meinem Fall auch die Arbeitsgenehmigung für Saudi-Arabien. Am Iqama hängt so ziemlich alles. Das Finden einer Bleibe (in unserem Fall nicht), das Fahren eines Gefährts, der Internetzugang oder der Telefonanschluss. Ohne den Iqama geht das alles nicht.

Das ist der saudische Führerschein. Wie auch der Iqama sehr mit Hologrammeffekten (z.B. mit der saudischen Landesform oder einem Säbel) versehen und die natürlich in bunt 😉

Der Firmenausweis dagegen ist relativ spartanisch gehalten, aber natürlich wieder mit Foto. Die gibt es hier eigentlich auf jedem Ausweis.

Da ich mich hauptwohnsitztechnisch morgen in der Botschaft von Karlsruhe nach Riyadh ummelden will, habe ich mir heute den Reisepass aus der sicheren Aufbewahrung in der Firmageben lassen und der wurde auch gekennzeichnet 😉

0219_reisepass_beklebt

Jetzt bin ich mal gespannt wie das morgen laufen wird. Vor allem, ob ich am frühen morgen (die Botschaft hat nur von 8 bis 11 geöffnet) den Weg dort hin finde. Das Botschaftsviertel befindet sich nämlich von uns aus gesehen so ziemlich am anderen Ende der Stadt, ca. 20 km Fahrt.

najd_compound_to_botschaft

Rechts oben ist das Najd Compound zu sehen und links unten die Botschaft. Glücklicherweise muss ich nur die breite obere Straße bis ganz nach links (Westen) und dann mit der linken nächsten breiteren Straße nach unten (Süden) fahren, aber dass hier alles ausgeschildert ist, davon kann man leider auch nie ausgehen 😉


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tweetdigest: Per Zufall auf den Enthauptungsplatz in Riyadh

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  • Da liest man sich durch Routing/Subnetz Zusammenfassungen und parallel gehen von hier aus z.B. kabelbw.de oder Strato-Server nicht. #gna #
  • Stelle grad fest,dass wir am Wochenende auf der Suche nach einem Computer-Markt unwissend über den Hinrichtungsplatz in #Riyadh liefen #fb #
  • RT @morast Wenn ich meiner Mami erzähle,was ich gerade mache,sollte ich vielleicht irgendwann mal damit anfangen,bevor es eine Lüge wird -;) #
  • Regen. Hier. In Riyadh. Saudi-Arabien. Wüste. So mit naß. Wirklich #baff #fb #
  • Jetzt auch noch Blitz+Donner?!Hätte mir jemand gesagt,dass es hier auch mieses Wetter gibt,wär ich nicht gekommen;) #riyadh #
  • So schlimm ist #Regen jetzt aber auch nicht, dass gleich die Warnsirenen angehen müssen oder? #compound #
  • Unser Haus im Najd Compound: Geschrieben von: Andi Im Zusammenhang mit der Ankündigung unseres Weggangs nach Saud… http://bit.ly/cIXrE1 #

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Unser Haus im Najd Compound

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Im Zusammenhang mit der Ankündigung unseres Weggangs nach Saudi-Arabien hatte ich bereits einige Links zu Fotos der Unterbringung in unserem Compound verlinkt. Aber so selbst gemachte Fotos, die v.a. auch einen Panorama-Blick bieten, können doch einiges mehr 😉 (Jochen hat auch noch weitere)

Prinzipiell sind die Häuser oder auch Villen, wie die Bewohner sie hier auch nennen, alle bis auf vier Eckhäuser gleich. Allerdings gibt es den Unterschied, dass der Grundriss auch mal gespiegelt sein kann. Im Grunde weiss man also sofort, wo was im Haus ist, wenn man mal in das Haus eines anderen Najd-Bewohners kommt. Auf mich hat der gespiegelte Grundriss beim Besuch einer anderen Villa trotzdem den Effekt gehabt, dass ich nicht mehr direkt wusste wo das Gäste-WC ist 😉

wohnzimmer_panorama

Fangen wir mit dem Zentrum des Hauses an. Dem Wohnzimmer. In diesem Fall aus der Ecke hin zum Esszimmer fotografiert und aus einzelnen Bildern zu einem Panorama zusammengestückelt. Ich denke man erkennt, dass wir hier mit ~31qm ganz ordentlich Platz haben. Die Fensterfront ist mit zwei Türen zu öffnen und geht raus auf die Straße. Da hier aber kaum Autos fahren, stört das nicht. Im Gegenteil, man bekommt Licht rein 😉

esszimmer

Aus dem WZ geht es entsprechend weiter ins Esszimmer. Die Häuser sind grossteils, wenn der Bewohner nichts daran ändert, gleich ausgestattet, so dass man die Möbel, die hier auf den Bildern zu sehen sind, in der Regel bei anderen im Haus ebenfalls wieder findet. Das Esszimmer ist mit 22qm auch grossräumig gestaltet. Schön zu sehen, ist wie auch bereits beim Wohnzimmer die große Fensterfront zur rückseitigen Terasse.

Noch ein Panorama kombiniert aus Wohn- und Esszimmer für den Gesamteindruck:

wohn_esszimmer
kueche_panorama

Neben dem Esszimmer, befindet sich praktischerweise auch direkt die Küche. Mit ebenfalls knapp 22qm und der luxoriös breiten Küchenzeile eignet sie sich auch hervorragend, um eine Menge Leute zu bekochen, v.a. wenn man sich die Dimensionen des Herdes und des Kühlschranks ansieht. Unter den Kollegen wurde dem Herd schon der Beiname Atomreaktor gegeben und der Kühlschrank stellt entsprechend das passend dimensionierte Kühlaggregat für den Herd dar 😉 Die Spülmaschine ist dagegen schon fast mickrig 😉 Ein Detail am Rande: Der Ofen hat oben und unten Heizstäbe, allerdings habe ich bisher nur oben _oder_ unten in Betrieb nehmen können, also keine Ober- und Unterhitze. Naja Pizza wurde bisher trotzdem ganz vernünftig 🙂

terasse_von_kueche

Sowohl aus dem Esszimmer (mit Schiebetür) als auch aus der Küche kommt man auf die blickdicht abgegrenzte Terasse. In meinem Fall ist sie sogar schon sehr verwachsen und die Sträucher müssen v.a. in Richtung Schlafzimmer ordentlich zurückgeschnitten werden. Mal sehen, ob das ich oder mein Putzteufel macht (ja ich habe jemand, der die Alltagsreinigung übernimmt). Für die Hausaussenansicht noch folgendes Bild:

terasse_richtung_haus
CIMG0208_heavy_duty_waschmaschine_trockner

Aus der Küche raus, gehts durch einen Zwischenflur in die Abstell-/Waschkammer oder das Gäste-WC. In unserem Fall steht in der Waschkammer eine Waschmaschine, die durchaus fürs Militär oder auch eine Familie mit drölfzig Kindern gebaut worden zu sein scheint. Entsprechend ist sie auch mit Heavy Duty beschriftet. Mit Vorhängen habe ich sie bereits auf ihre Ladekapazität getestet 😉 Die beiden Kammern haben zusammen auch 6qm und bieten viel Stauraum.

schlafzimmer_panorama

Aus dem Zwischenflur gehts nach links ins Hauptschlafzimmer mit einem schön großen 2m*2m Bett. Abgesehen davon ist um das Bett herum aber auch mehr als ausreichen viel Platz, so dass die 25qm des Schlafzimmers sicher locker reichen 😉 Wie auch im Wohnzimmer, hängt auch hier ein Deckenventilator, den man der Klimaanlage oftmals vorzieht, da ein leichter Luftzug, v.a. beim Schlafen angenehmer ist, als die doch zugige Kälte des Air Condition.

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Als Hausherr-/dame besteht der Vorteil des ans Schlafzimmer direkt angeschlossenen Bades mit Dusch-/Badewanne, Waschbecken, Toilette und Bidet. Das Bad ist diesmal nicht so übermäßig groß mit seinen 5,5qm, allerdings reicht das natürlich allemal.

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gaestezimmer_1

Durch den geht es linkerhand in das erste Gästezimmer. Auch dieses ist mit 17qm ziemlich ordentlich skaliert, zumal in unserem Fall sogar ein Fernseher drinsteht. Mal sehen, ob der noch nach nebenan wandert 😉 Ansonsten aber relativ spartanisch eingerichtet.

Neben dem Gästezimmer gibt es dann auch das Gästebad. Wieder mit Dusch-/Badewanne, Waschbecken, Toilette und Bidet. Da es quasi identisch aussieht, wie das Hauptbadezimmer, erspare ich mir hier das Bild. Nach dem zweiten Bad kommt dann auch das zweite Gästezimmer. Ebenfalls etwa 17qm groß und bei uns sogar mit einem weiteren Gästebett ausgestattet. Sieht aber sonst aus, wie Gästezimmer 1.

CIMG0141_eingang

Damit sind wir auch schon wieder im Eingangsbereich, von dem man in das Wohnzimmer kommt. Links sieht man die Eingangstür.

Wie man im letzten Bild und auch im Bild des Wohnzimmers sehen kann, liegen im Wohnzimmer und Esszimmer Teppich aus. Das ist allerdings nicht in jedem Haus so, sondern wohl eine Frage der Wartung. Bei Jochen z.B. ist das bereits gefliest und auch von einem bekannten Briten, weiß ich, dass das auf sog. Maintenance Request gewechselt wird. So habe ich heute eben einen solchen in Auftrag gegeben und bin gespannt, wann der Teppich aus Wohn- und Esszimmer rauskommt und v.a. auch wie lange die Aktion dauert. Der Brite teilte mir schon mit, ich solle zusehen, dass ich in der Zeit am Besten nicht daheim schlafe 😉

Mal sehen was da auf mich zukommt.

Wenn ich mich nicht verrechnet habe, komme ich, wenn man alles 1:1 rechnet (was man mit Küche und Bädern normalerweise ja nicht tut) auf eine Fläche von ~180qm + Terassen. Kann man sich dran gewöhnen 😉


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