Von Viren und Überwachung in Saudi

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In der losen Folge an lokalen Nachrichten heute zwei Themen. Zum einen zu dem SARS-ähnlichen Corona-Virus, welches offenbar hauptsächlich im Osten von Saudi auftritt und zum anderen über die Überwachung von Whatsapp durch Mobily.

SARS-ähnlicher Corona Virus

Vorweg, ich bin mir nicht wirklich sicher, ob der Virus einen speziellen Namen hat und ob die Bezeichnung „SARS-ähnlicher Corona Virus“ korrekt ist. Falls sich da wer auskennt, bitte Rückmeldung geben. Seit ein paar Wochen machen Meldungen die Runde, dass es einen neuen Virus gibt, eben SARS-ähnlich, der inzwischen weltweit über 35 Leben kostete. Betroffen waren Menschen in Abu Dhabi, Dubai, Frankreich und eben Saudi Arabien mit über 20 Fällen. Davon welche in Jeddah, Dammam, Riyadh, aber hauptsächlich in der östlichen Region mit der Stadt Hofuf/Al Ahsa. Von Freitag bis gestern war dann auch die WHO hier im Land, um sich ein Bild von der Situation zu machen. Ursprünglich ging man davon aus, dass die Übertragung nur von Tier zu Mensch möglich ist. Mittlerweile gibt es durch die zwei Fälle in Frankreich aber die Bestätigung, dass bei langem, räumlich engen Kontakt auch eine Übertragung zwischen Menschen möglich ist.

In Summe etwas beunruhigend, v.a. wenn man zeitgleich selbst eine Erkältung abbekommt 😉 Andererseits sind alle bisher tödlichen Fälle auf vorerkrankte oder sehr alte Menschen beschränkt gewesen. Also weder hinsichtlich Ansteckung noch hinsichtlich Verlauf ein wirklicher Grund zur Beunruhigung.

Überwachung von WhatsApp und co. durch Mobily

Nicht wirklich überraschend, aber die Bestätigung durch Mobily durch eine Anfrage bei einem bekannten Hacker zur Mithilfe beim Abfangen von WhatsApp Nachrichten zu sehen ist schon so ein Ding. Entsprechend ging das gestern natürlich auch schnell durch Twitter und co. Dass die Saudis (und vermutlich auch viele weitere Staaten) derartiges wollen oder sogar schon machen (man denke an die unbestätigte Vermutung einer Hintertür in Skype) war bisher öffentlich eben vermutet, aber nicht zu bestätigen gewesen. Interessant finde ich an diesem Artikel auch den beiläufigen Hinweis, dass Twitter, was die Technologie (bzw. Umsetzung) angeht offenbar sicherer ist als WhatsApp.

Der offenbar zuständige Manager bei Mobily hat nach dem Veröffentlichen der Korrespondenz indes jegliche öffentliche Informationen aus dem Netz genommen (z.B. sein LinkedIn Profil).

Ich gehe übrigens sehr davon aus, dass Mobily hier nur ein Beispiel ist und die STC, sowie alle anderen Provider ähnliches machen. Vermutlich sogar müssen, da die örtliche CITC (Regulierungsbehörde) das verlangt.

Wird also Zeit auch mobil eher auf Jabber als auf WhatsApp zu setzen.


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Kurze Existenz eines sinnlosen Bumps

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Etwa 1km Luftlinie von unserem Compound entfernt wird jetzt seit einiger Zeit an einer Moschee gebaut und langsam nimmt sie auch Formen an. Zuletzt wurde das Minarett hochgezogen und ich vermute mal, dass der Bau der Moschee relativ bald abgeschlossen sein wird.

Vielleicht damit zusammenhängend wurde vor ein paar Tagen ein Speed-Bump kurz vor der Moschee über die Straße gezogen. Die Straße ist vierspurig und vielfach sind die Autos mit rund 100 Sachen oder mehr auf Höhe der Moschee unterwegs, bevor sie zum Abbiegen oder an der Ampel bremsen. Daher machte an der Stelle ein Speed-Bump natürlich viel Sinn, um sicherzustellen, dass Personen rund um die Moschee nicht durch dahin fliegende Fahrzeuge abgeschossen werden.

Der Bump hatte nur einen sehr entscheidenden Haken. Er ging zwar über alle vier Fahrspuren, aber nicht über den Seitenstreifen. Einen Fußgänger-Weg gibt es an dieser Stelle, ähnlich wie sonst vielfach in Riyadh, natürlich auch nicht.

Und so passierte was passieren musste: Regelmäßig diese Strecke passierende Autofahrer fuhren weiterhin mit hohem Tempo die Straße runter, um entweder schon direkt zu Beginn der Straße auf die „rechteste“ Spur auszuweichen oder eben, um kurz vor dem Bump waghalsig auf direktem Weg nach ganz rechts zu kommen und ohne über den Bump fahren zu müssen an der Moschee vorbei zu kommen.

Das hatte natürlich den Effekt, dass es jetzt neben und hinter der Moschee nicht sicherer war als ohne den Bump, und gleichzeitig sogar vor der Moschee gefährlicher wurde als ohne den Bump.

Soweit so typisch für die hier üblichen planungslosen Bauaktionen.

Heute fiel mir dann auf, dass der Bump schon wieder weg ist. Ob das jetzt an der Erkenntnis lag, dass der Bump, so wie er zuletzt existierte, keinen Sinn ergab, ob es jetzt ganz andere Pläne gibt oder ob man ihn gar sinnvoll über die vollen fünf Spuren erneut aufschütten wird…. Ich bin gespannt 🙂


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Macbook Air und OSX

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Gleich mal als Vorwarnung. Dieser Artikel ist ziemlich umfangreich und vielfach stichwortartig, enthält aber sehr viele Details meiner ersten Erfahrungen mit dem MacBook Air (MBA) bzw. Mac OSX. Gekauft habe ich es übrigens direkt bei Apple im Shop, obwohl dadurch die Zustellung, bedingt durch die zusammengestellte Konfiguration, um einiges länger dauerte. Natürlich kann man die Geräte auch woanders erstehen, z.B. mit unterschiedlichen Standard-Austattungen.

Hardware

Die Hardware ist einfach edel, auch wenn man es mit einem aktuellen Thinkpad vergleicht. Diese Kleinigkeiten wie mit dem Magnet-Stromanschluss oder dem Magnet-Deckel-Verschluss, die bei Nichtnutzung versteckte FaceTime-Kameraled und das Touchpad. Letzteres klappert bei mir leicht, zumindest fühlt es sich so an, dass es so nicht sein sollte und außerdem fühlt es sich weniger glatt an, als auf dem MacBook Pro aus meinem Test.

Auch die Tastatur scheint leicht zu klappern, zumindest im Vergleich zu meinem alten Thinkpad. Gleichzeitig ist aber das Schreibgefühl super. Vermutlich eher Umgewöhnungseffekte als tatsächliche Hardware-Probleme.

Das glossy spiegelnde Display stellte sich bisher als kein Problem dar und das selbst mit Licht hinter mir. Ich habe aber auch noch nicht draußen im Sonnenlicht dran gesessen.

Da das MBA nur WLAN mitbringt hatte ich mir einen Gigabit Ethernet zu USB Adapter dazu geholt. Selbiger war aber mehr als enttäuschend. Der Treiber machte nur Probleme und z.B. nach einem Standby wurde der Adapter nicht mehr erkannt. Und auch die Performance war nicht das was ich von Gigabit erwarten würde. Also bin ich doch auf einen Thunderbolt Adapter von Apple umgestiegen. Preislich nahezu identisch, wollte nur ursprünglich den Thunderbolt Port nicht belegen. Kurzer Performance Vergleich: USB2GB: RX 40MB/s TX 23MB/s; TB RX 110MB/s TX 110 MB/s gemessen jeweils mit netio.

Zu Beginn hatte ich dann noch Probleme mit der Facetime Kamera. Nach einer gewissen Uptime des MBA wurde die Kamera in Facetime und Skype nicht mehr erkannt und ein Reboot war unumgänglich. Ein paar Apple Updates später – ohne dass jemals was zur Facetime Kamera erwähnt worden wäre – war das Problem verschwunden.

Bezogen auf die Hardware habe ich bisher nur das schon vor der Umstellung zu erwartende Problem: Umstellung auf die Mac Tastatur. Wortweises Springen im Text, Konsolen-Shortcuts, fehlende Tasten wie ENTF oder POS1/END/PGUP etc.. Oder auch, dass wortweises Springen zwischen Wörtern mit CMD stattfindet statt mit STRG. Das treibt mich nach wie vor ein bisschen in den Wahnsinn.
Entsprechend habe ich bisher auch keine eingängige Lösung für benötigte Sondertasten im Terminal gefunden und schlage mich da eher mit herum, als dass ich normal mit umginge. Mal sehen wie sich das noch entwickelt.

OSX und Software

Einer der Hauptgründe von Ubuntu als meinem Heim-System wegzugehen war, dass ich weniger Lust verspürte, mich mit alltäglichen Dingen rumzuschlagen. Z.B. Backup, Einbindung des NAS, Standby etc. pp. Soweit vorab, das wurde nur teilweise erfüllt. Aber gefühlt immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

NAS Einbindungy

Dazu gehörte eine fast problemlose automatische Einbindung des NAS (zu dem ich auch schon lange mal was schreiben wollte…). Wenn allerdings die Netzwerkverbindung mal weg ist oder von Kabel auf wireless gewechselt wird, wird das Laufwerk nicht automatisch wieder eingebunden. Dafür muss auch unter OSX mittels autofs und einem Skript gearbeitet werden. Hier hatte ich das von Apple anders erwartet. Außerdem hat Apple in diesem Bereich in Mountain Lion (10.8) die grafische Konfiguration von NFS-Verbindungen entfernt und sie sind damit nur noch über die command line zu konfigurieren. Warum auch immer.

Time-Machine Backup

Dagegen ist die Einrichtung des OSX-eigenen Backups, genannt Time-Machine wiederum ein Kinderspiel, wobei ich mich frage, wozu man diese, in meinen Augen, übertrieben verspielte Variante mit dem Flug durch die Zeit gewählt hat, wenn man mittels Time-Machine etwas wiederherstellen will.
Wobei es auch bezüglich Time-Machine Dinge gibt, die nicht völlig schief gehen können. Offenbar hatte sich, aus welchen Grünen auch immer, unser NAS verabschiedet, während ein Backup lief, was dazu führte, dass das Backup auf dem NAS für Time-Machine nicht mehr brauchbar war. Auch die üblichen Rettungsversuche scheiterten und ich musste mit einer neuen Backup-Historie anfangen. Ist in diesem Fall nicht weiter tragisch, aber man sieht, dass so ein Backup, was nicht einfach auf Datei-Basis arbeitet seine Schwächen hat.
Auch, dass man das Backup nicht auf LAN beschränken kann, trübt meinen Eindruck von Time-Machine etwas.

Standby der einfach funktioniert

Mit dem Standby hatte ich unter Ubuntu doch immer mal wieder Probleme. Das war über die letzten Versionen zwar besser geworden, aber erst seit OSX merke ich, dass ich über den Standby nicht mal mehr nachdenke, da ich ihn nicht mal aktivieren muss. Ich klappe das MBA einfach zu und es geht von selbst nach einer Weile in den Standby bzw. danach auch in den Tiefschlaf.

Fensterverhalten

Wer bei Apple auf die Idee kam, dass es von Haus aus keine Möglichkeit gibt eine Anwendung zu maximieren (nicht Vollbild), bzw., dass man es der Anwendung überlassen kann die optimale Größe zu bestimmen, gehört … Das fehlt mir also. Abgesehen davon, dass das Maximieren auch nicht per Doppelklick auf die Kopfleiste geht.

Dass praktische Dinge, wie Fenster mittels ALT+linksklick verschieben oder mit ALT+rechtsklick in der Größe ändern zu können, nicht existieren, ist zum einen erwartbar, da wohl eine Funktionalität, die die wenigsten nutzen würden und zum anderen glücklicherweise mit dem BetterTouchTool auch leicht ausgebügelt, welches zudem noch einiges mehr kann.

Sonstiges

Schön ist auch die Software-Installation, in dem man einfach eine .dmg Datei „öffnet“ und die Anwendung einfach auf den Anwendung-Ordner zieht. Deinstallation ist dann einfach die Anwendung aus dem Anwendung Ordner zu löschen.
Natürlich ist auch die Software-Verwaltung in den gängingen Linuxen übersichtlich und v.a. das systemweite Updaten fehlt unter OSX

Unter OSX gibt es auch virtuelle Desktops und mittlerweile habe ich mich auch daran gewöhnt, dass es keine Möglichkeit gibt nur zwischen den Anwendungen des jeweiligen Desktops zu wechseln. Zu Beginn war das nervig.

Ab und an passiert es mir auch noch, dass ich mich frage, wo das Menü einer Anwendung ist, da es noch recht ungewohnt ist, selbiges immer am oberen Bildschirmrand vorzufinden. Zudem erzeugt das zumindest auf dem MBA mit der beschränkten Auflösung das Problem, dass die Menü Icons, wie Uhr, Netzwerk etc. teilweise nicht mehr alle dargestellt werden, wenn die Anwendung ein langes Menü hat, wie z.B. der Thunderbird.

Optik

Auf mich wirkt OSX einfach erwachsener als KDE4 z.b.. Von Ubuntus Unity gar nicht zu sprechen. Einzig Windows7 fühlt sich da noch ähnlich an. Und mit Windows8 scheint Microsoft ihrer Tradition „ein gutes OS, ein schlechtes OS, ein gutes OS“ treu zu bleiben, auch im Hinblick auf die Optik.

Bedienung

Apple hat sich irgendwann entschieden eine sog. natürliche Touchpad Scrollrichtiung einzuführen. Im ersten Moment war ich davon schwer genervt. Auf dem Touchpad ist das aber recht logisch. Für eine Maus auch im zweiten Moment noch nicht so wirklich. Für mich machte es einen großen Unterschied, auf die Magic Mouse umgestiegen zu sein, da die mit ihrer Oberfläche weit von einem Scrollrad weg ist und durch das Touch-Scrollen wieder so nah an einem Touchpad ist, dass sich die natürliche Scrollrichtung auch wieder normal anfühlt.

Fazit

Das größte Problem am Wechsel zu OSX ist der Wechsel zwischen zu Hause und der Arbeit. Wäre es eine Umgebung, würden die meisten Sachen überhaupt nicht ins Gewicht fallen, da man sich recht schnell umgewöhnen kann. So aber merke ich des öfteren, wie ich Tastaturkürzel verwechsel etc. pp.

Zusammenfassend hat sich der Wechsel aber gelohnt, denn die Probleme sind eher vernachlässigen bzw. korrigierbar, wohingegen die Vorteile mit Standby, Time-Machine, Akku-Laufzeiten doch überwiegen.

Bzgl. Software-Alternativen habe ich aktuell aber noch ein paar Baustellen offen. Für vieles habe ich schon einen passenden Ersatz zum Gegenstück von Linux/Windows gefunden. So z.B. für einen zweispaltigen Datei Manager, einen Clipboard-Manager, eine CPU/RAM/Netz Anzeige im Menü. Für anderes suche ich aber noch.

Nach dem letzten Apple Event war ich auch hin- und hergerissen, ob ich das MBA im Dezember wieder zu verkaufe und stattdessen ein Retina MBP hole. Habe mich dann aber dagegen entschieden. Das MBA ist schön leicht ist und der Preis des 13″ rMBP im Vergleich zur Leistung nicht wirklich passend.

Zum Abschluss noch eine Liste über die zusätzliche Software, die ich mittlerweile nutze:

  • Für iMovie: Mittels einem Panasonic Plugin für Quicktime kann iMovie auch direkt .mts Dateien arbeiten.
  • Mucommander als Ersatz für Krusader
  • KeepassX
  • Menumeter für die Anzeige von cpu/mem/netzwerk/hdd
  • BetterTouchTool wie schon erwähnt, um eigene Touch-Kombinationen definieren zu können
  • Clipmenu als Clipboard Manager
  • Xee als Bildbetrachter, da Preview nur die Bilder anzeigt, die man ihm übergeben hat
  • Gallery Remote, um Bilder auf unsere Gallery2 Unstallation zu laden
  • Auf der Suche bin ich noch nach einem guten MP3 Tagger. Soweit aber mal zu einem „ersten“ Eindruck 😉


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    Ausgebrannte Autos vor der Haustür

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    Hach ja, das Thema Straßenverkehr in Saudi ist wohl wirklich eines, worüber man im Grunde Bücher schreiben könnte, um die Absurdität auszudrücken. Wir wurden gestern mal wieder extrem bei einem Überholmanöver geschnitten. Dass ich als Konsequenz beherzt auf die Hupe drückte wurde mit einer ordentlichen Vollbremsung quittiert. Irgendwie hatte ich intuitiv schon damit gerechnet, so dass es nicht zu einem Auffahrunfall kam, aber der Vorgang von gestern soll auch gar nicht das Thema sein.

    Wer das Najd Compound kennt, weiß dass vor der Einfahrt eine Kreuzung aus zwei jeweils 3-spurigen Straßen liegt. Selbige war immer mal wieder Schauplatz heftiger Unfälle und wurde zuerst mit hier üblichen Bumps entschärft und zuletzt mit Ampeln, sowie baulich abgegrenzten Spuren zum Abbiegen ausgestattet. Die Ampeln waren zwar mindestens 3 Monate nicht aktiv, sind es aber nun seit etwa 4 Wochen.

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    Durch die jetzt vorhandenen erhöhten Abgrenzungen kam es zuletzt zu zwei quasi identische Unfälle bei denen jeweils ein Auto quer auf einen solchen „Bordstein“ geriet, sich dabei wohl den Tank aufriß und ausbrannte. Beim ersten Mal muss das wenige Minute vor meinem Überqueren der Kreuzung gewesen sein und ich konnte noch so rund vier bis fünf Meter hohe Flammen beobachten.

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    Etwa eine Woche später, passierte das gleiche Schauspiel erneut und ich fragte mich unweigerlich: „Wie irre fahren die hier eigentlich?“ Nur um mir direkt selbst zu antworten: „Frag Nicht! Du kennst das doch mittlerweile“.

    Derzeit hat die Ampel vor dem Compound tatsächlich dazu geführt, dass der Verkehr weit weniger chaotisch ist, als er es mal war. Ich bin mir aber sicher, dass auch weiterhin diese irren Unfälle passieren werden.


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    Philips Avent SCD600 Video-Babyphone

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    Wie schon beim Erfahrungs-Artikel über das Reer 8005 Wega beschrieben, war ein Ersatz-Video-Babyphone angesagt. Da wir mit dem Audio-only von Philips zufrieden waren wurde es das Avent SCD600.

    Sender-Kugel

    Der Sender besticht als erstes durch eine knutschelige Optik durch die Kamera Kugel. Gleichzeitig ist das ganz praktisch, da der Sender-Fuß innen magnetisch ist und so die Kugel in relativ beliebigen Positionen halten kann. Die Schiebe-Schalter an der Kugel sind aber relativ schwer zu betätigen und v.a. im Dunkeln schwer zu ertasten.

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    25512-kamera-infrarot-led

    Ansonsten gibt es noch 4 weiße LEDs die man als Nachtlicht anschalten kann, das aber nur am Sender und nicht via Empfänger.

    Empfänger

    Der Empfänger bietet übliche Funktionalität, also das Abspielen und Wählen von Schlafliedern, Helligkeitsregelung (wie auch beim Reer, reicht die niedrigste oder 2. niedrigste Helligkeitsstufe), sowie Umschalten zwischen Daueraktiv und der Aktivierung durch Geräusche.

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    25033-video-nacht-front

    Funktionalität

    Das Tag-Bild sieht fast nach einem Echtfarb-Bild aus und ist damit kein Vergleich zum Reer. Die Auflösung würde ich bei etwa VGA (640×480) einordnen. Die Auflösung ist im Vergleich zum Reer wie Tag und Nacht. Also sehr angenehm und detailreich. Das Nachtbild zeigt auch bei großem Abstand noch genügend, um zu erkennen (ob) etwas passiert und bei etwa einem Meter kann man teilweise die Atmung sehen. Die Infrarot-LEDs verrichten ihre Arbeit also sehr gut.

    Der Akku hält bei uns so lange, dass wir den Empfänger im Gegensatz zum Reer auch öfter ohne Stromzufuhr betreiben. Einzig die Benachrichtigung über das Nachlassen des Akku ist rein visuell und nur einmalig akkustisch. Meiner Meinung nach nicht ausreichend, da man riskiert nicht mitzubekommen, wenn die Verbindung auf Grund des Akkus beendet wird.

    Beim Empfang verhält sich das Avent auch wesentlich besser. Allerdings existiert auch hier das Problem, dass die Verbindung zusammenbricht, sobald unser Wlan stark funkt. Es bleibt nur bei Nutzung des Babyphone auf größere Datenmengen übers Wlan zu verzichten oder eben auf Kabelverbindung zur Datenübertragung zu wechseln. Abgesehen davon stellten wir fest, dass der Empfänger senkrecht stehen sollte, damit der Empfang stabil ist. Eine kleine Unterlage unter den die Standfuß-Gürtelklipp-Kombination und das nervige tüdeldüd, was bei jedem Verbindungsabbruch ertönt, gehörte der Vergangenheit an.

    Fazit

    Bis auf die etwas nervigen Verbindungsprobleme, kann man das Video-Babyphone sehr gut einsetzen. Allerdings sollte man sich über die nur einmalige Akku-Benachrichtigung im Klaren sein.

    Zukünftiges

    Sowohl bei Nutzung des Reer als auch des Avent jetzt habe ich mir laufend die Frage gestellt, wieso nach wie vor auf Standard-2,4Ghz Funktechnik gesetzt wird, statt sich einfach ins Wlan einzuklinken. Letzteres scheint jetzt zu passieren, denn es gibt einige Hersteller, die entweder entsprechende Baby-Video-Phones auf den Markt bringen oder aber Kameras auf den Markt bringen, die man auf Grund der Funktionalitäten eben als Baby-Phone einsetzen kann. Dabei wird dann auch gleich der nächste Schritt vollzogen: Die Appification, also dass es Apps für gängige Smartphones gibt, um das Kamera-Bild abzufragen.

    Beispiele:
    Wifibaby
    Belkin WeMo Baby
    Belkin Netcam
    Vergleich einiger Baby-Video-Cams

    Vermutlich werden also Geräte wie das Reer oder oben besprochenes Avent eher nur kurz als Geräteklasse vorhanden sein und ziemlich direkt von Video-Baby-Phones per Wlan und App abgelöst. Und vermutlich mittelfristig auch bei uns 😉


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