Schulalltag

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Seit drei Wochen habe ich wieder Arbeit. Diesmal nicht im Kindergarten sondern in der Grundschule. Ich wurde sozusagen befördert. 🙂
Am 18. September war der erste Schultag, wir hatten unseren Deutschlandurlaub so gelegt, dass wir pünktlich zum Schulbeginn in Riad waren. Zwar wurde ich während der Ferien nicht kontaktiert, aber man weiß ja nie. So war es dann auch. Samstag Morgend um halb 10 klingelte das Telefon und der Schulleiter fragte, ob ich mir vorstellen könnte und zutrauen würde, in der Grundschule zu helfen.
Die Schule hat zwei Lehrer zu wenig und so wurde eine Stelle „Grundschul-Assistenz“ geschaffen.

Grundschul-Assistenz

Das bedeutet, dass ich die 3. oder 4. Klasse betreue, Hausaufgaben kontrolliere, Fragen zu Aufgaben beantworte, während der Mathelehrer in der anderen ist und unterrichtet. Weiterhin betreue ich die Klassen in den Fächern Zirkus und Arabisch. Also die muttersprachlichen Kinder bekommen Arabischunterricht, die anderen bekommen lernvertiefende Aufgaben in Deutsch. Wobei andersherum sinnvoller wäre, aber dazu fehlen die Lehrer… In den Arabischstunden sind die Klassen 3 und 4 zusammen, sowie die 1. und 2. Klasse.

Ähnlich verhält es sich in den Zirkusstunden, nur dass ich die gesamten Klassen betreuen darf. Auch hier bekommen die Kinder von ihren Lehrern Aufgaben, die sie bearbeiten sollten. Neben Deutsch auch Mathe oder Englisch. In den letzten Schuljahren durften die Schüler übers Jahr verschiedene Kunststücke einstudieren und am Ende vorführen. Da in diesem Schuljahr keine Lehrkraft dafür zur Verfügung steht findet vertiefendes Lernen statt, sehr zum Leidwesen der Kinder… 🙂

In Klasse 3 und 4 sind zur Zeit neun Kinder, die stärkste Klasse ist die 2. mit elf Kindern. Eine Miniklasse ist die 1. Klasse mit zwei Mädels.

Machtkämpfe

Zur Zeit finden noch Machtkämpfe statt. Null Problem hab ich mit den beiden Süßen, die mich ja schon aus der Vorschule kennen, in Klasse 1. Super sind auch die Kinder in der 3. Die hören schon fast aufs Wort 😉 Also sie stehen auch während der Stunde auf und schwätzen, aber eine Ermahnung reicht völlig aus. Anders hingegen in den „geraden“ Klassen. ARGH! Von elf Kindern (Kl.2) sind wenige durch eine Ermahnung ruhig zu bekommen. Die restlichen brauchen mindestens fünf Aufforderungen und bleiben dann trotzdem nicht auf ihren Stühlen sitzen. Sehr beliebt ist auch die Aussage, wenn ich ihnen persönlich eine Aufgabe erkläre, „Ich hab keine Lust“, „ich mag nicht“. Das wird dann solange in stärker werdender Lautstärke wiederholt, bis die Hälfte der Klasse im Chor mitmacht.
In Klasse 4 sind sechs Jungs, drei Mädels. Dass da der Quatschfaktor hochliegt, dürfte selbstredend sein…
Nach den ersten drei Wochen habe ich nun den gleichen Effekt, wie in der Vorschule beobachtet. Langsam hören die Kinder zu, sie gewöhnen sich an mich. Mit Schmeichelein und Bestechungen raufen wir uns nun zusammen.

Stundenplan

Mein Stundenplan könnte besser sein, für die 13 Stunden fahre ich jeden Tag in die Schule. Wenn ich einen vollgepackten Tag (mit drei Stunden!) habe, hab ich zum Ausgleich auch gleich drei Freistunden. An den Tagen mit zwei Stunden kann ich früher nach Hause. Das läuft über einen Fahrer des Compounds der mich an der Schule abholt.

Die Tage müsste ein neuer Stundenplan kommen, warten wir es ab, wie sich die Sache entwickelt. Im Dezember bin ich von meinem Vertrag freigestellt, um unsere Hochzeitsreise antreten zu können. Ab Januar bin ich wieder eingeplant. Das war eine meiner Bedingungen, wenn ich die Stelle antreten sollte.

Ich freue mich auf die nächsten Stunden mit den Kindern. Eine gute Übung ist es in jedem Fall… 😉


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Hash House Harriers Wüstenwanderung

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Vorletztes Wochenende wurden wir spontan zu einem Hash Run aufgefordert. Der Hash wurde von den französischen Hash House Harriers organisiert. Bereits bei der Anfahrtskarte gab es Probleme, denn ab einem bestimmten Ort sollten Kreidemarkierungen den Weg weisen. Leider waren die Markierungen nicht dort wo wir suchten. Sie fingen eine Abzweigung vorher an, als auf der Karte angegeben. Um 16.30 Uhr sollte die Wanderung losgehen. Wir waren um kurz nach 3 losgefahren. Um halb 5 hatten wir den Ausgangspunkt jedoch noch nicht gefunden. Das Auto wurde schneller, die Stimmung gedrückter. Endlich entdeckten wir die Pfeile und der Hummer 2, in dem wir saßen machte sich bezahlt. Von der Straße ging es ab auf eine Piste, die diesen Namen gar nicht verdiente. Schlaglöcher, abgebrochene, halb unterspülte Straßen und Spurrillen reihten sich aneinander. Dank der guten Federung blieb es bei einem leichten Durchschütteln.

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20 Minuten nach offiziellem Start waren wir an der Versammlungsstelle und bekamen noch die letzten 2 Einführungssätze mit. Wir mussten uns noch auf einer Teilnehmerliste eintragen, dann ging es los. Die Gruppe dürfte ca. 70-90 Personen groß gewesen sein. Neben uns Wanderern gab es auch eine kleine Gruppe, ca. 10 Männer, engagierter Läufer.

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Zunächst kraxelten wir einen Berg hoch. Fürsorglich wurde ich von einem Engländer gefragt, ob ich wirklich die schwierige Strecke den Berg hochnehmen möchte. Es gäbe auch the easy way, den Berg unten herum.

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Nachdem wir ein Plateau überquerten, ging es wieder den Hang hinab.
Zwischendurch wurden wir immer mal wieder von den Sprintern überholt, die eine andere Strecke liefen. Wir durchquerten ein Tal und kletterten den nächsten Berg wieder hoch.

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Anstrengend war für mich hauptsächlich das ständige hoch und wieder runter. Zusammen mit der Hitze und dem beim Laufen zu wenig Trinken, machte mir mein Kreislauf etwas zu schaffen. Wär ich mal lieber den the easy way gelaufen… Oben auf dem Berg war der Rastplatz schon in greifbarer Nähe. Die Organisatoren hatten Wasser, Orangen und Wassermelonen mit dem Auto hergebracht. Mein Kopf muss wohl sehr rot gewesen sein, denn so viel Aufmerksamkeit von Männern bezüglich meiner Gesundheit kannte ich bis dato nicht. 🙂

Wie der Weg zum Ausgangspunkt, war auch die Wanderstrecke mit Kreidepfeilen gekennzeichnet. Jedoch waren diese wohl nicht ganz klar, denn die ersten der Wandergruppe hatten sich zwischenzeitlich verlaufen, was zu Lästereien über die Franzosen führte. Wie ich inzwischen gelernt habe ist das üblich, um die Gruppe beisammenzuhalten. Ob das aber für die Wüste auch gilt – wer weiß… 🙂
Nach einer kurzen Regeneration ging es weiter. Wir blieben, oh Wunder, auf dem Berg und stiefelten die Piste entlang. Dank der Orangen hatte ich wieder Energie getankt, um die restliche Strecke zu überleben, welche sich als kurz herausstellen sollte. Denn der vor uns laufende Jochen drehte sich schon bald jubelnd zu uns um. Es ging wieder hangabwärts und wir landeten bei den Autos. Hier gab es Sandwiches und Getränke für jedermann. Außerdem gegen eine kleine Spende gegrillte Würstchen.

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Insgesamt waren wir etwa eine Stunde unterwegs. Wobei die Pause nicht wie angekündigt nach der Hälfte sondern eher nach dreiviertel der Strecke war. Glücklicherweise hatte ich mir vor Beginn keine größeren Gedanken um Schlangen und Skorpione gemacht. Bekanntlich verstecken die sich ja gerne unter Steinen. Und gerade bei steinigen Hängen greift man ja doch mal an Steine um sich Halt zu suchen. Entweder hab ich friedliebende Tiere oder behausungsuntaugliche Steine erwischt. 🙂

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Nach Abschluss der Wanderung musste man einen zweiten Haken auf der Liste setzen um sich abzumelden. Damit soll sichergestellt werden, dass kein Teilnehmer in der Wüste verschollen bleibt. Es gibt eine Teilnahme-Gebühr in Höhe von 10 SAR, die die Unkosten decken sollen.

Nachdem wir wieder zurück im Compound waren sprangen wir noch in den Pool. Insgesamt ein schöner Abschluss eines Wochenendes.
Weitere Bilder natürlich wie immer in der Galerie: Riyadh Hash House Harriers


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Kurzurlaub in Bahrain

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Um 5 klingelte am Donnerstag der Wecker, wir wollten um halb 6 los fahren. Da die Hotelreservierung noch nicht ausgedruckt war, machten wir noch einen kurzen Halt bei der Firma. Um 6 Uhr waren wir dann auf der Autobahn Richtung Bahrain.

Prognostiziert wurde uns, dass wir rund 4 Stunden brauchen würden, mit einem schnellen Fahrer und nur einem Tankstopp schafften wir die Strecke zur Grenze in nur 3 Stunden. Um 9 Uhr waren wir am ersten Grenzposten und bekamen eine Bestätigung, dass wir berechtigt wären, mit dem Auto auszureisen. Am zweiten Häuschen wurde die Ausreise in das Visum eingestempelt. Weiter ging es mit einer Durchwinkstation. Damit hatten wir Saudi-Arabien verlassen. Auf der Bahraini-Seite ging es weiter mit der Zollstation, in der wir auch durchfahren durften. Als nächstes bekamen wir noch einen Einreise-Stempel in unseren Pass. Bei der Versicherung gab es eine kleine Verzögerung, da wir uns zunächst am falschen Schalter einreihten.
(Es stellte sich raus, dass wir noch eine Versicherung zu entrichten hatten, deshalb mussten wir rückwärts, an den wartenden Autos vorbei, zurücksetzen, um dann für 15 Rial eine 2 Tagesversicherung abzuschließen.)

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Die letzte Etappe nach Bahrain war der King Fahd Causeway, eine 26 km lange Brücke zwischen Saudi-Arabien und Bahrain. Übrigens verläuft die einzige Landesgrenze Bahrains auf der aufgeschütteten Grenzinsel. Des Weiteren ist die Brücke die einzige Landverbindung.

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Ohne ein feststehendes Sightseeing-Programm fuhren wir in Richtung Manama (Hauptstadt von Bahrain) Center und hielten an der ersten Mall, die wir finden konnten: der Harbour Mall, in der sich die Börse befindet. Die Mall ist unspektakulär, weshalb wir uns kurz darauf auf den Weg zum Gulf Hotel machten. Vorbei am Bahrain World Trade Center, das mit den drei Rotoren zwischen den Türmen sehr interessant aussieht.

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Da wir vor der offiziellen Eincheckzeit da waren, wurden uns lediglich Raucherzimmer angeboten, welche wir ablehnten. Mit dem Versprechen die Zimmer für uns zu reservieren und dass später die Schlüssel bereit liegen würden, traten wir, bewaffnet mit einem Stadtplan zur Stadterkundung an. Die nächste Station sollte das Nationalmuseum sein. Die Architektur des Museums ist, mit 3 zweistöckigen Waben, die von einer großen Halle abgehen, für sich schon interessant.

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Der Boden der großen Halle ist mit einem großen Satellitenbild Bahrains bedruckt. An den Wänden finden sich Erklärungen zu einzelnen interessanten Stellen, mittels farbigen Streifen wird man zu großen Schaukästen geführt, die Nachbildungen der Orte zeigen. Drückt man die Knöpfe an den Schaukästen leuchtet die passende Stelle im Schaukasten, sowie der Streifen auf dem Boden auf.
In den einzelnen Waben wird das Leben der Bahraini, mittels einem Dorf mit Moschee und einer Basargasse gezeigt. Des Weiteren wird die Geschichte Bahrains, verschiedene Schriftstücke und die Grabhügel der Bahrainis von vor zig Tausenden von Jahren, sowie Ausgrabungsstücke der 6000jährigen Geschichte Bahrains gezeigt.

Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir eine weitere Ausstellung. Die Wächterin der Ausstellung war eine Deutsche, die uns kurz begrüßte. Der Künstler ist der Schwiegersohn des Premierminister Bahrains. Derzeit malt er modern, was man mögen muss. Das Besondere sind die konvexen Leinwände. Am Ausgang wurden wir dem zufällig anwesendem Shaikh Rashid bin Khalifa Al Khalifa vorgestellt. Seine königliche Hoheit schüttelte uns die Hand und wir plauderten kurz über seine weiteren Pläne. Unter anderem plant er weiter mit konvexen Leinwänden zu arbeiten, die zusätzlich frei stehend oder mitten im Raum hängen sollen.
Sie meinte, wir dürfen uns nun längere Zeit nicht die Hände waschen. Im weiteren Gespräch gab sie uns noch einige Tipps, was wir uns anschauen könnten (Bab al Bahrain, den Souq, die große Moschee direkt neben dem Gulf Hotel und die Bahrain Formel 1 Strecke). Sie lebt seit 30 Jahren in Manama und verzweifelte etwas daran, dass wir mit den Straßennamen, die sie uns nannte nichts anfangen konnten.

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An ihre Empfehlungen hielten wir uns dann auch. Vom Museum fuhren wir zum Manama Souq, den wir durch den Bab al Bahrain, zu deutsch Tor zu Bahrain, betraten. Inzwischen war es etwa 2 Uhr und die meisten Läden hatten geschlossen. Vom Hunger getrieben liefen wir immer tiefer in diesen typischen arabischen Basar. Wir fanden ein „Tourist Restaurant“. Von außen eher abstoßend, doch vorgewarnt durch unsere Museumsbekanntschaft, die meinte, dass viele der besten Restaurants außen pfui, innen hui seien, betraten wir den Laden. Innen war auf ca. 19°C abgekühlt, so dass wir erst mal einen kleinen Schock bekamen. Wir bestellten ein scharfes Hähnchencurry, dazu gab es einen Teller voll Reis. Außerdem wurde Brot mit Joghurtsoße gereicht. Am Nebentisch wurde mit den Händen gegessen, doch uns wurde, elhamdulillah, Besteck gegeben. Als Nachtisch wurde uns Reisbrei aufgetischt. Das Ganze kostete 500 Fils, rund 1 Euro.

Zurück ging es zu dem privaten Parkplatz auf dem wir geparkt hatten. Der Wächter hatte wissen wollen, wie lange wir zu parken gedachten, bevor er uns lachend einen Platz zuwies. Leider war er bei unserer Abfahrt nicht auffindbar, so dass ihm sein Baksheesh durch die Lappen ging.

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Erledigt vom frühen Aufstehen und der Hitze zog es uns nun zum Hotel. Unsere Zimmer lagen im 5. Stock, mit einem schönen Blick über Manama und auf die Al-Fatih-Moschee. Leider waren die Scheiben mehr als dreckig. Die Zimmer waren gehoben, es gab eine Steuerungseinheit für alle Lampen am Bett.

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Außerdem natürlich in einer Schublade ein Pfeil in Richtung Mekka. Um 5 machten wir uns auf den Weg, diesmal zu Fuß, zur Moschee, die in erreichbarer Nähe zum Hotel liegt. Frontal auf sie zukommend entschieden wir uns links herum zu gehen, Murphy begleitete uns. Wären wir nach rechts gelaufen, wäre nach wenigen Metern ein Eingang gewesen, so liefen wir um den kompletten Komplex herum.

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Die Moschee ist Samstag bis Donnerstag von 9-16 Uhr geöffnet, als wir um halb sechs an den Eingang kamen wurde uns leider der Eintritt verwehrt, statt dessen bekamen wir zwei Infohefte über den Islam in die Hand gedrückt und wurden auf Samstag vertröstet. Wir entschieden zurück zum Hotel zu laufen und das Sightseeing für den Tag sein zu lassen. Auf Grund eines Missverständnis wurden die Zahnbürsten nicht eingepackt, weshalb wir uns die Shoppingmeile im Hotel gaben und Zahnbürsten und Postkarten kauften. Der Pool ist nett in einen chinesischen Garten eingebettet, ansonsten recht unspektakulär. Bezeichnend die vielen Wochenendtouristen, die am Pool lagen und Bier tranken.

Im Hotel gibt es alle möglichen Restaurants, von libanesisch, über chinesisch bis zu mexikanisch. Für halb acht Uhr hatten wir uns zum Essen verabredet, einen Tisch hatten wir nicht reserviert, doch es war kein Problem einen zu bekommen. Ob wir die Liveband um halb 10 hören wollten, wurden wir gefragt, dafür wären p.P. 20 BHD (rund 40 Euro) inklusive dem Essen fällig. Da wir aber, noch die Sherlock Holmes Bar aufsuchen wollten, blieb es beim Essen. Dieses war lecker. Auf der Speisekarte wurden wir aufgefordert im Wert von 16 BHD pro Person Essen zu bestellen. Bei Preisen von 2-6 BHD von Vorspeisen und Hauptgang nicht einfach. So blieben wir auch alle unter den geforderten 16 BHD (~32€), was aber im Nachhinein nicht als Problem auffiel. Dazu gab es eine leckere Flasche Weißwein.
Die Bar war ebenfalls ein Tipp der Museumsdame, preislich wie athmosphärisch auf deutschen Niveau. Auch hier gab es eine Liveband, während der Pause wurde die WM-Eröffnungsfeier gezeigt. Die Bar war WM tauglich mit den Fahnen der Teilnehmerstaaten, geschmückt. Müde beendeten wir den Abend nach nur einem Getränk.

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Wie im Compound gab es auch hier nur eine große Decke, was zu Kämpfen um dieselbe führt. Wir hatten die Klimaanlage angelassen, doch die Temperaturregelung war wohl kaputt, denn die eingestellten 24° fühlten sich eher nach 18° an. Auch das Ausschalten führte zu nichts, denn nach wenigen Minuten sprang sie wieder an. So war zumindest der Schlaf von Andi gestört durch das Rauschen der Klima und der Temperatur.

Das Buffett am Morgen war üppig und sehr lecker. Von Brot und Aufschnitt, von süßen Stückchen zu verschiedenen Joghurt über Müsli und Obst ging es zu Pancakes und dem herzhaften warmen Frühstück, wie Rührei und (Rinder-)Speck. Mit 9 BHD (18€) zwar angemessen aber bei Hotelpreisen von 70-80 BHD (140-160€) hätte das Frühstück ruhig im Preis inbegriffen sein dürfen.

Nach dem Auschecken steuerten wir Muharraq an, die kleine Nebeninsel Bahrains. Dort suchten wir den Souq, von dem uns zwar abgeraten worden war, aber in Ermangelung anderer Sehenswürdigkeiten brauchten wir was zu tun. Man will sich ja nicht direkt als Alkoholtouristouten, indem man morgens schon an der Grenze ist. 😉
Auf der Karte im Museum wurden verschiedene ältere Häuser hervor gehoben, in denen kleinerere Museen untergebracht sind, die das Leben eines Berufstandes zeigen. Wir fanden auch tatsächlich die Schilder dazu, doch ein Richtungspfeil ohne Schild am Haus reicht nicht aus für Westler. Nach zehn Minuten herumirren, entschieden wir uns zur Klimaanlage zurückzukehren, denn auch vormittags um 11 war es unerträglich heiß.

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Wir betrieben noch ein wenig Sightseeing aus dem Auto heraus. Bahrainis haben ebenfalls ein Faibel für Verkehrsberuhigungsbodenschwelle, auch speed bump in Saudi und hump in Bahrain genannt. Auf der Straße um die Insel herum war alle 200 m ein hump. Und damit man sie nicht umfahren kann, mit drei Pfosten neben der Straße. Ob das ein langer Lernprozess war? 😉

Nachdem wir glaubten alles gesehen zu haben machten wir uns auf den Weg zur Formel-1-Rennstrecke. Rein darf man nur, wenn das Rennen statt findet. Von außen recht schmucklos. Auf dem Weg zur Rennstrecke gab es immer wieder verschiedene Sehenswürdigkeitenschilder. Wir fuhren weiter zum Wildlife Park, der hatte jedoch um die Mittagszeit geschlossen und sollte um ein Uhr wieder aufmachen. In der Not, anderthalb Stunden überbrücken zu müssen, machten wir uns auf, den „Tree of Life“ zu suchen.

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Auf den Satellitenkarten war er leicht zu finden, mit dem Auto gestaltete sich die Suche schwieriger. Er war nämlich mal wieder nur einmal ausgeschildert. Auch die Karte, die wir bekommen hatten, war nicht hilfreich. Einige der Landesattraktionen waren an der falschen Stelle eingezeichnet. Da wir also auf der falschen Straße fuhren, kamen wir lediglich zum Öl-Museum und der ersten Ölpumpe des Landes. Das Museum schenkten wir uns, war eh geschlossen, von der Pumpe machten wir ein paar Bilder, um nach wenigen Augenblicken zu merken, dass es in der prallen Sonne heiß ist und wir wieder die Klimaanlage bemühten.

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Die Suche hatte aber zumindest die Zeit überbrückt, so dass wir zurück zum Wildpark gondelten. Dort gibt es neben Bauernhoftiere, Schafe, Ziegen, Rehe, auch ganz exotische Tiere wie Dromedare! 😉 Die Strauße waren neugierig, die Falken mussten für Fotoshootings herhalten, der Fennek (Wüstenfuchs) hatte ein zu kleines Gehege. Die Stachelschweine wurden mit Wildschweinen verwechselt, schliefen aber trotz dieser Beleidigung im Schatten weiter.

Nach einer kurzen Pause düsten wir zurück nach Manama, wobei schleichen treffender ist. Auf vielen Straßen in Bahrain ist die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h beschränkt.
Für unser Mittagessen entschieden wir uns für die CityCentre Mall, dort gab es auch einen Musikladen, in dem wir ein Clavinova angucken durften, dass billiger als in Deutschland zu haben war. Wenn die Unsicherheit mit dem Zoll nicht gewesen wäre, hätte man fast schwach werden können.

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An der Grenze ging es durch die ganzen Stationen zurück nach Saudi. Zunächst bekamen wir einen Zettel, der wohl bestätigte, dass wir mit dem Auto auch eingereist waren. Ausreise aus Bahrain, Einreise nach Saudi-Arabien, die Zollkontrolle und den Autozettel wieder abgeben. Klingt so einfach. Doch der Schock sollte noch kommen. Susannes Passnummer konnte von dem Bahraini nicht im Computer gefunden werden. Ob sie die Männer vom Flughafen abgeholt hätten. Mit Händen und Füßen wurde uns erklärt, dass wir uns an den Rand stellen sollten und Andi müsste die Passangelegenheit in einem Büro klären. Gesagt getan, Andi stieg aus und verschwand aus unserem Blickfeld. Dann fiel uns auf, dass die Pässe der Männer nicht zurückgegeben wurden, leichte Unruhe machte sich breit. Nach 15 Minuten warten kam Andi zurück zum Auto und hatte alle drei Pässe dabei. Elhamdulillah! Bei der Einreise war dem eintippendem Beamten ein Tippfehler unterlaufen. Dies konnte in der Passstelle behoben werden und am Autoschalter wurde dieser Umstand gewissenhaft gegengeprüft, bevor die Pässe ausgehändigt wurden.

Der Saudi am Einreiseschalter hatte wohl Gesprächsbedarf, denn er fragte in 2 Minuten drei mal nach dem Befinden um die Gegenfrage zu überhören. Am Einreiseschalter gab es schon Stau, der an der äußerst sorgfältigen Zollkontrolle lag. Jedes Auto musste anhalten, die Männer aussteigen, den Kofferraum aufmachen. Kontrolliert wurde nicht. Statt dessen gab es einen hübschen Stempel, dann wurde man weiter gewunken. Effektiv! Danach merkte man sofort, dass man es nun mit saudischen Autofahrern auf saudischem Boden zu tun hatte. Aus einer mach fünf Spuren, um am Schalter, der ausgelagert war, zurück zu einer Spur zu finden. Wir mussten den liebgewonnen Zettel mit Stempel wieder hergeben. Danach waren wir wieder allein gelassen mit den Chaotenfahrern, der chaotischen Ausschilderung und Straßenführung. Riad war selbstredend nicht ausgeschildert, so dass wir zunächst Richtung al-Khobar fuhren. Mit einem sooo vermissten U-Turn drehten wir uns zurück Richtung Riad und mit einem kurzen Tankstopp und einer Straßenkontrolle, gelangten wir sicher nach Hause. Wobei sicher in diesem Fall nicht selbstverständlich ist. Regelmäßiges Lichthupen, bis auf wenige Meter auffahren mit Tempo 180, rechts überholen bei hohem Tempo oder auch einfach links halb im Sand überholen. Willkommen auf saudischen Autobahnen, wenn es dunkel ist.

Um halb 10 rum, waren wir dann aber wieder bei unserem Panthern, die uns überglücklich begrüßten. Alle Bilder gibt es in der Bahrain Gallery.


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Wie im Kindergarten…

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…geht es in der Vorschule der deutschen Schule Riyadh zu. Dort bin ich seit Anfang des Monats als die neue Aushilfe bis zum Ende des Schuljahres eingestellt. Das heißt für mich, die Faulenzerei ist erst mal vorbei, wobei das Schuljahr am 30. Juni auch schon wieder endet.

Mein Wecker klingelt jetzt um kurz nach 6, um 7 holt mich der Schulbus ab. Die deutsche Schule ist in den Räumlichkeiten der französischen untergebracht. Durch die Sintflut Anfang Mai gab es große Schäden, so dass der Kindergarten vorrübergehend im Diplomatic Quarter untergebracht war. An meinem offiziellen ersten Arbeitstag hieß es direkt packen und zurück ziehen in die deutsche Schule.

In der Vorschule sind derzeit 11 Kinder, die gerade ihre Grenzen austesten – was auch sonst. Aber wir kommen soweit klar, die üblichen Streitigkeiten lassen sich meist schnell lösen. Unterstützung habe ich in der Kindergartenleiterin, die mir mit Rat und Tat zur Seite steht, was ich mit den Kindern machen kann.

Der Tagesablauf ist grob strukturiert. So gibt es hier eine feste Lernzeit, in denen die Kinder zum Beispiel Buchstaben schreiben lernen oder kleine Matheaufgaben lösen. Danach dürfen sie auf dem Hof toben. Einige würden sich liebend gerne davor drücken, da jetzt die Temperatur auch schon morgends um 9 auf über 40°C steigt. Um 12.50 endet hier der Kindergarten, die Kinder werden von ihren Nannys, Fahrern oder Müttern abgeholt.

Grundsätzlich gibt es hier gefühlt mehr Ansprüche an die Kinder, was sie in der 1. Klasse schon können müssen. Der Zahlenraum von 0-10 sowie das Alphabet sollte beherrscht werden. Viele der Kinder können bereits lesen und schreiben, wenn sie in die Schule kommen.

Ob ich im neuen Schuljahr weiter im Kindergarten oder der Vorschule arbeiten werde, wird sich wahrscheinlich in den nächsten zwei Wochen entscheiden.


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Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa – Der Nachfolger von Caveman

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Manchmal funktioniert Werbung dann doch. Vor kurzem hörten wir von „Hi Dad! Hilfe, endlich Papa“, dem Nachfolgestück zu Caveman. Letzteres hatten wir bereist 2007 besucht. Da nun für Hi Dad! wieder Esther Schweins Regie führte zöckerten wir nicht lange und besorgten uns Karten für das Stück im Theaterhaus in Stuttgart.

Das Stück spielt nach der Hochzeit von Tom und Heike, um deren Beziehung es in Caveman gegangen war. Tom, in unserem Fall dargestellt von Martin Luding, beschreibt, wie sein Leben nach der Hochzeit aussieht und das ja eigentlich alles so ist, wie es aus seiner Sicht sein soll. Wären da nicht die immer wiederkehrenden Fragen der Verwandschaft, wann es denn nun bei ihnen soweit wäre. Von da geht es dann Schlag auf Schlag und Tom findet sich in esoterischen Geburtsvorbereitungskursen wieder über die er gekonnt lästert. Es darf natürlich auch nicht fehlen, wie er während der Schwangerschaft aus Loyalität seine Figur der von seiner Partnerin anpasst und fordert, dass zukünftig schwangere Männer ebenso Komplimente für diese Leistung erhalten mögen. Es folgt die Geburt mit seinen Chlichés und Fassungslosigkeit, hinsichtlich des schnellen Rauswurfs aus der Klinik, wo Tom und Heike doch noch gar nicht wüssten, was sie jetzt alles beachten müssten.

Was nicht fehlen darf ist die ausführliche Schilderung des Schlafmangels und der daraus entstehenden Machtspielchen zwischen den beiden. Wer also verliert beim Kampf um das Aufstehen müssen, um das Kleine zu versorgen. Am Ende zeigt sich Tom aber natürlich versöhnlich und bestätigt auch das Cliché, dass Kinder eine Erfüllung darstellen 😉

Natürlich spielt auch Hi Dad! wie schon Caveman mit allen Clichés rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit mit dem Baby. Das aber sehr gekonnt. Dazu kam natürlich die Bühnenpräsenz eines Martin Luding, dem man natürlich die jahrelange Erfahrungen anmerkt. Allerdings merkt man auch, dass Luding die Rolle nicht nur spielt, sondern lebt. Das liegt wohl v.a. daran, dass Luding die letzten beiden Jahre mit seinem ersten Kind, genau die Erfahrungen machte, die er spielen soll und auch grade wieder in der Hochphase einer Schwangerschaft steckt. Somit also im Grunde weniger Theaterstück, als viel mehr vorgelebte Praxis- und Alltagserfahrung eines jungen Vaters 😉

Wer Caveman mochte, wird auch an Hi Dad! seinen Gefallen finden. Uns hat es jedenfalls schon gewisse Vorgeschmäcke mitgegeben 😉


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