Coffee and Tea-Boys

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Eine Besonderheit as der Arbeitswelt hier, die ich in dieser Form in Deutschland nicht kenne, sind die Coffee oder auch Tea-Boys.

Diese Angestellten gibt es in jeder etwas größeren Firma und sie sind nicht etwa primär Bedienung für Kunden, um Kaffee oder andere Getränke zu bringen. Vielmehr ist die Aufgabe, den Mitarbeitern „auf Bestellung“ ihre Getränkewünsche zu erfüllen. In der Regel handelt es sich dabei um Kaffee, Tee oder Wasser.

Die Coffee- oder Tea-Boys kommen oftmals als extrem ungebildete Arbeitskräfte aus Ländern wie Indien, Bangladesh und können entsprechend auch kaum Englisch. Und so dauert es dann auch oft länger, bis sie verstehen, was die speziellen Wünsche der einen und die Abneigungen der anderen sind.

Leider gibt es natürlich auch genügend Kollegen, die nicht nachvollziehen können, weswegen der Tea-Boys jetzt schon wieder Zucker in den Kaffee getan, obwohl man es ihm doch schon x-mal sagte. Andere Beschwerden gehen in die Richtung, wieso der Junge jetzt schon wieder nicht in der Küche ist, wo man doch gerade jetzt etwas trinken möchte…

Dabei ist Coffee-Boy tatsächlich schon ein Aufstieg in der Hierarchie.

Für mich ist die Situation mit den Jungs teilweise etwas zwiespältig. Aus Deutschland gewöhnt sich seinen Kaffee auch gerne selbst zu machen, will man den Jungs ja nicht vermitteln, dass ihre Arbeit nicht gewürdigt wäre und somit macht man den Kaffee dann halt mal nicht selbst, sondern wartet länger drauf, dass er einem gebracht wird. Man kann ihn ja auch mal wieder selbst machen, wenn die Küche gerade mal leer ist 😉


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Unterwegs auf neuem Eisen

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Einmal raus aus der Routine kommt man nicht mehr so schnell wieder rein. Hatte tatsächlich nicht erwartet, dass mich der Urlaub in Deutschland so aus dem Rhythmus wirft, dass hier mehr als 9 Wochen nichts mehr passiert. Wie auch immer 😉

Der Urlaub war natürlich schön, zumal er sich ja über Weihnachten, Neujahr und Geburtstag des Kleinen erstreckte.

Jetzt sind wir aber schon wieder weit über einen Monat zurück und zwischenzeitlich ist der Unterbau für dieses Blog sogar umgezogen. Vorher bei Strato auf Dual-Core und 1GB RAM, jetzt bei Hetzner und auf dem Host-System mit 8-Core und 32GB RAM. Aktuell läuft cratoo.de als OpenVZ VM mit Quad-Core und 4 GB RAM. Den Host nutzt sonst noch der ehemalige Nachbar und damit sollte auch auf die nächsten Jahre genug Reserve vorhanden sein. Bisher durfte ich schon feststellen, dass das System rund 30% mehr RAM nutzt und dafür der Swap noch immer bei <10 MB ist. Die 1GB des alten Systems waren wohl mittlerweile zu wenig. Dieses Mal wurde das Linux übrigens nicht per dd übertragen, sondern mittels rsync. Ich habe also mittels rsync in ein 12.04 ein 10.04 reingeschrieben und am Ende läuft das System sogar! 😉 Im Ernst, bis auf ein paar Anpassungen bzgl. falscher Symlinks auf nun neuere Libs gab es keine Probleme, wenn man mal davon absieht, dass dem System erst klar gemacht werden musste, dass es jetzt OS-virtualisiert in OpenVZ läuft (danke joschi).

Und jetzt weiter im Takt hier.


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Lotties Stoffwindeln

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Zufällig wurden wir durch einen Kollegen auf Stoffwindeln gebracht. Ursprünglich hatten wir diesbezüglich das Standard-Vorgehen mit Einweg-Windeln geplant. Da das System von Lotties aber überzeugend und v.a. praktikabel wirkte, dachten wir uns, dass Stoffe an der Haut und das Weniger an Umweltbelastung (bei der Windelherstellung wird wohl heftig viel Wasser verbraucht) die Investition wert wäre.

Die Windeln

Im Gegensatz zur üblich anzutreffenden Vorstellung handelt es sich bei den Lotties Windeln im Endeffekt um „Pampers“ in Stoffausführung und nicht um einfache Tücher, die noch zu binden wären oder ähnliches.
Die Windeln werden normal umgelegt und haben einen Klettverschluss, um das windeln einfach und unkompliziert zu machen. Zusätzlich kann innen noch ein Einlage gelegt werden, um die Saugkraft zu maximieren.
Darüber kommt dann noch ein dünnes Fließ, um später die „gröberen Spuren“ leichter entfernen zu können.

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Über diese Stoffwindelung wird eine atmungsaktive Kunststoffhose gezogen. Dies dient natürlich dazu, Feuchtigkeit innen zu halten 😉

Wir hatten zuerst Windeln der Größe S gekauft. Es gibt noch XS, die wären aber nach ein paar Wochen schon zu klein gewesen. S passte so von Anfang bis etwa 5. Monat. Danach wechselten wir von den einfachen Windeln auf sog. Tendy Windeln. Diese scheinen eine neuere Version der Windeln zu sein, da sie eine Art Reserve-Falte mitbringen und damit geeignet sind, um von Anfang bis Ende genutzt werden zu können. Da wir die Tendys erst bei der zweiten Bestellung bemerkten, haben wir die erste Bestellung im Endeffekt verschwendet, da wir direkt die Tendys hätten nehmen können. Wäre auch meine Empfehlung, falls jemand fragt womit man anfängt.

Unterschiede gibt es ebenfalls bei den Überhosen. In der ersten Bestellung hatten wir welche die wie die Windeln ebenfalls geklettet und nicht wie die größeren, einfach über gezogen wurden. Ursprünglich dachten wir auch, dass das besser sei, stellte sich aber als Irrtum heraus. Beides ist sich im Alltag ziemlich gleich. Und man kriegt beides gleich schnell hin, man hat ja schnell Übung 😉
Vorteile haben die Schlupfhosen jedenfalls: bei zunehmender Aktivität kann es vorkommen, dass der Klett an der Haut reibt. Abgesehen davon kriegen die Kleinen schnell raus, dass man Klettverschlüsse öffnen kann…

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Die Einlagen haben wir so gut wie nicht benutzt. Wir würden sie entsprechend nicht mehr in einer 1:1 Kombination mit den Windeln kaufen. Manchmal kann man die Einlagen zwar brauchen, aber im Endeffekt reichen da ein paar wenige.
Um die Nächte etwas ruhiger zu haben, kamen bei uns Nachts „normale Pampers“ zum Einsatz, so dass hier die Einlagen auch nicht gebraucht wurden.

Als Mengen würden ich 20 Windeln und 5 Überhosen empfehlen und ggf. noch 5 Einlagen. Das reicht um nicht jeden Tag waschen zu müssen.

Fazit

Ob sich die Stoffwindeln finanziell lohnen bin ich mir nicht so sicher und wenn dann erst nach dem zweiten Kind. Auch hier in Saudi liegen Windeln bei rund 12-20 Cent und wenn man es, selbst mit vielfach Windeln am Tag hochrechnet, ist es bei einem Kind noch günstiger mit Pampers zu windeln.
Andererseits tut man natürlich der Umwelt etwas gutes 😉 Beim zweiten Kind kann man es auch nutzen und man sagt mit Stoffwindeln würden Kinder schneller trocken. Diesbezüglich glaube ich aber eher, dass das einfach von Kind zu Kind zu unterschiedlich ist.


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Einkaufslogistik Irrsinn

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Mehr aus Spaß hatte ich seinerzeit über ein vermeintliches Nutella-Embargo geschrieben, aber mit 3 Wochen hielt sich ein Lieferengpass von Nutella sogar noch in Grenzen.

Das kann man mittlerweile über verschiedene andere Produkte des täglichen Bedarfs im örtlichen Carrefour nicht mehr sagen.
Das ein ordentliches Müsli teilweise schwer zu bekommen ist, daran hatte ich mich ja schon gewöhnt und man kauft entsprechend auf Vorrat, wenn denn mal welches da ist. Ich vermute ja stark, dass das alle so machen, was wiederum der Grund sein könnte, warum es entsprechend schnell weg ist. Simples Angebot-Nachfrage Problem 😉

Zuletzt gab es dann regelmäßig keinen Humus (Kichererbsenbrei) an der Frischetheke, keinen Käse oder Magarine.

Einmalig wäre das ja alles nachzuvollziehen, aber man kriegt das hier in Gesprächen teilweise wiederholt mit, dass viele schon davon sprechen, dass es Glück ist bestimmte Dinge zu erhalten. Und ich frage mich manchmal woran es liegt, dass ein riesiger weltweit vertretener Supermarkt seine Logistik sowas von nicht auf die Reihe bekommt. Oder aber es liegt an Import-Problemen hier im Land.

Wie auch immer, es ist nervig und die Lösung man solle zu einem anderen Supermarkt fahren (40 Minuten eine Strecke), finde ich schon ein Armutszeugnis für die hiesige Logistik 😉


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Anordnung zum Einsatz von Arabisch und dem Hijri-Kalender

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Mal wieder etwas zu lokalen Nachrichten und Themen die die saudische Welt bewegen (oder auch nicht).

Auf Facebook fragte mich jemand, ob es wahr ist, dass die Tage eine offizielle Anordnung ergangen ist, dass zukünftig in der öffentlichen Verwaltung oder auch Hotels nur noch arabisch gesprochen werden soll, sowie der arabische Mondkalender zu benutzen sei.

Diese Anordnung gibt es tatsächlich, ist meines Erachtens nach aber realitätsfremd und v.a. überflüssig. Zum einen ist es so, dass man im Zusammenhang mit Behörden sowieso alles auf arabisch erledigen muss und auch immer ein Datum des Hijri-Kalender mit im Spiel ist. Andererseits können v.a. Ladenbesitzer vielfach schlicht kein arabisch und auch nur schlecht englisch. Und zu glauben, dass diese plötzlich durch fliessend arabisch sprechende Angestellte ersetzt werden könnten, ist doch relativ unrealistisch.

Natürlich verstehe ich Intention dahinter, dass man lokale Gegebenheiten und Sprache fördern und erhalten möchte, aber vielfach dürfte das hier sehr schwer werden umzusetzen. In Deutschland ist das mit der eigenen Sprache ja auch so eine Sache. Man denke da an die Schwaben, Bayern, Sachsen oder Pfälzer 😉

Alles bleibt hier also beim alten und viel Wind um wenig.


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