Von einer Tour durch Riyadh

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Ich habe ja schon ein paar Worte zum Verkehr in Riyadh während Ramadan verloren. Allerdings kann so was auch im normalen Alltag einfach nur irre sein.

Vor einer Weile hatte ich mir selbst die Aufgabe gestellt 2 Festplatten und Kleinkram im örtlichen Baumarkt zu kaufen. Das ist zwar eine relativ ordentliche Strecke von ~40 km, v.a. wenn man bedenkt, dass das nur innerstädtisch ist, aber trotzdem sollte es in 2 Stunden zu schaffen sein. Vorweg, war es nicht.

Zum einen war natürlich Abstimmung mit den Gebetszeiten nötig, so dass ich während dem Spätnachmittag-Gebet zum ersten Laden fuhr. Vor Ort fand ich wie üblich nicht das gewünschte und war zudem noch zu schnell fertig. Geplant hatte ich nämlich während des Abend Gebetes den Weg zu Jarir zu fahren, um dann ohne weitere Gebetsunterbrechung zum Computer Souq in der Nähe des Kingdom Towers weiter zu fahren.

Ich schaffte es dann sogar noch vor dem Beginn des Frühabend-Gebetes in den Jarir und fand dort natürlich auch nicht was ich wollte. Jetzt konnte ich zwar in Ruhe über das Gebet zum Computer-Souq fahren, dabei war ich aber natürlich nicht alleine. Denn interessanterweise sind während des Gebets die Straßen voller als sonst. Also Stau, soweit man sehen konnte.

An einer Ampel durfte ich dann auch mal wieder Bekanntschaft mit der Rücksichtslosigkeit der hiesigen Fahrer machen. Jemand vor mir wollte zurücksetzen, um in eine Parallel-Service-Road zu wechseln, in welcher ein ATM war. Blöd war nur, dass hinter mir bereits jemand war und ich so nicht zurücksetzen konnte. Juckte meinen Vordermann aber nicht. Alles hupen half nichts und er fuhr von vorne auf mich auf. Da sag noch einer beim Auffahren wäre immer der Hintermann schuld. Nachdem es physisch nicht mehr weiterging, hatte er es wohl begriffen und fuhr, als die Ampel grün wurde sogar nach vorne. Schaden entstand keiner und selbst bei einem Lackschaden hätten Diskussionen in einer solchen Situation nicht geholfen.

Am Olaya Computer Souq angekommen schlug ich mich durch die verschiedenen Läden. Im ersten Laden wollte man schlappe 220 Euro für eine 2GB Platte, die in Deutschland 110.- gekostet hätte. Natürlich keinerlei Verhandlungsspielraum. Der Laden war im Gegensatz zu den anderen sehr leer, warum wohl…

Der zweite Laden, in Mitten des Souq, wollte 110 Euro. Und ja er meine das ernst, billiger könne er wirklich nicht, erwiderte er auf meinen, ob des vorherigen Geschäfts, ungläubigen Blickes. Als ich dann zwei kaufen wollte, freute er sich einen Ast (wohl doch noch bisschen Spielraum ;)) und schickte seinen Kollegen los. Damit hieß es warten und warten. Etwa 15 Minuten.

Er kam zurück mit zwei unterschiedlichen Modellen desselben Herstellers. Beide mit 2GB, die eine aber aus der ECO Serie und damit teurer. Letzteres wusste er aber offenbar nicht, denn preislich wären sie gleich gewesen. Da ich mir beim Einsatz im NAS nicht sicher war, ob die unterschiedlichen Modell ein Problem wären, wies ich auf meine Notwendigkeit hin und bot an, beide zu nehmen und im Falle eines Problems zum Tauschen wieder zu bringen. Er schickte seinen Kollegen lieber wieder weg, um das falsche Modell zu tauschen, so dass ich schlussendlich mit zwei Platten vom gleichen Typ zu einem passablen Preis den Laden verließ.

Auf dem Rückweg dann weiterhin der übliche Wahnsinn. Spurspringende Fahrzeuge mit Abständen unter 10 Zentimeter beim überholen. Dafür dürften die 3 Unfälle, die ich auf den 20km Rückweg sah sogar fast unterdurchschnittlich wenig gewesen sein.

Nach vier Stunden war ich wieder zu Hause. Alles in allem eine recht normale Tour durch Riyadh 🙂


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Halber Movember

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Für heute hatte ich eine Zusammenfassung des diesjährigen Riyadh Run Together geplant. So wie letztes Jahr auch. Aus gesundheitlichen Gründen hat es dieses Jahr leider nicht geklappt mitzulaufen.

Um aber zumindest etwas für den Aspekt der Krebsforschung zu tun, will ich dieses Jahr etwas zum Movember beitragen. Außerdem hatte ich mit ein paar Leuten gewitzelt, dass Training bei Schnee oder Sand ja quasi dasselbe wäre und wurde umgehend aufgefordert mit einer Daunenjacke in der Wüste zu laufen. Wenn also schon nicht mit einer Daunenjacke, will ich zumindest mit einem halben Movember beitragen.

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Ich hoffe dies Haarkunst gefällt 😉 Falls nicht, es gab da schonmal was ähnliches.


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Aufreger Frauen-Überwachung in Saudi-Arabien

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In der unregelmäßigen Reihe von Nachrichten um oder aus Saudi, heute ein Thema das sehr schnell hochkochte und dabei eigentlich schon lange aktuell ist: Überwachung von Frauen in Saudi-Arabien.

Allein die Überschrift, die man überall zu lesen bekommt, muss man bereits korrigieren. Es geht nicht nur um die Frauen, sondern um alle Angehörigen eines sog. Guardian oder Sponsors. Letzterer ist z.B. auch meine Firma für mich.

Prinzipiell benötigte seit jeher jede Frau die schriftliche Bestätigung ihres Mannes zur Ausreise. Liegt diese nicht vor, wird die Ausreise verweigert. Bei der Ausreise wird dann bei den Behörden hinterlegt, dass die Frau ausgereist ist und der Mann erhält neuerdings eine SMS mit der Information, dass die Frau oder der Angehörige ausgereist ist.

Dass diese SMS jetzt ankommt, liegt an der zuletzt in Verbindung mit der ID bei den Behören hinterlegten Mobilfunknummer, um Bürokratie zu reduzieren. Stichwort E-Government.

Die elektronische Erfassung über eine Ausreise gibt es bereits seit mindestens 2010, die Benachrichtigung aber erst jetzt, da die Verbindung zwischen persönlicher Ausweisnummer und Mobilfunknummer erst zuletzt geschaffen wurde. Abgesehen davon wurde die Benachrichtigung automatisch eingerichtet, statt der Einrichtung zustimmen zu müssen. Es ist also ein Opt-Out statt einem Opt-In.

Ursprünglich hat den ganzen Zusammenhang um die Überwachung von Frauen Ahmed Al-Omran zusammengefasst.


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St. Martin in der DSR

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Wie auch letztes gab es auch dieses Jahr wieder ein St. Martin Laternenlaufen in der deutschen Schule hier in Riyadh. St. Martin oder Hallamati wie es andernorts auch genannt wird ist ja eine ganz nette Tradition.

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Wir durften uns die Geschichte von St. Martin vorgespielt durch Kinder des Kindergarten und der Vorschule ansehen. Mit allem drum und dran, von fiesem einskalt blasendem Wind bis hin zu enthusiastisch seinen Mantel teilenden St. Martin war alles dabei 🙂

Anschließend durften die kleinen stolz ihre unterschiedlichsten Laternen eine Runde durch den Schulhof tragen. Auch hier wieder in jeder Form, von Laternen in Katzenform, mit einem Monstergesicht, als Drache, Burg oder einer traditionellen Laterne nachempfunden war alles dabei.

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Und auch wir hatten eine dabei; dank einer Nachtbastelaktion. Sogar mit derselben Laternenstange, wie ich sie von früher noch in Erinnerung hatte. 🙂 Eine zu St. Martin gehörende Backtradition gab es natürlich auch:

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Für die Kleinen war es natürlich das Größte, aber ich finde es auch ganz schön, dass hier einige tausend Kilometer weit weg von Deutschland, solche Traditionen aufrecht gehalten werden.


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Explosion in Riyadh

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Wir waren heute im Zoo hier, aber ursprünglich war ich mir nicht sicher, ob das eigentlich eine gute Idee ist.


Heute Morgen fand ich einen Tweet in meinem Eingang vor, ob ich auch von der Explosion geweckt worden sei.

Zuerst dachte ich an Spam, aber fand dann doch folgendes:

Und so ging es dann in einem fort in meiner Timeline. Viele Bilder gibt es auch noch bei rightnow.com.
Al Jazeera hat natürlich was.
Und ein weiteres Video.
Saudi Gazette hat ein Facebook Album mit vielen Fotos (keine Ahnung ob das Album ohne FB-Account geht).

Aktuelle Aussage ist, dass es sich um einen Unfall mit einem Tanklaster an einer Brücke handelt, bei dem ersterer dann in die Luft geflogen ist. Allerdings befindet sich wohl das National Guard HQ (also das HQ der könglichen Armee) in der Nähe des Unfallortes. Mal sehen wie sich das weiter entwickelt.

Wie gesagt, wir waren im Zoo und dort war alles mehr als normal uns geht es also gut.

Nachtrag 2.11.: Mittlerweile kam ein Artikel bei Spiegel Online zur Explosion und es sieht mehr und mehr so aus, als wäre es ein tragischer Unfall gewesen. Unabhängig von der zufälligen Nähe zu einer Polizei- und National Guard Station.


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