Es gibt Filme, die nimmt man sich vor auf jeden Fall im Kino anzusehen und dann wird es doch nichts. So ging es mir die letzten Jahre mehrfach, aber bei Avatar habe ich es schlußendlich doch noch geschafft. Und da ich vielfach las, dass der Film nur in 3D Sinn macht, musste es natürlich auch die Vorstellung mit der zusätzlichen Dimension sein. Wozu gibt es denn sonst den Kinotag? So waren es dann auch “nur” 9,50 Euro für einen Film mit Überlänge, was ich immer noch als zu teuer empfinde. Nunja.
War ich schon bei Up – Oben von den 3D Effekten ziemlich begeistert, so hat sich das mit Avatar um einiges verstärkt. Zum einen ist da natürlich der Unterschied, dass es sich bei Up um einen reinen Comic Film handelt. Das führt dazu, dass der Wiedererkennungswert nicht ganz so entsteht, wie es bei Avatar, einem Film aus der realen Welt, der Fall ist.
Zum anderen nutzt Avatar 3D nicht nur zum Effekt haschen (das natürlich auch), aber v.a. um das Gefühl aufkommen zu lassen, man befände sich tatsächlich mitten drin. Als Beispiel sei hier eine Szene genannt, in der Soldaten in einem Truppenstransporter sitzen. Durch 3D bekam ich das Gefühl der Enge, die in diesem Gefährt ohne Frage existiert auch gefühlt vermittelt. Und solche Momente lassen sich vielfach herausziehen.
Man merkt dem Film also an, dass er für 3D gemacht wurde, sprich die dritte Dimension schon in den Planungen für den Film drinsteckten, bevor es überhaupt an die kameratechnische Umsetzung ging.
Lässt man die dimensionalen Effekte außen vor und konzentriert sich auf die Bilder, ist auch hier Avatar beeindruckend. Die Umsetzung der Na’vi wirkt, so dass ich keine Sekunde darüber nachdachte, ob es diese Wesen wirklich gibt. Es gab keinen Augenblick, zu dem ich drüber nachdachte, “Moment das wurde ja in einer Blue/Greenbox gedreht, achte mal darauf, ob man Kanten bei der Kooperation zwischen realen und virtuellen Elementen erkennt”. Allein, dass mir dieser Gedanke erst nach Ende des Filmes beziehungsweise beim Schreiben dieses Artikel in den Kopf kommt, zeigt mir, dass die Umsetzung funktioniert hat.
Über die Story mag sich streiten wer will, mir hat sie gefallen und schlichtweg unterhalten. Es mag sein, dass sie Schwächen hat, mir sind allerdings keine aufgefallen. Vielmehr fand ich viele Details, wie z.B. die Verbindung der Na’vi mit ihren “Pferden” oder “Flugtieren” passend zum Gesamtkonzept des Leben der Na’vi im Einklang mit der Natur. Ansonsten geht es natürlich nur um einen anfangs patriotischen gebrochenen Soldaten, der über die Infiltration in die Na’vi seinen eigenen Einklang mit der Natur und natürlich auch die Liebe findet und schlußendlich auch für die Na’vi kämpft. Da aber die Mischung zwischen Effekten, Bildern und Story super passt ist Avatar für mich definitiv ein toller _Kino_Film. Ich vermute allerdings, dass er daheim nur halb so gut wirkt, so dass ich ebenfalls jedem raten würde James Camerons fürs Kino geschaffene Werk eben auch im Kino anzusehen. So denn er noch läuft
War nun schon einige Zeit her dass wir das letzte mal Kino waren. Aber zuletzt gabs einfach keine Filme, die wir uns leisten wollten. Das Preisleistungsverhältnis stimmt manchmal einfach nicht.
Gestern war dann die Neugier an einem 3D Film und das Interesse an Disneys Up / Oben groß genug, um den Weg in den Filmpalast zu finden.
Vom Film her war oben allein schon lohnenswert, aber die 3D Effekte waren einfach nur cool. Vor kurzem hatte ich bei Basicthinking gelesen, dass die 3D Filme die Zukunft des Kinos seien. Dem kann ich mich nun anschließen. 3D ist definitiv ein Mehrwert, den man so daheim noch nicht bekommen kann.
Oben
Oben an sich dreht sich darum, dass Carl seiner verstorbenen Frau Elly ihren letzten Wunsch erfüllen will und dafür ihr gemeinsames Haus mittels Helium Ballons an die Paradies Wasserfälle stellen möchte. Pixar schaffte es, die Hauptperson Carl in 5 Minuten Zusammenfassung seines Lebens mir so ans Herz zu legen, dass ich gerührt war. Sehr liebevoll gestaltet alles. Und das gute daran ist, dass die Story auch ohne 3D Effekte funktionieren würde. Im Grunde ein typischer Pixar Film eben.
Wenn man die Möglichkeit hat, sollte man die 3D Effekte zumindest austesten. Allerdings fand ich die Preise im Filmpalast extrem happig. Zum einen war das 5-Sterne-Ticket nicht erlaubt und zum zweiten wurden für zwei Personen nur für den Film 21,80 fällig. Meiner Meinung nach völlig überzogen und die Kinos bzw. die Filmindustrie schafft es allein durch die Preise sie die Leute wieder zu vergraulen, die dieses neue Erlebnis gerne erfahren würde.
3D Effekte
Darüber hinaus ist die dritte Dimension einfach nur beeindruckend. Im Falle von Oben wurden die Effekte schön mit Bedacht und ohne übertrieben zu wirken eingesetzt. Die Wasserfälle erhalten durch die Effekte die beeindruckende Tiefe, die einem wiederrum vermittelt, warum Carl und Elly dorthin wollten. Ingesamt also eine wirkliche Bereicherung für den Film.
Das schöne an den Effekten ist, dass sie auch bei richtigen Filmen funktionieren. Im Vorspann von Oben kam Werbung für G-Force – Agenten mit Biss. Einem Streifen rund um Meerschwein Geheimagenten. Und da hatte man dann mehrfach die typischen Effekte, dass was auf einen zugeflogen kam, oder dass einem die Schnauze eines Meerschweinchens aus der Leinwand heraus ragte. Obwohl die Szenen teilweise schnell waren, funktionierte das 3D einwandfrei.
Einziger Wermutstropfen für mich: Bei Querschwenks hatte ich teilweise den Eindruck, dass die Technik noch nicht 100% ausgereift ist. In diesen Situationen empfand ich ein störendes Flackern oder auch unruhiges Bild. Das kann aber auch an mir liegen
Technisch wird das 3D übrigens nicht über rot/grüne Brillen abgewickelt, sondern über unterschiedlich polarisierte Bilder, die dann je Brillenglas passend gefiltert werden, so dass jedes Auge nur das perspektivisch richtige Bild sieht. Zum Einsatz kommt dabei die sog. RealD-Technik. Dadurch treten auch keine Farbverschiebungen auf, die man bei rot/grün 3D Bildern öfter hat. Ohne Brille stimmt das Bild somit farblich auch und die 3 dimensionenalen Objekte/Bereiche im Bild sind schlicht unscharf, da die zwei Perspektiven einfach leicht verschoben übereinander liegen.
Fazit
Als Fazit bleibt also ein typischer Pixarfilm mit denen man meiner Meinung nach nie was falsch macht und eine neue 3D Technik die eine Bereicherung darstellt, im Moment aber aus “damit können wirs ja machen”-Gründen zu völlig überzogenen Preisen verkauft wird.