Gesehen: Inception, Sherlock Holmes und The Expendables

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In letzter Zeit haben wir uns Abends seit langem mal wieder die Zeit mit Filmen vertrieben. Was man eben tut, wenn der Pool zwar beheizt, aber die Außentemperatur etwas frisch nach dem Baden ist 😉

Inception

Inception Film Plakat Mit 8.9 Punkten als einer der besten Filme aller Zeiten ausgezeichnet, weckt das natürlich Erwartungen bevor man Inception überhaupt startet. Zudem hatte ich bewusst darauf verzichtet, mir irgendwelche Informationen über den Film, die Darsteller oder auch nur die Story durchzulesen. Das machte es mir zu Beginn aber auch Recht schwer in die Story einzusteigen. Wer es wie ich machen will, erst ab Fazi weiterlesen.

Prinzipiell geht es um einen Dieb, der mittels Technologien in die Träume der Opfer eindringt und durch Manipulation des Unterbewusstseins an die zu stehlenden Informationen gelangt. Dies wird Exception genannt. Da der Film aber Inception heisst, kann man sich ggf. denken, dass es im Hauptstrang des Films darum geht einem Opfer eine Idee einzupflanzen. Genauer der Sohn eines Unternehmers soll nach dessen Ableben die Idee haben, das Unternehmen zu zerschlagen und damit den Weg für seinen Konkurrenten frei zu machen.

Soweit zur Story. Die Idee, sich in die Träume anderer Menschen einzuklinken, erinnert mich irgendwie an Matrix. Was ja im ersten Moment nichts schlechtes sein muss. Ist es dann auch nicht. Die Story gefiel mir, aber v.a. die Umsetzung hat es mir angetan. Natürlich konnten sich die Macher frei austoben, wenn man erstmal von Grenzen der Physik befreit ist und so auch einfach mal Paris zusammenklappen kann. Ich hatte allerdings nie das Gefühl, dass die Effekte über der Story stehen. Teil der Story ist es auch, innerhalb der Träume in weitere Träume einzusteigen, um, verbildlicht, immer näher an den Kern des Unterbewusstseins zu gelangen. Interessante Überlegung. Ich warte nur darauf, dass ich von Träumen in Träumen träume und danach aufwache und mich frage, ob das jetzt der Film oder ich war. Womit wir auch beim Konzept des Totem sind. Als Möglichkeit herauszufinden, ob man sich innerhalb eines Traums befindet oder nicht – da kann man bei den vielen Ein- und Ausstiegen ja mal durcheinander kommen – haben die Protagonisten ein sog. Totem. Von diesem kennt nur der Inhaber seine besondere Eigenschaft, so dass dieses quasi als Realitätscheck dient, da das Totem in einem Traum vom Träumer kontrolliert wird und somit die besondere Eigenschaft nicht aufweist.

Fazit:
Die IMDB-Wertung verspricht meines Erachtens nicht zuviel und ich bin verwundert gewesen, dass Leonardo di Caprio tatsächlich in der Lage ist eine innere Zerissenheit darzustellen, die man ihm abnimmt. Die Effekte und die damit gemalte Story tun ihr übriges, so dass mir der Film wirklich gut gefallen hat.

Sherlock Holmes

Sherlock Holmes FilmplakatÜber Sherlock Holmes hatte ich im Vorfeld keine Bewertungen gelesen und erinnerte mich auch nur dunkel an den Trailer, den ich aber in guter Erinnerung hatte. Mit Robert Downey Jr. in Form von Holmes und Jude Law als Dr. Watson wurden zwei Hauptdarsteller gewählt, die in der Form, in welcher die beiden Charaktere in diesem Film auftreten, ziemlich passend besetzt sind. Holmes der alles auf einen logischen Nenner bringen will und dem es gleichzeitig konstant an Herausforderung fehlt. Gelangweilt könnte in diesem Film als seine Grundeigenschaft genannt werden. Aber natürlich nur so lange er nicht durch seinen Widersacher Lord Henry Blackwood herausgefordert wird. Dann blüht er zu seiner Höchstform auf und das immer mal wieder mit lockeren Sprüchen und logischsten Herleitungen 🙂

Diese Neuauflage einer Sherlock Holmes Verfilmung muss sich sicher ankreiden lassen, dass sie nicht im Stile der ursprünglichen Romanvorlage umgesetzt wurde. Ganz Hollywood-like gibt es viel Explosives. Mir hat das aber gefallen und ich finde nicht, dass die Action dem Film schadet.

Fazit:
Die Besetzung mit Downing und Law gefällt mir außerordentlich gut. Leider ist die Story teilweise schon durchschaubar. Andererseits kann man sich zu Beginn sicher schon denken, dass Holmes nicht den ersten Fall in diesem Film nicht lösen wird 😉
Da mir die Umsetzung auch gefallen hat, bin ich gespannt, ob die Andeutung des nächsten Gegners Professor Moriarty, wie zu vermuten in einem weiteren Film mündet 🙂

The Expendables

The Expandables Film PosterSchlussendlich The Expendables. Im Endeffekt bleibt er genau der Zusammenfassung treu, die ich irgendwann Mal über den Film gelesen habe, als er noch im Kino war: eine Reminiszenz an die Action-Filme der 80er Jahre und auch mit den Schauspielern der 80er. Ich habe in den 80ern noch keine Action-Filme gesehen, aber in den 90ern sicher etwas aufgeholt. Daher würde ich diesen Satz auch einfach unterschreiben.

Man sieht den Darstellern ihr Alter natürlich an, aber im Endeffekt machen sie das was sie früher auch getan haben und das mit einem Augenzwinkern und den bekannten coolen Sprüchen zu (fast jeder Action). Natürlich wird an allen Stellen übertrieben bis zum geht nicht mehr, aber so waren die 80er ja auch. Nicht dass das heute anders wäre.

Die Story sollte man im Endeffekt vergessen beziehungsweise als Hintergrundrauchen akzeptieren, denn die entspricht im Grunde auch den üblichen Storys aus 80er-Action-Filmen 😉 Habe ich schon erwähnt, dass der Film irgendwie wie aus den 80ern…. ach lassen wir das 🙂

Fazit:
Wer also mal wieder einen Film mit Stallone, Schwarzenegger, Lundgren und einigen jüngeren Action-Stars sehen will, kann sich hier ganz gut berieseln lassen.

Jetzt geht das Überlegen los, was man sich sonst so mal anschauen könnte. Jemand eine Idee oder Vorschlag?

Bilder: Wikipedia


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Rettung der Chilenischen Bergbauarbeiter

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Heute Morgen durfte ich als Erstes lesen, dass die 33 verschütteten chilenischen Bergbauarbeiter allesamt gerettet wurden. Neben der Freude für die Familien, gesellte sich noch Erleichterung dazu. Als wir uns für unsere Hochzeitsreise in die Atacama-Wüste entschieden, waren die Bergleute schon seit 14 Tagen eingeschlossen. Als sich abzeichnete, dass sich die Rettung bis Dezember hinziehen sollte, stellte sich mir die Frage, wie soll ich unbeschwert meine Flitterwochen genießen, wenn „unter mir“ 33 Bergleute um ihr Leben bangen müssen. Irrational eigentlich, da wir hunderte Kilometer von der Unglücksstelle entfernt sein werden. Nun da die Rettungsarbeiten abgeschlossen sind, freue ich mich um so mehr auf die Atacama-Wüste mit ihrer genialen Landschaft.

Ob die Rettung nun eine technische Meisterleistung oder Wunder war, muss jeder für sich entscheiden, dazu hat eh jeder eine eigene Meinung. Ich für meinen Teil bin froh, wenn ich so eine Erfahrung nie machen muss.

Zum Abschluss noch der SWR3-Comix Stoiber, der die Rettung der Chilenen erklärt. Er hat es ganz richtig erkannt, die Häschen in der Grube brauchen 10 Minuten von Chile nach Stuttgart, oder war es doch der Münchner Flughafen? 😉




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Stuttgart 21 als Ventil aktueller Politik

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Wo fängt man bei Stuttgart 21 oder auch #s21 an und wo hört man auf? Ich muss zugeben, mit den Fakten hinsichtlich des Projektes bin ich nicht zu 100% vertraut, aber alles was ich bisher gelesen und gehört habe, deutet auf ähnliche Verhältnisse hin wie bei der Karlsruher Kombilösung. Ähnliche Kostenexplosionen und ähnliche Uneinigkeit seitens der Bevölkerung mit der Politik hinsichtlich des Sinn und Zweck der Maßnahme.

Nichtsdestotrotz wird S21 derzeit vorangetrieben, da es ja vollständig wieder und wieder ausgiebig demokratisch legitimiert sei. Da frage ich mich, wie es dann zu einer solchen Aktion wie gestern im Schlosspark in Stuttgart kommen konnte.

Alles deutet für mich darauf hin, dass dort friedlich demonstriert wurde. Eine ihrem Gewissen verpflichtete Polizei, hätte die Reißleine ziehen und deeskalierend eingreifen müssen. Deeskalierend wäre in diesem Fall meiner Meinung nach gewesen, das Fällen der Bäume nicht durch die Räumung zu ermöglichen. So wurde nun ein „unnötiger“ Teil des Bauprojekts vollzogen anstatt auf einen Volksentscheid zu warten.

In Summe bleibe ich fassungslos zurück, wie es passieren kann, dass eine ursprünglich als Schülerdemo gestartete Aktion dazu führt, dass sogar Spiegel Online von einem Bürgerkrieg spricht.

DPA legt nach: Verletzter in Stuttgart. #s21  on Twitpic

Der Mann auf dem Bild, hat bei der Demonstration soweit ich das verstanden habe sein Augenlicht verloren…

Wenn man sich im selben Zusammenhang die Aufregung um Neuberechnung von Hartz IV und die Verlängerung der Atomkraft über den Willen der Bürger hinweg ansieht, braucht man sich meiner Meinung nach nicht wundern, dass sich ein ungesundes Sarrazin-Klima entwickelt. Also ein Klima, in welchem die Leute sich von der Politik schlichtweg verarscht vorkommen und daher für Bauernfänger wie Sarrazin empfänglich sind.

Das Video von Baden-Württembergs Innenminister und seine Aussage, dass Mütter und Väter ihre Kinder quasi als Schutzschilder benutzt hätten. Einfach nur perfide derartiges zu sagen.

Lesenswert ist auch noch die Zusammenstellung vieler Tweets zu #S21 bei Fixmbr. Ebenfalls eine umfangreiche Zusammenstellung findet sich bei Opalkatze.
Jetzt hoffen, dass es heute Abend in Stuttgart gemäßigter und wirklich verhältnismäßiger zugeht.

Nachtrag: Am 9. Oktober findet in der deutschen Botschaft ein Empfang zum Tag der deutschen Einheit statt. An diesem Empfang wird Stefan Mappus (CDU), bekanntlich Baden-Württembergs Ministerpräsident, hier in Riyadh teilnehmen. Bin mal gespannt, ob es in irgendeiner Form, Reaktionen auf die aktuelle Situation in Stuttgart gibt, oder ob das nur freundliches Schulter klopfen wird. Wir haben dazu, auf Grund von Susannes Tätigkeit in der deutschen Schule, auch eine Einladung. Wir werden uns das jedenfalls ansehen 🙂


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Neue Arbeit für Frauen

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Es bewegt sich was in Saudi-Arabien. Bisher war es uns Frauen hier nur erlaubt in Erziehungs- und Medizinischen Berufen zu arbeiten. Die Banken haben Ladies Sections in denen die Frauen nur von Frauen bedient werden. Das gilt auch für die Ladies Sections in Einkaufscentern, in denen es teilweise Läden gibt, in denen Frauen kassieren. Für Weißnasen gibt es auch mal Bürojobs, allerdings wohl eher inoffiziell.  Auch in den Botschaften können Frauen hier arbeiten. Nun kommt jedoch ein neuer Beruf hinzu. Bei h, eine der vielen Supermarktketten hier in Saudi, gibt es seit neuestem weibliche Kassiererinnen. Leider nur in Jeddah, wo es ja schon ein wenig offener zugeht als hier in Riad. Natürlich war der Aufschrei bei den Konservatisten groß, doch der neue Vorsitzende der Savola Group, ist der saudische Arbeitsminister, mit der schützender Hand des Königs. Ebenfalls gibt es seit letztem Jahr eine weiterführende gemischte Schule, nachdem die Universität ja auch schon für weibliche Studenten geöffnet wurde.

Diese Meldung schaffte es sogar in die deutsche Presse. Bereits nach einem Tag wurde ein Dementi verbreitet. Es wäre eine Fatwa ausgesprochen, außerdem zum Boykott aufgerufen, die Kette würde einen Rückzieher machen, die Frauen dürften doch nicht an die Kasse. Nur, das stimmt so nicht ganz. Ja, eine Fatwa wurde ausgerufen allerdings eine nicht autorisierte und ist damit hinfällig. So wurden die Frauen auch nicht in andere Abteilungen versetzt. Im Gegenteil eine zweite Supermarktkette namens Marhaba stellt ebenfalls weibliche Kassiererinnen ein und HyperPanda möchte mehr Frauen einstellen.

Um kein falschen Eindruck zu erwecken, die Frauen werden vollverschleiert hinter den Kassen stehen. Die Geschlechtertrennung wird weiterhin aufrechterhalten. Denn die Damen werden in Familiy Sections kassieren. Einzelne Männer werden also keine Möglichkeit haben einen Blick auf die Ladies zu werfen.

Natürlich wird noch viel Überzeugungsarbeit zu leisten sein. Es gibt viele Gegenstimmen. Ein Argument ist zum Beispiel, dass die Arbeitslosenrate so hoch sei, dass die Frauen den Männern nicht die Arbeit wegnehmen sollen. Die Befürchtung, dass saudische Männer jetzt noch fauler werden wurde geäußert. Die Angst, dass die Frauen genervt von der Verschleierung sein werden und sie ablegen klingt durch. Dann wäre es ja nur noch ein kleiner Schritt bis die Frauen auch anfangen würden Auto zu fahren!!! Doch genauso vehement wird der Schritt gelobt. Ob sich das bis nach Riad durchsetzt scheint fraglich, da wir hier doch im strengeren Teil des Landes leben.

Jetzt müssen wir wohl mal nach Jeddah fahren, um bei Panda und Marhaba einzukaufen 🙂


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Hi Dad! Hilfe. Endlich Papa – Der Nachfolger von Caveman

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Manchmal funktioniert Werbung dann doch. Vor kurzem hörten wir von „Hi Dad! Hilfe, endlich Papa“, dem Nachfolgestück zu Caveman. Letzteres hatten wir bereist 2007 besucht. Da nun für Hi Dad! wieder Esther Schweins Regie führte zöckerten wir nicht lange und besorgten uns Karten für das Stück im Theaterhaus in Stuttgart.

Das Stück spielt nach der Hochzeit von Tom und Heike, um deren Beziehung es in Caveman gegangen war. Tom, in unserem Fall dargestellt von Martin Luding, beschreibt, wie sein Leben nach der Hochzeit aussieht und das ja eigentlich alles so ist, wie es aus seiner Sicht sein soll. Wären da nicht die immer wiederkehrenden Fragen der Verwandschaft, wann es denn nun bei ihnen soweit wäre. Von da geht es dann Schlag auf Schlag und Tom findet sich in esoterischen Geburtsvorbereitungskursen wieder über die er gekonnt lästert. Es darf natürlich auch nicht fehlen, wie er während der Schwangerschaft aus Loyalität seine Figur der von seiner Partnerin anpasst und fordert, dass zukünftig schwangere Männer ebenso Komplimente für diese Leistung erhalten mögen. Es folgt die Geburt mit seinen Chlichés und Fassungslosigkeit, hinsichtlich des schnellen Rauswurfs aus der Klinik, wo Tom und Heike doch noch gar nicht wüssten, was sie jetzt alles beachten müssten.

Was nicht fehlen darf ist die ausführliche Schilderung des Schlafmangels und der daraus entstehenden Machtspielchen zwischen den beiden. Wer also verliert beim Kampf um das Aufstehen müssen, um das Kleine zu versorgen. Am Ende zeigt sich Tom aber natürlich versöhnlich und bestätigt auch das Cliché, dass Kinder eine Erfüllung darstellen 😉

Natürlich spielt auch Hi Dad! wie schon Caveman mit allen Clichés rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit mit dem Baby. Das aber sehr gekonnt. Dazu kam natürlich die Bühnenpräsenz eines Martin Luding, dem man natürlich die jahrelange Erfahrungen anmerkt. Allerdings merkt man auch, dass Luding die Rolle nicht nur spielt, sondern lebt. Das liegt wohl v.a. daran, dass Luding die letzten beiden Jahre mit seinem ersten Kind, genau die Erfahrungen machte, die er spielen soll und auch grade wieder in der Hochphase einer Schwangerschaft steckt. Somit also im Grunde weniger Theaterstück, als viel mehr vorgelebte Praxis- und Alltagserfahrung eines jungen Vaters 😉

Wer Caveman mochte, wird auch an Hi Dad! seinen Gefallen finden. Uns hat es jedenfalls schon gewisse Vorgeschmäcke mitgegeben 😉


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