18
Mai
2010

Manchmal funktioniert Werbung dann doch. Vor kurzem hörten wir von “Hi Dad! Hilfe, endlich Papa”, dem Nachfolgestück zu Caveman. Letzteres hatten wir bereist 2007 besucht. Da nun für Hi Dad! wieder Esther Schweins Regie führte zöckerten wir nicht lange und besorgten uns Karten für das Stück im Theaterhaus in Stuttgart.

Das Stück spielt nach der Hochzeit von Tom und Heike, um deren Beziehung es in Caveman gegangen war. Tom, in unserem Fall dargestellt von Martin Luding, beschreibt, wie sein Leben nach der Hochzeit aussieht und das ja eigentlich alles so ist, wie es aus seiner Sicht sein soll. Wären da nicht die immer wiederkehrenden Fragen der Verwandschaft, wann es denn nun bei ihnen soweit wäre. Von da geht es dann Schlag auf Schlag und Tom findet sich in esoterischen Geburtsvorbereitungskursen wieder über die er gekonnt lästert. Es darf natürlich auch nicht fehlen, wie er während der Schwangerschaft aus Loyalität seine Figur der von seiner Partnerin anpasst und fordert, dass zukünftig schwangere Männer ebenso Komplimente für diese Leistung erhalten mögen. Es folgt die Geburt mit seinen Chlichés und Fassungslosigkeit, hinsichtlich des schnellen Rauswurfs aus der Klinik, wo Tom und Heike doch noch gar nicht wüssten, was sie jetzt alles beachten müssten.

Was nicht fehlen darf ist die ausführliche Schilderung des Schlafmangels und der daraus entstehenden Machtspielchen zwischen den beiden. Wer also verliert beim Kampf um das Aufstehen müssen, um das Kleine zu versorgen. Am Ende zeigt sich Tom aber natürlich versöhnlich und bestätigt auch das Cliché, dass Kinder eine Erfüllung darstellen ;)

Natürlich spielt auch Hi Dad! wie schon Caveman mit allen Clichés rund um Schwangerschaft, Geburt und die Zeit mit dem Baby. Das aber sehr gekonnt. Dazu kam natürlich die Bühnenpräsenz eines Martin Luding, dem man natürlich die jahrelange Erfahrungen anmerkt. Allerdings merkt man auch, dass Luding die Rolle nicht nur spielt, sondern lebt. Das liegt wohl v.a. daran, dass Luding die letzten beiden Jahre mit seinem ersten Kind, genau die Erfahrungen machte, die er spielen soll und auch grade wieder in der Hochphase einer Schwangerschaft steckt. Somit also im Grunde weniger Theaterstück, als viel mehr vorgelebte Praxis- und Alltagserfahrung eines jungen Vaters ;)

Wer Caveman mochte, wird auch an Hi Dad! seinen Gefallen finden. Uns hat es jedenfalls schon gewisse Vorgeschmäcke mitgegeben ;)


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10
Feb
2010

avatar-aufbruch-pandoraEs gibt Filme, die nimmt man sich vor auf jeden Fall im Kino anzusehen und dann wird es doch nichts. So ging es mir die letzten Jahre mehrfach, aber bei Avatar habe ich es schlußendlich doch noch geschafft. Und da ich vielfach las, dass der Film nur in 3D Sinn macht, musste es natürlich auch die Vorstellung mit der zusätzlichen Dimension sein. Wozu gibt es denn sonst den Kinotag? So waren es dann auch “nur” 9,50 Euro für einen Film mit Überlänge, was ich immer noch als zu teuer empfinde. Nunja.

War ich schon bei Up – Oben von den 3D Effekten ziemlich begeistert, so hat sich das mit Avatar um einiges verstärkt. Zum einen ist da natürlich der Unterschied, dass es sich bei Up um einen reinen Comic Film handelt. Das führt dazu, dass der Wiedererkennungswert nicht ganz so entsteht, wie es bei Avatar, einem Film aus der realen Welt, der Fall ist.
Zum anderen nutzt Avatar 3D nicht nur zum Effekt haschen (das natürlich auch), aber v.a. um das Gefühl aufkommen zu lassen, man befände sich tatsächlich mitten drin. Als Beispiel sei hier eine Szene genannt, in der Soldaten in einem Truppenstransporter sitzen. Durch 3D bekam ich das Gefühl der Enge, die in diesem Gefährt ohne Frage existiert auch gefühlt vermittelt. Und solche Momente lassen sich vielfach herausziehen.
Man merkt dem Film also an, dass er für 3D gemacht wurde, sprich die dritte Dimension schon in den Planungen für den Film drinsteckten, bevor es überhaupt an die kameratechnische Umsetzung ging.

Lässt man die dimensionalen Effekte außen vor und konzentriert sich auf die Bilder, ist auch hier Avatar beeindruckend. Die Umsetzung der Na’vi wirkt, so dass ich keine Sekunde darüber nachdachte, ob es diese Wesen wirklich gibt. Es gab keinen Augenblick, zu dem ich drüber nachdachte, “Moment das wurde ja in einer Blue/Greenbox gedreht, achte mal darauf, ob man Kanten bei der Kooperation zwischen realen und virtuellen Elementen erkennt”. Allein, dass mir dieser Gedanke erst nach Ende des Filmes beziehungsweise beim Schreiben dieses Artikel in den Kopf kommt, zeigt mir, dass die Umsetzung funktioniert hat.

Über die Story mag sich streiten wer will, mir hat sie gefallen und schlichtweg unterhalten. Es mag sein, dass sie Schwächen hat, mir sind allerdings keine aufgefallen. Vielmehr fand ich viele Details, wie z.B. die Verbindung der Na’vi mit ihren “Pferden” oder “Flugtieren” passend zum Gesamtkonzept des Leben der Na’vi im Einklang mit der Natur. Ansonsten geht es natürlich nur um einen anfangs patriotischen gebrochenen Soldaten, der über die Infiltration in die Na’vi seinen eigenen Einklang mit der Natur und natürlich auch die Liebe findet und schlußendlich auch für die Na’vi kämpft. Da aber die Mischung zwischen Effekten, Bildern und Story super passt ist Avatar für mich definitiv ein toller _Kino_Film. Ich vermute allerdings, dass er daheim nur halb so gut wirkt, so dass ich ebenfalls jedem raten würde James Camerons fürs Kino geschaffene Werk eben auch im Kino anzusehen. So denn er noch läuft ;)


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28
Okt
2009

Wieviel heiße Luft manch Presseprecher von sich gibt, kann man daran sehen was aus der Ankündigung seitens RTL wurde, ihr Programm zukünftig nur noch als Pay-TV anzubieten und entsprechend zu verschlüsseln. Das war 2006 als RTL meinte sich selbst absägen zu müssen.

Heute kam, dann mal wieder die gleiche absurde Idee, diesmal aber von ProSieben Sat1, rein. Laut Spiegel Online, die sich auf das Handelsblatt berufen, soll das Programm der Münchner Sendergruppe zukünftig verschlüsselt werden und nur noch gegen Gebühr zu empfangen sein. Es wird allerdings kein Termin genannt und nur nebulös von 2014 als Ziel für 30% der Gesamteinnahmen durch die Gebühren gesprochen.

Ich prognostiziere mal ganz frech, dass das genauso heiße Luft ist wie anno 2006 seitens RTL. Gleichzeitig finde ich es faszinierend, dass es immer wieder probiert wird. Denn seien wir mal ehrlich: Geld für die Programme von ProSieben, Sat1 oder Kabel1? Das ist genauso unwahrscheinlich wie 2006. Bin gespannt, ob das genauso im Sand verläuft und keiner mehr ein Wort darüber verliert oder es sogar in der Presse revidiert wird ;)


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1
Okt
2009

Die Bundestagswahl 2009 ist vorbei und lief aus Sicht der Piraten erfolgreich, auch wenn manch einer sicher gehofft hatte, dass es vielleicht doch zum direkten Einzug in den Bundestag reicht. Das hat es mit den erreichten 2% bekanntlich nicht, ist aber kein Grund Trübsal zu blasen. Meiner Meinung nach sind zumindest die ersten Schritte getan, um die Anliegen der Piraten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt zu machen, zumal es sich dabei nicht um Randgruppenthemen handelt (ich sage nur Studiengebühren). Wir werden jetzt sehen, wie sich schwarz-gelb verhält und vielleicht verhält sich die FDP ja nicht wie üblich als Fähnchen im Wind und setzt ihre Wahlversprechen um. Allerdings glaube ich daran nicht wirklich. hoffe ich das nächste mal einfach nicht mehr, sondern weiß direkt, dass die FDP das Fähnchen im Wind par excellence ist…

Dies alles als Einleitung, denn am letzten Mittwoch habe ich in der Stadt bei einem Herbstspaziergang spontan am Infostand der Piraten meinen Mitgliedsantrag ausgefüllt und abgegeben und bin seit Donnerstag Abend bestätigter Pirat!
Einige Freunde und Bekannte und sogar meine Frau (wie hab ich die letzten 9 Monate darauf gewartet das mal zu schreiben ;) ) wurden vor mir Mitglied und machten eifrig Werbung für die Änderung in der politischen Landschaft. Wieso also ein weiterer v.a. ausführlicherer Beitrag von mir über einen Piratenbeitritt?
Nun zum einen, weil ich bei den Piraten das Gefühl habe, nicht einer von vielen zu sein, sondern mich als Individuum einbringen zu können. Und zum anderen, weil ich u.a. über F!xmbr auf diesen Beitrag kam und entschieden ausdrücken möchte, dass ich dieses Verhalten ablehne und es als keinesfalls die Regel empfinde. Es geht dabei u.a. anderem um den Twitter Account @sa_tyr bzw @sa7tyr.

Die Piraten, die ich kenne sind allesamt vernünftige Menschen und v.a. sachlich ohne die angeprangerten Tendenzen Diskussionen auf die persönliche Ebene zu ziehen. Es ist zwar wohl auch so, dass die ganzen größeren Blogs, oder auch nur die bekannteren Gesichter der deutschen Bloglandschaft, nichts mit den Piraten anfangen können und daher tendenziell provokant schreiben, das ändert für mich aber nichts daran, dass ich mich bzw. die Piraten sich nicht auf die persönliche Ebene begeben dürfen.

Daher auch von mir ein “Klarmachen zum Ändern!”. Wir können viel erreichen, auch ohne, dass wir im Bundestag vertreten sind! Und um es als Pirat zu sagen: Arrrrrr! ;)


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13
Jun
2009

feuerwerk-staatstheaterZumindest die Überschrift liest sich schonmal gut. Jedenfalls waren wir mal wieder recht spontan im Badischen Staatstheater. Bei den zur Auswahl stehenden Stücken Feuerwerk und Mr. Marmelade kristallierte sich ersteres heraus, da Susanne eher einen musikalischen Abend verbringen wollte.
Kurz gesagt geht es im Stück um den 60. Geburtstag eines Vaters, der 3 Paare Onkel und die zugehörigen Tanten eingeladen hat. Dazu kommen noch die Tochter, Mutter, die Köchin, sowie eine Oma, die das ganze Stück über nichts sagt.
Die Onkel bzw. v.a. die Tanten können sich nicht leiden und so entsteht eine gekünstelt freundschaftliche Familienathmosphäre.
Dann platzt der seit Jahren abtrünnige Bruder des Geburtstagskindes in die Runde und wirbelt diese ziemlich auf. Er hat vor Jahren dem Bürgertum den Rücken gekehrt und als Zirkusdirektor die Freiheit lieben gelernt. Seine Frau ist mit von der Partie und verdreht als durchaus anschaubare Dame den älteren Herren den Kopf. Die Tochter findet Gefallen an der Erzählungen rund um den Zirkus und beschliesst der Freiheit zu folgen. Im Gegenzug findet die Frau des Zirkusdirektor Gefallen am Bürgertum und möchte sesshaft werden.
Zum Schluss bleibt aber doch alles beim Alten.

Ich muss zugeben, diesmal fand ich vielleicht noch den Anfang gut, aber ab dem ersten Solo der Zirkusdame, wurde mir die ganze Sache etwas zu bunt. Zum einen lag das an der übermäßigen Nutzung von Dialekt im bürgerlichen, zum anderen an den, für mich, langatmigen Soli der Zirkusdame. Später wurde auch das Publikum teilweise auf die Bühne bzw. in die Manege geholt und mit ihnen Polonese getanzt. Das war mir dann aber definitiv zu viel. Gleichzeitig hatte ich, durch die um mich herumsitzenden älteren Herrschaften, denen das Treiben in der Manege offenbar sehr gefiel, sehr den Eindruck, mich in der Altersbelustigung zu befinden.

Dabei ist Feuerwerk wohl ein Klassiker, in dem schon Romy Schneider mitgespielt hat (Youtube-Ausschnitt) und das darausstammende “Oh mein Papa” hat was eigenes. Die Inszenierung im Staatstheater war für mich aber nichts. Auf den Seiten des Staatstheaters zu Feuerwerk gibts auch noch ein Video mit Ausschnitten, falls sich jemand einen Eindruck machen will.

Ich warte auf die Möglichkeit zum nächsten Theater-Besuch ;)


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