Computer Souq suchen und finden mit sintflutartigem Regen

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Letztes Wochenende hatte wir uns hier in die Riyadh bereits auf die Suche nach einem bekannten Souq (arabischer Markt), der nur Computer-Bedarf anbietet. Dabei hatte ich im Netz verschiedene Angaben gefunden und unter Kollegen wurde er auch Batha-Souq genannt. Schlußendlich landeten wir auf einem Souq direkt neben der Masmak Festung, allerdings gab es dort von Gold über Uhren und Stoffe irgendwie alles, nur eben keine Computer. Wir schauten uns in der Gegend gemütlich um und fanden auch einen Platz direkt neben der Festung, auf dem sich viele Saudis aufhielten und ihren Donnerstag verbrachten. Meine nachträglichen Recherche, wieso wir da falsch gewesen waren, ergab dann noch, dass wir unwissenderweise auf dem Platz gelandet waren, der umgangssprachlich auch Chop-Chop-Square genannt wird, aber offiziell Deira-Square heisst. Wir hatten also ohne danach zu suchen, den Enthauptungsplatz gefunden. Wobei das vor Ort überhaupt nicht danach aussah. Glücklicherweise waren wir nicht Freitags da, sonst hätte es, im Falle einer anstehenden Enthauptung passieren können, dass wir das Ereignis direkt in der ersten Reihe hätten verfolgen dürfen. Nichts was ich unbedingt sehen muss.

chochop-square_neben_masmak_batha_souq

Nach weiterem Fragen und suchen hatte ich in der letzten Woche dann drei weitere Stellen für die mögliche Ort an der sich der Computer Souq befinden soll aufgetan.

drei_souq_orte

Wieder am Donnerstag ging es dann los und konnten mit Baustellenumwegen dann auch direkt an der ersten Stelle den augenscheinlich richtigen Souq finden. Die Preise waren dann wie vermutet etwas höher als in Deutschland, aber nach einer Frage wie teuer die Logitech C905 Webcam sei, wurde mir nach dem ersten Ablehnen (genannter Preis bei 75 EUR im Vergleich zu den deutschen ~60 EUR) bereits das Handeln angeboten. Ich denke also, dass man durchaus unter europäischen Preisen laden kann.
Da wir nicht ausschließen konnten, dass es noch weitere Computer-Souqs mit evtl. anderem Angebot oder Preisen gibt, wollten wir die beiden anderen Stellen auch noch anfahren.

geplanter_weg

Wenn man sich das Bild am dem ersten Souq ansieht, also prinzipiell also sonderlich komplizierte Strecke, aber leider bin ich zu früh abgebogen und dann wurde es schwer die richtige Strecke ohne GPS-unterstützte wiederzufinden. Wir kamen allerdings wieder auf einen Teil der Strecke vom vorherigen Wochenende.

falscher_weg

Hierbei handelt es sich um die Strecke, die wir schlußendlich gefahren sind. Wir haben uns also total verfahren. Zwischenzeitlich sind wir in einem Souq gelandet, so wie ich mir einen arabischen Souq vorgestellt hätte. Also läden wohin man schaut, überall Menschen die auf der Strasse herumwuseln und alles etwas dreckiger im Vergleich zu den sonst hier vorzufindenden Malls. Wir fuhren also immer dem Gefühl nach Richtung Norden, um wieder ins Compound zu kommen und kamen auch an eine größere Straße. Es stand links Richtung Westen und rechts Richtung Osten. Perfekt eine Nord-Süd-Straße. Irgendwann kam dann aber eine Kreuzung mit der Angabe “Dammam”. Nun wurde uns zu Beginn unseres Aufenthalts hier gesagt, sollten wir uns mal verfahren haben, immer die Straße Richtung Dammam nehmen und wir wären richtig. Wir fuhren also Richtung Dammam und damit blöderweise von der Straße runter, die uns in wenigen Kilometern zum Einkaufszentrum nahe der Firma gebracht hätte. Das wussten wir freilich nicht ;)

Zwischenzeitlich regnete es ordentlich und ich bekam immer mehr das gefühl, dass die Scheinwerfer nicht mehr funktionieren. Seitliche wurden die Lichter auch immer weniger und mit einem mal war die Stadt im Grunde nur noch in unserem Rücken. Dammam war laut Schildern aber noch immer die Strecke voraus. Der Regen wurde immer mehr und vereinzelt die Autos mit eingeschalteter Warnblinkanlage immer langsamer. Denn Regen bzw. Wasser auf der Straße ist für die Saudis Teufelszeugs ;)
Dann kam das Schild Richtung Ar Riyadh. Richtung Riad also. Natürlich sind wir dem gefolgt und waren uns natürlich nicht sicherer als zuvor in der richtigen Richtung unterwegs zu sein. Mittlerweile hatten sich auf der Straße Wasserbänke mit etwa Höhe halber Radkasten unseres Fahrzeugs gebildet. Die Höhe dürfte damit ca. bei 30 cm gewesen sein und wenn man diese Wasserstellen nicht umfuhr gab es eine wunderbare Fontäne nach links und rechts ;)

Um unsere Richtung zu prüfen wollte ich den Kompass im Milestone bemühen, nur um festzustellen, dass ich keine passende App installiert hatte. Gleichzeitig sah ich mir auch die Scheinwerfer an und konnte den Grund feststellen, weshalb gefühlt nur noch Standlicht zu sehen war. Der Wüstenstaub hatte sich mit dem Regenwasser komplett über die Scheinwerfer gelegt. Es hiess also mit Fernlicht weiterfahren, denn sonst hätten wir absolut nichts mehr gesehen.

Mit einem mal erkannten wir dann linker und rechter Hand Gebäude und wussten auch wieder wo wir sind. Nur noch einmal wenden und wir konnte ohne weiteres einen gewohnten Heimweg antreten. Nach der Wendung entstand dann auch folgendes Video, in welchem man hoffentlich einigermaßen erkennt, wieviel Wasser auf der Straße war. Die zu sehende Fontäne entstand beim Durchfahren einer “Pfütze” nur mit dem rechten Vorderrad und überschwemmt dabei aber die komplette Frontscheibe, so das ich auch direkt wieder nach links ziehen und den Überholvorgang abbrechen musste.
Das Video entstand mangels genauerer Kenntnis der Kamera im Highspeed-Modus. Ich habe es also nachträglich verlangsamt und durch den High-Speed-Modus konnte die Kamera das Bild wohl leider auch nicht heller aufnehmen.

Wir kamen schlußendlich gesund und munter im Compound an und es ist lustig, dass wir uns noch am Tag zuvor Videos eines solchen Wolkenbruches hatten zeigen lassen. Damit gerechnet, dass uns das am nächsten Tag selbst passiert, hatten wir freilich nicht ;) Des Weiteren ist der nächste Kauf in jedem Fall eine Prepaid-Handy Karte mit mobilem Internet, um zumindest in der Stadt eine Karte dabei zu haben. Die Karten von Riyadh helfen leider nichts, da Straßennamen hier teilweise völlig überschätzt werden und nicht dranstehen. ;)


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Mein erster Wüstentrip – Edge of the World

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Drei Tage nach meiner Ankunft konnten wir uns spontan zu einem Wüstentrip zu Edge of the World (EOTW) anschließen. Es sollte also zuerst an das so benannte Felsenplateau gehen, von wo man, gutes Wetter vorausgesetzt, einen beeindruckenden Blick über die dortige Felswüstenlandschaft hat. Danach war dann noch grillen angesagt. Und hey, grillen in der Wüste,wer lässt sich denn das entgehen ;) Jochen hat übrigens auch schon zwei Posts zu EOTW geschrieben :)

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EOTW an sich ist nur ca. 60 km von Riyadh entfernt. Davon gehen aber rund 18km durch die (Stein)-Wüste. Wir fuhren also in einem Konvoi von sechs Allradfahrzeugen in der Art eines moderneren Jeeps aus Riyadh los. Dabei durften wir dann auch schonmal mit Regen Bekanntschaft schließen.

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Nach geschätzt einer dreiviertel Stunde ging es von der Straße runter in die Wüste. Und dann ging es im wahrsten Sinne des Wortes ab. Bodenwellen, ausgetrocknete Flußbette und Sand/Staub wo man hinsah. Wie gut, dass wir in einem Allradfahrzeug unterwegs waren. Allerdings gibt es wohl auch Saudis, die derartige Strecken mit einem normalen PKW auf sich nehmen. Da wundert mich nicht mehr, wie die Fahrzeuge hier teilweise aussehen ;)

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Vielfach konnte man Schlaglöcher erst wenige Momente vor dem drüberfahren erkennen und der Staub der Vorausfahrenden war auch nicht gerade förderlich, um den Weg zu sehen. Selbst nachdem wir den Weg hin und zurück gefahren sind und ich als Beifahrer mich nicht auf die wenigen Meter vor uns, sondern auf die Strecke konzentrieren konnte, wüsste ich den Weg jetzt allerdings nicht mehr. Vermutlich fährt man den eher nach “Gefühl” ;)

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Klicken um es mit Lightbox in gross zu sehen.

Nach gefühlten Stunden waren wir dann bei Edge of the World und Fotos durften natürlich nicht fehlen. Allerdings muss ich sagen, dass ich meine Spiegelreflex vermisst habe. Mit der Kompakten sind v.a. so Panoramen wie oben schwer zu machen.

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Die Gegend wurde noch erkundet, um den Blick auf die Weite so richtig ausnutzen zu können. Und natürlich dürfen auch Fotos bzw. Portraits nicht fehlen, weswegen auch noch auf den nächstgelegenen höchsten Punkt geklettert wurde ;)

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Definitiv auch ein toller Ausblick, auch wenn wir nicht das beste Wetter hatten und es relativ diesig war. Einige liesen es sich nicht nehmen, die Felsen auch in einem größeren Radius zu erkunden und ermöglichen es somit die Dimensionen der Landschaft etwas zu verdeutlichen. Die kleinen Punkte in den Bildern sind jeweils Menschen…
Trotz diesigem Wetter merkte man aber, dass die Sonne ordentlich runter bretzelt und das eincremen bzw. einsprühen mit Sonnencreme war keine Kür sondern Pflichtübung. Nach einer halben Stunde war dann auch Schluß mit Sightseeing und wir machten uns auf zum Grillplatz. Hierzu ging es erstmal wieder mit einem wilden Ritt durch die Wüste.

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Vor Ort wurde dann noch ein extra Feuer für die Kinder gemacht, wobei der Wind nicht besonders mitspielte. Wind hatten wir an dem Tag eh in sehr ausgeprägter Form.
Ein paar viele Spieße in Fladen später machten wir uns dann auf den Rückweg und ich musste wieder feststellen, dass ich den Weg nicht gefunden hätte.

Am Ende des Tages waren wir dann auch alle ziemlich geschafft, aber immerhin hatte ich es trotz massig Sonneneinstrahlung geschafft von Sonnenbrand verschont zu bleiben. In meinem Fall eigentlich ein Kunststück. Wenn ich so an die Strecke zurückdenke, weiss ich wie gesagt noch immer nicht wo lang man fahren müsste und würde somit auch nicht allein hinfinden, aber beim nächsten Mal will ich definitiv selbst fahren ;) Die Strecke ist andernorts auch so beschrieben, speziell ab der Stelle “turn left to an off-road” find ich es nur noch lustig

At Kingdom Tower, Olaya, Riyadh, set your odometer at Zero. Take the Uruba Road (west) and watch for the signboard ‘King Khalid Eye Hospital’ (KKEH). At 3.7 km you will get an exit to Madinah/Qassim at the KKEH. Follow this road which after 10 km leads to Salbouk. At 34.5 km you will get an exit to Sadous/Jubayla. Take this exit and head to Sadous. You will pass by Jubayla, Uyainah and Hegra. At 66.5 km (which is 24.5 km from Jubayla) turn left to an off-road. After entering this path, on your left side is iron fence, and you may follow the track (towards west, turning slightly to your right) until you reach a fenced area with a gate at 7.5 km from the main road. Enter the gate, turn right and follow any convenient track for 22 km.

Quelle: arriyadh.com


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Eine Odysee bis zum saudischen Führerschein

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Gleich nach dem ich meinen Iqama erhalten hatte, wurde mein deutscher Führerschein übersetzt. Die erste Übersetzung lief dann aber schon schief, so dass ich ein Wochenende warten musste, bis es daran gehen konnte meinen Führerschein zu erhalten.

Wie auch beim Iqama wurde ich von einem Fahrer durch die Gegend gefahren. Er sollte mich auch begleiten, da es sehr ratsam ist, bei solchen Behördengängen jemanden dabei zu haben der des Arabischen fähig ist. Das sollte sich auch noch als nicht unwichtig heraustellen.

Mein Begleiter war, wie ich später in Gesprächen herausfand, ein aus dem Sudan stammender Schwarzafrikaner. Das spielt nur insofern eine Rolle, als dass er versuchte in vielen Fällen den Vorgang zu beschleunigen, in dem er sich an der Schlange vorbeimogelte und versuchte sich ganz vorne anzustellen. Und das obwohl er im Grunde ja auch nur ein Ausländer in Saudi-Arabien ist.

Jedenfalls befanden wir uns auf dem Weg zur Führerscheinstelle und er fragte mich irgendwas mit “Blood Test”. Ich wusste, dass nach meinem Iqama für das Erhalten des Führerscheins ein weiterer Bluttest, zur Bestimmung der Blutgruppe, nötig ist, weswegen ich einfach bestätigte, dass ich von dem Bluttest wüsste. Keine zehn Minuten später waren wir dann in einem der weiteren vielen Stadtteile.

Augentest Versuch 1

Es ging schnurstracks in Halle 1 für License Check und Augentest. Zuerst sollte der Augentest dran sein. Mir wurde gedeutet, ich solle mich anstellen. Und mein Begleiter setzte sich. Es war nur einer vor mir, der aber auch direkt wieder weggeschickt wurde. Ich legte meine Mappe mit Original Führerschein, Kopie des Führerscheins, Brief der Detasad mit Siegel für “bereits gezahlt” und Kopien meines Iqama auf den Tisch des Beamten. Kurz durchgeblättert und meckerte auf arabisch in meine Richtung. Mein Begleiter war glücklicherweise schnell da und fragte mich wo denn mein Bluttest sei. Ähm?! Nun gut, war mal wieder eines dieser Misverständnisse. Wir wurden also wieder weggeschickt und die neue erste Station sollte dann das medizinische Labor auf der gegenüberliegenden Straßenseite sein. Bluttest nachholen. Mein Begleiter fand das Misverständnis allerdings nicht so prickelnd. Vermutlich sah er schon eine längere Odysee für meinen Führerschein vor sich.

Bluttest

Im Labor hiess es dann zuerst einmal bezahlen. 30 SAR (Saudi Rial) sollte der Test kosten und ich beglich ohne drüber nachzudenken, ob es eine Auslage der Kosten war oder ich es selbst tragen musste. Bei umgerechnet 6 Euro, aber auch keine wirklich schwere Entscheidung ;)

Erneut folgte das Anstehen. Das Labor befand sich aufgeteilt auf zwei Büroräume und ich stand nun im hinteren der beiden Räume. Um mich herum viele andere die ebenfalls von ihren Begleitern unterstützt, dasselbe Prozedere zu durchlaufen schienen.

Mein Sudaner schob mich das erste Mal an der Menschentraube vorbei und wies mir den Platz auf dem Behandlungsstuhl zu. Ich setzte mich widerwillig, da ich nicht den Eindruck hatte, dass es was bringt sich hier vorzudrängen. So kam es dann auch und der Blutabnehmer rief, die zu den vor ihm liegenden Mappen gehörenden Patienten auf.

Ich durfte/musste also wieder aufstehen und mein Begleiter schien etwas enttäuscht, dass eine Beschleunigung des Vorgangs offensichtlich nicht möglich war.

Vier Führerscheinaspiranten wurden abgefertigt und ich gehörte zur nächsten Gruppe. Zwischenzeitlich war der Büroraum auch etwas leerer, so dass ich gut verfolgen konnte was auf mich zukam: Hinsetzen, linken Daumen hinhalten, es wird reingepiekst, mit dem Blut drei Tropfen auf einem Glasblättchen abgesetzt und auf den Daumen ein Stück Watte gedrückt. Der nächste Bitte. Man kann sich vorstellen, dass das so ziemlich zügig ging und ein Vordrängeln eh überflüssig war. Ich hatte also auch meine drei Tropfen Blut auf dem Glasblättchen hinterlassen und bemerkte, dass der Blutabnehmer keine Notizen oder schriftliche Zuordnungen von Blut zu Patient vornahm. Er schien die Glasblättchen einfach nur von links nach rechts, verteilt auf Kartons, Plastikdosen und einem Mikroskop abzulegen, ohne zu notieren, wem das jeweilige Blut gehörte.

Die Auswertung erfolgte dann ebenso in der Reihenfolge der Mappen auf dem Tisch. Auf jedes der Blättchen wurde auf jeden Tropfen Blut eine andere Lösung geträufelt und die Blättchen reihum mehrmals gekippt, um Blut und Lösung miteinander zu vermischen. Aber wie gesagt, die Zuordnung des Bluts zum Patienten war im Zweifelsfall nicht sicher gestellt. Aber das läuft hier halt so. Mir wurde dann auch meine Mappe zurückgegeben, nachdem der gute Mann meinen europäischen Namen mühevoll, aber interessiert ausgesprochen hatte ;)

Erfolgreicher Augentest

Es erfolgte der erneute Gang in Halle 1 und direkt zum Augentest. Wie auch beim letzten Mal, stand kaum jemand an und ich machte mir schon Gedanken, wie wohl hier der Augentest aussähe. Es kam dann aber doch anders. Der Beamte hatte meine Mappe vor sich, schlug sie auf, entdeckte die Blutgruppe und … griff zum Stempel, stampfte diesen an zwei Stellen auf das Blatt und gab mir die Mappe mit einem Zeichen ich solle gehen, zurück. Ok, interessante Methode festzustellen, ob ich gut genug sehen kann ;)

License Check

Da der Augentest “erfolgreich” war, durfte ich an den gegenüberliegenden Schalter für den License Check. Es sollte also mein ausländischer Führerschein geprüft werden. Mein Begleiter schnappte sich wieder die Mappe und ab dafür an die Spitze, der ca. 10 Personen umfassenden Schlange. Natürlich mit einem energischen Zeichen, ich solle ihm folgen und mich ganz vorne direkt an den Schalter stellen. Dies wiederrum fand der Beamte nicht toll und moserte mich an, mich wieder hinten anzustellen. Also Kommando zurück und bei einem Blick zu meinem Begleiter erntete ich nur ein verständnisloses Schulterzucken.

Das Warten in der Schlange dauerte dann übrigens nur rund 10-20s pro Person. Also etwa 3 Minuten. Aber es hätte ja viel länger dauern können! ;)

Als ich dann schließlich dran war, folgte wiederrum nichts anderes als ein weiterer Stempel auf dem Antragsformular mit darauffolgendem wild gestikulierten Handzeichen im Kreis. Ich verstand nichts. Nach Klärung durch meine Begleitung, marschierten wir wieder aus dem Gebäude, um das Gebäude herum, geradewegs zu einem Fahrtest!

Fahrtest

Ich sah schon Slalomfahren, Ausweichen, verschiedenste Schaltübungen usw. usf. auf mich zukommen. Die Ernüchterung folgte dann aber schnell. Der erste “Fahrtest” den ich mit ansehen durfte bestand daraus, dass der Prüfling das Auto gerade aus, um eine etwa 100° Kurve und rückwärts wieder zurück in die Ausgangsposition bewegen musste. Natürlich hatte der erste den ich sah auch direkt Probleme, den Wagen überhaupt anfahren zu lasse und würfte ihn mehrfach ab. Das Fahren an sich funktionierte bei ihm aber ohne weiteres. Entsprechend bekam er die Zusage bestanden zu haben.

Überhaupt, konnten sich einige der Prüflinge durchaus einige Schwächen leisten, ohne dass der Prüfer das kritisch gesehen hätte. Und so gehörte das Abwürgen schon quasi zum Standard und auch das Rückwärtsfahren war den meisten nicht unbedingt in die Wiege gelegt worden. Geschafft haben sie es aber alle. Bei einem und zwar dem der genau vor mir kam, bin ich mir allerdings nicht sicher:

Der Gute machte auf den ersten Blick den Eindruck eines relativ westlich geprägten und so irrte ich in der Annahme, dass es mit dem Fahren kein Problem für ihn sein sollte. Er versuchte um die, wie gesagt, rund 100° Kurve zu kommen, in dem er das Lenkrad etwa um ein Viertel nach links drehte. Dass das nicht reichte merkte er zwar, aber seine Hektik im Auto demonstrierte doch, dass ich das verwunderte. Schließlich kam er um die Kurve und durfte dann auch das rückwärts Einparken demonstrieren. Er manövrierte den Wagen zumindest so, dass er um die Kurve kommen würde, aber wiederum hatte er es nicht wirklich mit dem Einschlagen und diesmal machte er zuviel, so dass der Wagen schlussendlich nicht parallel zur Straße, sondern eher im 45° Winkel stand. Wie schön, dass ich das ausbügeln durfte.

Nun gut, gelernt ist gelernt und somit war der Wagen auch schnell um die Kurve und der Prüfer begann bereits sein bestanden zu notieren. Er muss sich wohl gedacht haben “wenn der den Fehler des vorherigen so ohne weiteres korrigieren kann, kann der fahren”. Vielleicht hat er sich auch gar nichts gedacht ;)

Meine Wartezeit hatte ich übrigens mit einem Syrier verbracht, der total begeistert war, jemanden neben sich sitzen zu haben, der deutsch spricht. Denn Deutschland wäre sein großes Traumland, wohin er mal kommen wolle. Nette Begegnung :)

Den Führerschein abholen

Nach meinem Test zeigte sich mein Begleiter nur erstaunt darüber, dass ich überhaupt einen Test hatte ablegen müssen und versicherte mir, dass das bis vor kurzem für Briten, Franzosen, Japaner und eben Deutsche noch nicht so gewesen wäre. Andererseits war der Fahrtest auch keine größere Sache ;)

Wir machten uns wieder auf in Halle 1, wo mir am bekannten Schalter für den License Check wieder etwas gesagt wurde, was ich nicht verstand. Eine kurze Rückfrage ergab dann, dass ich mir meinen saudischen Führerschein abholen könne. Es ging also in eine andere Halle.

Als wir in die Halle kamen, traf mich doch etwas der Schlag. Geschätzt 100 Personen saßen da verteilt auf auf Metallstuhlbänken, die irgendwie sehr an einen deutschen Bahnhof erinnerten und an der Wand hing ein Wartenummernstatus. Dieser zeigte 202. Mein Begleiter drückte wie wild auf dem Touchscreenautomaten rum und nachdem ich es auch nochmal probiert hatte, kam auch eine Nummer heraus: 271, Ankunft 11:51. Ich sah mich schon um 17 Uhr noch immer in der Halle sitzen.

Aber es half ja nichts und wir setzten uns. Mein Begleiter organisierte dann noch jeweils eine Flasche Wasser für uns beide und ich durfte mit ansehen, dass die Nummern ca. im 2 Minuten Rhythmus wechselten. Wir waren mittlerweile bei 218 angekommen. In diesem Moment erblickte ich auch den ersten Mutawa (Sittenpolizei), der hinter einem der Schalter stand und alle in der Halle aufforderte diese zu verlassen. Es war Prayer-Time. Für mich natürlich im ungünstigsten Moment, aber nicht zu ändern.

0223-wartenummer_driving_license_riyadh

Ich machte mich also schnurstracks auf, raus aus der Halle, aber mein Begleiter ließ sich, etwas Zeit. Draußen angekommen sah ich nur, dass er in der Halle scheinbar was suchte. Als er schließlich doch draußen war, kam er auf mich zu und meinte nur: “Welche Nummer hast du vorhin gezogen?”. Auf meine Antwort mit der Nummer “271″ sagte er nur “hier nimm die hier” und drückte mir die 241 in die Hand. Das war natürlich ein guter Schritt nach vorne.

Jetzt hieß es allerdings erstmal abwarten, dass die Gebetszeit vorbei ist. Wir setzten uns auf den überdachten Vorplatz, bis der Mutawa aus der Halle kam und die Muslime aufforderte beten zu gehen und die Nicht-Muslime vom Platz verwiess. Mein Begleiter meinte nur als der Mutawa vorbei war ich solle sitzen bleiben, das sei alles kein Problem, er müsse jetzt aber beten gehen und lief gemächlich in Richtung des Gebetsraums.

Da saß ich nun und wartete, bei gefühlten 35° Celsius im Schatten, bis wiederrum ein Polizist aus der Halle kam und erneut die Nicht-Muslime aufforderte zu gehen. Diesmal blieb ich logischerweise nicht. Denn ohne jemand ortskundigen wollte ich da mal keinen Widerstand leisten. Wir machten uns also auf in Richtung ein paar Bäume und ich war kurz davor eine SMS zu schreiben, als das Gebet bereits wieder vorbei war. Also das Ganze wieder zurück.

Wieder in der Halle angekommen und mit 30 Nummern weniger abzuwarten, ging es dann doch schneller als erwartet und die angekündigten 15 Minuten meines Begleiters, bis ich meinen Führerschein habe, waren sogar annäherend realistisch. Die Nummern gingen jetzt jedenfalls fast im halb-Minuten-Takt weiter, da viele andere ihre Nummer wohl ebenfalls hatten liegen gelassen bzw. gegangen waren.
Zwischendrin fragte der Sudaner mich, ob ich die Nummer noch hätte und wollte sie von mir haben. Kurze Zeit später fand ich auch heraus warum. Er gab sie wiederrum einem seiner Kumpel weiter, der sich sichtlich ebenso freute.

Dann wurde die 241 aufgerufen. Ich ging also an den Schalter, übergab die Mappe und der Beamte, telefonierend, gab die Iqama-Nummer und ein paar weitere Daten aus meiner Mappe in seinen PC ein, drückte einen Knopf und es ging ein kleines Popup auf, welches mich sehr stark an einen Windows-Drucken Dialog erinnerte. Er sollte es auch gewesen sein. Ich wurde wieder zum Hinsetzen aufgefordert und jetzt folgte für mich das, was ich vorher schon die ganze Zeit beobachtet hatte. In unregelmäßigen Abständen kam der Mutawa aus dem Hintergrund an einen Schalter und rief Namen durch die Halle. Man wurde also aufgerufen, um seinen Führerschein abzuholen. So dann auch bei mir. Allerdings war es schon amüsant, wie wieder einmal mein Name versucht wurde auszusprechen, was aber doch etwas verunstaltet klang. Zudem blieb es, wie bisher auch schon immer, beim Nennen des Vornamens. Ich weiss allerdings nicht, ob das hier üblich, oder mein Nachname für arabisch-sprechende tatsächlich zu schwer ist ;)

Somit hatte ich dann also meinen Führerschein und konnte ab sofort fahren. Zudem bin ich um einige Detailerfahrungen reicher. Zum einen weiss ich, wieso auf dem Führerschein direkt die Blutgruppe steht. Es gibt hier wohl ziemlich viele Unfälle und da ist es oft sehr hilfreich, wenn die Blutgruppe bekannt ist. Auf Grund des Fahrtests verstehe ich jetzt auch besser, wieso hier ziemlich chaotisch, um nicht zu sagen irrsinnig gefahren wird. Die können es teilweise einfach nicht besser/haben es nie richtig gelernt und man bekommt den Führerschein auch mit offensichtlichen Mängeln im Können.

Der Text ist jetzt zwar ziemlich lange geworden, aber ich hoffe trotzdem unterhaltsam ;) Die Tage folgt dann eine erste Bestandsaufnahme meiner Fahrerlebnisse :)


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Visumsantrag von Susanne

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Jetzt ist es auch bei mir soweit. Anfang dieser Woche habe ich meine Unterlagen verschickt, so dass mein Visum beantragt werden kann. Zuerst musste jedoch erst eine Genehmigung eingeholt werden, dass das Family Visa beantragt werden darf! Diese wurde recht schnell erteilt. Nach Auskunft der Ansprechpartnerin bei der Detecon, könnte das Visum innerhalb einer Woche bewilligt werden. Bis zum 24. April bin ich aber auf jeden Fall noch in Deutschland, da ich erst noch einen Kurs bei der IHK beenden werde.


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Flug nach und Ankunft in Riyadh

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So, also Dienstag Nachmittag bin ich dann schließlich nach Riyadh, Saudi-Arabien geflogen, um meine neue Arbeitsstelle bei der Detasad anzutreten.

Für die Fahrt zum Flughafen plant man ja üblicherweise etwas Puffer ein, so dass man die ebenfalls üblichen zwei Stunden vor Abflug einchecken kann. Nach dieser Rechnung mussten wir etwas nach 10 Uhr losfahren. Das klappte auch. Die Fahrt an sich dann aber leider nicht wie gehofft. Zuerst hingen wir eine Zeit lang auf der Landstraße, zu dem Zeitpunkt waren aber noch alle relativ entspannt. Anschließend ging es auf die Autobahn, auf der direkt mal zwei weitere Staus folgten. Langsam wurden wir dann doch nervös. Als es dann kurz vor Frankfurt Flughafen zu einem kompletten Stillstand auf der vierspurigen Autobahn kam und die Zeit Richtung 1,5 Stunden bis Abflug zeigte, war von Ruhe im Auto nicht mehr viel übrig.

Einchecken bei der Lufthansa

Es reichte aber dann doch noch ganz gut, auf den Streß mit den Staus hätten wir aber alle verzichten können. Bezüglich des Eincheckens war ich dann etwas überfordert, da mir nicht bewusst war, dass es bei der Lufthansa in Frankfurt keine speziellen Schalter je Flug mehr gibt, sondern man sich das Ticket über einen Automaten mittels Auflegen des Reisepasses/Ausweises rauslässt. Das Aufgeben des Gepäcks war dann aber umso unkomplizierter, wenn man außen vor lässt, dass ich 120 Euro für Übergepäck zahlen musste. Leider hat die Lufthansa zu Beginn diesen Jahres das Inklusiv-Gewicht erheblich reduziert, so dass ich nur noch 20kg mitnehmen durfte. Für ein Jahr an Ausstattung etwas knapp. Dafür konnte ich meinen Trolley problemlos mitnehmen, obwohl er wegen ein paar Zentimeter nicht in die Metallkonstruktion passte, die eigentlich dafür da ist, um zu prüfen ob das Handgepäck in den Flieger darf.

Nach kurzer Erholung bei einem letzten Kaffee und dem Besorgen der Reiselektüre, war dann auch schon der Zeitpunkt des Abschieds angesagt. Definitiv keine Situation, die ich oft wiederholen müsste.

Dann ging es auch schon durch die Sicherheitskontrolle, wo mir der anwesende Beamte seine Begeisterung darüber ausdrückte, dass ich ein Motorola Handy hätte. Er wäre ja ein großer Fan der Firma…. Genau die richtige Unterhaltung, um sich abzulenken ;)
Die Kontrolle an sich lief dann problemlos und ein paar Schritte weiter war ich dann auch schon bei der Paßkontrolle, die zufälligerweise mit meinem Onkel besetzt war. Auf die drumrumstehenden Mitreisenden machte der Smalltalk mit dem Grenzbeamten wohl aber einen merkwürdigen Eindruck und um nicht den Eindruck der Mauschelei zu erwecken, wurde trotz familiärer Bekanntheit natürlich noch in den Paß gesehen ;) Aber Zufälle gibt ja schon lustige :)

Nach ein paar Wirrungen war ich dann auch an meinem Abflug-Gate B59. Es wurde abermals nur kurz mein Paß und Ticket gecheckt und das Einsteigen in den Flieger war schon ziemlich weit, so dass ich nicht mehr warten musste, sondern direkt in den Bus steigen konnte, der mich zum Flieger fuhr.

Der Flug nach Riyadh

Meinen Platz in der Airbus 340-300 hatte ich mir zuvor schon online angesehen und musste damit dann auch nicht lange danach suchen. Mit 35D hatte ich bereits einen Platz am Gang, aber die beiden Plätze neben mit blieben unbesetzt, so dass ich mich über mangelnde Bewegungsfreiheit trotz Economy-Class nicht beschweren konnte. Hinter mir saß dann noch eine Familie mit offensichtlich kränkelndem Kind, denn letzteres schrie die ganze Zeit und bekam Medikamente. Aber auch diese Situation löste sich dadurch auf, dass die Familie nach weiter vorne umgezogen wurde. Einem ruhigen Flug stand somit nichts im Weg. Selbigem vertrieb ich mir dann auch mit den Filmen die Päpstin und der Informant. Praktisch finde ich ja, dass die Lufthansa mittlerweile On-Demand-Filme hat, man also jederzeit starten und stoppen kann, wie man lustig ist. Die Päpstin war dann auch ziemlich lang und etwas langatmig, aber ein netter Historienepos. Der Informant dagegen konnte mich nicht vom Hocker reissen.

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Während dem Flug ging es dann noch ans Ausfüllen eines Einreiseformulares. In diesem wird nach einer sog. Alien Reg. Nr gefragt, welche sich aber nicht ersichtlich aus dem zuletzt geposteten saudischen Visum ergibt. Daher fragte ich die Stewardess, die aber ebenfalls keine Ahnung hatte. Letzteres bekam dann ein arabischer Mitreisender mit und wollte mir helfen. Er kannte das Formular als Staatsangehöriger wohl aber nicht und musste raten. Schlußendlich zeigte er mir eine arabische Zeichenfolge und meinte dies sei die gesuchte Nummer. Ich wollte ihm dann noch klarmachen, dass ich die “normalen” Zahlen suche, woraufhin er nur meinte, ich solle ruhig die arabischen Zahlen eintragen. Lustig für jemanden der bis dahin nur mal eine halbe Stunde einen Crashkurs in arabischen Zahlen erhalten hatte. Aber improvisieren gehört wohl zum Handwerk des Auslandsaufenthaltes, so dass ich die arabischen Zahlen dann abschrieb. Übrigens, arabisch wird bekanntlich von rechts nach links gelesen. Arabische Zahlen, aber wie bei uns von links nach rechts ;)

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Lustig fand ich im Flugzeug dann noch die auch arabische Anzeige über Flughöhe, Geschwindigkeit, Distanz usw. Guter Einstieg, um sich an die Zeichen schon mal zu gewöhnen. Die Zahlen funktionieren auch schon ganz gut, sind ja nur zehn Zeichen, die man sich merken muss ;)

Nach rund fünf Stunden Flug, konnte ich beim Landeanflug schon mal einen ersten Eindruck von Riyadh gewinnen. Ziemlich flach, aber dafür ziemlich viel bebaute Fläche. Aber das typische Großstadt Lichtermeer. Da ich nicht am Fenster saß, kann ich mit Bildern diesbzgl. nicht dienen ;)

Einreisekontrolle

Über die Kontrolle bei der Einreise wurde mir im Voraus viel erzählt. Unter anderem, dass man am besten einen auf wichtig macht und einfach an der Schlange vorbei direkt an den Schalter geht. Das war mir ehrlich gesagt etwas zu heikel, so dass ich mich entsprechend der Beschilderung an der Schlange für die Ersteinreisenden und damit der eindeutig längsten, anstellte. In dieser durfte ich dann auch gleich einen anderen Deutschen und einen Schweizer kennenlernen. Die beiden wurden kurz drauf dann aber von einem Beamten in die Schlange für Business/Geschäftsvisa umgezogen. Ich hatte da zuerst weniger Glück und musste stehenbleiben. Kurz drauf folgte dann aber die Anweisung eines Beamten, der einen kurzen Blick auf mein Visum warf, mich in der “Reentry” Schlange anzustellen. Also der Schlange für Personen, die bereits mal in Saudi-Arabien gewesen waren. In der Schlange stand ich dann eine Weile und durfte Chinesen hinter mir beobachten, von denen einer spontan in die kurze Business Schlange wechselte und nicht bemerkt wurde. Seine Kollegen versuchten es ihm gleich zu tun, wurden aber immer wieder von den Beamten bemerkt und zurück geschickt.

Eine Weile später gab es dann einen kurzen spontanen Ruf des Beamten mit der Andeutung, dass unsere Schlange jetzt auch auf die kurze wechseln könnte. Darauf bin ich dann auch ziemlich aggressiv angesprungen und bahnte mir mit meinem Trolley voraus den Weg, so dass ich schlußendlich nur noch etwa 10 Leute vor mir hatte. Mir scheint also, dass die Einteilung zu Beginn im Endeffekt überflüssig ist, aber man den Anweisungen des Beamten Folge leisten sollte, da diese sich sonst nicht respektiert fühlen. Wenn man dann aber aufpasst, kann man die Einreise doch recht zügig hinter sich bringen.

Für Frauen scheinen die Schlangen im Übrigen überhaupt nicht zu gelten. Alle Frauen, die ich gesehen habe, wurden mit einem beherzten “Hey Lady please follow me” in einen separaten Raum geführt und dort getrennt überprüft.

Beim Grenzbeamten, wurden dann Fingerabdrücke genommen und ein Bild geschossen. Nebenbei haben sich die Beamten natürlich unterhalten und somit auch mal pausiert ;) Ich wurde dann durchgeschickt und der Beamte deutete an, dass der Paß bei ihm bleibt. Da ich im Hinterkopf hatte, dass mein Reisepass eh eingezogen würde, hakte ich die Situation ab und machte mich auf die Suche nach meinem großen Koffer. Allerdings wusste ich nicht, dass der Paß nicht an der Grenze einbehalten wird, sondern in der Firma und der Beamte rief dann auch quer durch die Halle “Hey, Passport!” und übergab ihn mir über die Absperrung worauf ich mich nur entschuldigte und im Grunde wohl sehr verwirrt wirkte ;)

Die Koffersuche stellte sich auch nicht sonderlich leicht dar. Da die Bänder nicht mit den Flugnummern gekennzeichnet waren, ging das Ablaufen der Gepäckbänder los. Blöderweise bin ich in die falsche Richtung losgelaufen, so dass ich meinen Koffer, Murphy sei dank, erst als allerletzten sah. Ich hatte ihn zwischenzeitlich schon abgeschrieben ;)

Danach ging es dann aber wider Erwarten voellig problemlos weiter. Beide Koffer und das Notebook auf ein Scanner-Band gelegt und auf der anderen Seite nach dem freundlichen Nicken des Beamten wieder mitgenommen. Es folgte nur noch der Weg durch den Ausgang, wo ich bereits (nach einer Stunde warten) von Joschi erwartet wurde.

Soviel, ausfuehrliches zu meiner Anreise. Ich habe mittlerweile auch einige andere Eindruecke, auch Fotos gesammelt und hoffe ich krieg die, inschallah (so die Redewendung der Araber, wenn sie “wenns klappt” ausdruecken) die naechsten Tage online.


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