Wie auch für Dubai hatten wir wir uns relativ spontan für ein verlängertes Wochenende in Abu Dhabi entschieden. Mal wieder raus aus dem Alltag und so
Montag Nachmittags ging es also mit Saudia von Riyadh nach Abu Dhabi International Airport.
Bei der Ankunft fand ich dann schonmal den kuppelartigen Ankunfts- und Abflugsbereich des Flughafen sehr interessant. Mit einer flachen Kuppel und vielfach weiß gekachelt, wirkte das schon sehr anders als die üblichen modernen Stahl- und Glasbauten anderer Flughäfen.
Den Flughafen verlassend erwischte uns direkt das gänzlich schwüle Klima, was wir so in Riyadh nicht haben. Wenige Minuten und ich war ziemlich verschwitzt. Also schnell in ein Taxi bzw. den Limosinen-Service.
Es dauerte dann rund 20 Minuten und wir waren im Zentrum von Abu Dhabi und unserem Paragon Hotel angekommen. Aufgrund der Hektik beim Aussteigen vergaß ich dann zum ersten Mal überhaupt mein Handy. Wir waren schon im Hotel am Einchecken, als es mir auffiel, aber das Taxi war schon weg. Natürlich hatten wir keine Quitting und wussten auch keinen Firmen-Namen. Ich konnte also nur darauf hoffen, dass der Fahrer auf das klingelnde Gerät reagiert oder sich erinnert, wer im Auto saß und wo er die Gäste abgeliefert hatte. Ahso und Ehrlichkeit natürlich
Wir suchten dann aber unser Zimmer auf und machten uns noch auf einen spätnachmittag- bzw. abendlichen Spaziergang durch Abu Dhabi auf. Zuerst in die falsche Richtung und wieder einmal bestaunt von asiatischen Anwohnern fanden wir dann doch noch die sog. Corniche, also die Küstenstraße. Allerdings auf der falschen Seite von einer Stadtautobahn und somit ohne Zugang zum Meer. Wir trafen zwar noch auf eine Unterführung, ob des Hungers, der Müdigkeit und der Uhrzeit ging es dann aber doch in Richtung Hotel zurück.
Unterwegs stießen wir zufällig auf ein Hotel mit angeschlossenem Steak-Haus, was einladend wirkte und wo wir unser Abendessen zu uns nahmen. Reichhaltiges Buffet, Salate, schweizer Steak usw. usf.
Dienstag
Am nächsten Tag im Hotel gab es dann unerwartet nur Frühstück alá Carte und kein Buffet. Abgesehen davon sollten wir über die nächsten Tage fast die einzigen sein, die dort aßen. Da es nur die üblichen Continental, Englisch etc Frühstücke gab auch nicht weiter verwunderlich.
Relativ spät kamen wir dann zu einer der zahlreichen Malls, wie in Abu Dhabi üblich per Taxi. Diese sehen immer gleich aus (silbern und meist Toyota Camrys) und v.a. haben fixe Preise pro Kilometer. In unseren Tagen in Abu Dhabi hatten wir auch nie den Eindruck übers Ohr gehauen zu werden und wurden immer auf dem kürzesten Weg zum Ziel gebracht.
Die Mall, nämlich die Marina Mall, würde ich als die beliebteste Mall ansehen. Zu finden ist dort zum Beispiel eine Eisbahn zum Schlittschuh laufen oder auch eine Indoor-Skipiste.
Letztere war bei unserem Besuch aber geschlossen. Nach Mittagspizza und Schlendern in der Mall, ging es weiter mit der Planung uns ein Ticket für die Big Bus Tour Abu Dhabi zu besorgen und auf diesem Wege einen Überblick über die gesamte Umgebung zu bekommen. Mit Big Bus hatten wir in Dubai ja bereits sehr gute Erfahrungen gemacht und auch dieses Mal kann ich schon vorweg nehmen, dass Big Bus Abu Dhabi ebenfalls empfehlenswert ist. Zum einen natürlich weil man jederzeit ein- und aussteigen kann, also weiterhin flexibel ist, zum anderen weil auch die Route für Abu Dhabi so ziemlich an allem relevanten vorbeifährt oder anhält.
Wir fuhren also eine erste Runde mit dem großen roten Bus durch Abu Dhabi. Ausnahmsweise war diesmal die Kamera leider nicht so vorbereitet wie sie es sein sollte und der Akku versagte nach den ersten Kilometern den Dienst. Von der auf einer Halbinsel liegenden, Marina Mall bis zum ziemlich direkt daneben liegenden Emirates Palace Hotel (noch immer das teuerste Hotel der Welt) hielt der Akku noch und dann war es aus.
Wie gut, dass wir so oder so eine zweite Runde geplant hatten. Es ging also zum ersten Mal vom Emirates Palace durch die Wohngebietsausläufer Abu Dhabis bis hin zu Shaik Zayed Moschee (die dritt größte Moschee, nach den beiden heiligen Moscheen hier in Saudi und auch bekannt als die weiße Moschee) und wieder zurück zur Stadt, an der Corniche entlang wieder zur Marina Mall.
Mit diesem Eindruck von Abu Dhabi ging es mittels Taxi wieder ins Hotel und kurz drauf zu einer weiteren Mall, der Abu Dhabi Mall, die mehr im Zentrum der Stadt liegt. Die Mall hatten wir auf der ersten Bus-Runde gesehen und uns im Hotel für einen Kino-Besuch entschieden. Schon verrückt, was man im Urlaub macht, wenn man zu Hause kein Kino besuchen kann 
Zu sehen gab es Fast Five, nach einem sehr nährreichen Subway-Abendessen…
Mittwoch
Für den nächsten Tag hatten wir uns einen “Besuch” der Ferrari World überlegt. Im nachhinein würde ich jedem davon abraten hinzufahren, sollte man nicht auch vorhaben, den Park zu besuchen. Die Fahrt mit dem speziellen Shuttle-Bus von Big Bus nach Yas-Island dauerte rund eine Stunde und führt ziemlich aus Abu Dhabi raus. Allzuviel gibt es auf der Fahrt dann auch nicht zu sehen. Bei Ferrari World selbst dann, kann man dann außer dem auffälligen Riesendach auch nichts sehen. Daher wirklich nur hinfahren, wenn man auch reingehen will, ansonsten lohnt sich der zeitliche Aufwand nicht. Wir hatten zudem auch nicht vor einen kompletten Tag, den man in jedem Fall einrechnen soll, für Ferrari World zu investieren. So haben wir also das beeindruckende Dach von Ferrari World gesehen, sowie einige Hotels und den Abu Dhabi F1 Circuit. Dafür hat sich die Fahrt aber eher nicht gelohnt.
Zurück an der Abu Dhabi Mall ging es erneut mit dem großen roten zur Marina Mall und nach einem erneuten gehaltvollen Mittagessen in Form von Bagels stand die ausführliche Tour mit Big Bus an. Vom Vortag her hatten wir uns entschieden die Sheik Zayed Moschee zu besuchen. Als eine der wenigen Moscheen im mittleren Osten, die auch nicht-Muslime besuchen dürfen, ist durch den langjährigen Herrscher von Abu Dhabi erbaut worden und trägt auch dessen Namen.
Als Gesamteindruck würde ich sagen, sie ist sehr weiß. Das soll jetzt kein Scherz sein. Die komplette Moschee ist aus weißem Stein und Marmor gebaut und das zusammen mit dem vielen Sonnenlicht, ist durchaus anstrengend weiß für die Augen. Natürlich ist das Gebäude auf Grund seiner schieren Größe ebenfalls sehr beeindruckend. Wir mussten etwas warten, um den Innenraum betreten zu können, da wir pünktlich zum Gebet an der Moschee angekommen waren.
Der Gebetsraum bietet einigen Tausend Gläubigen gleichzeitig Platz und ist mit einem einzigen, riesigen Teppich ausgelegt, den 1200 Iranerinnen in zwei Jahren Arbeit geknüpft haben. Sicherleich beeindruckend, auch wenn ich mir diesen Teppich nicht zu Hause hinlegen würde
Mit dem Bus eine Stunde später ging es zurück zur Abu Dhabi Mall, nur um von dort wieder mit dem Taxi ins Hotel zu fahren. Scheinbar war dieser Tag doch anstrengender als gedacht, denn bis aufs Abendessen haben wir nicht mehr geschafft und sind schlicht nur todmüde ins Bett gefallen.
Donnerstag
Nächsten Tags schauten wir uns zunächst die direkt neben dem Paragon Hotel liegende Madina Zayed Shopping Mall an. Zu m ersten mal habe ich hier eine Wendeltreppenrolltreppe gesehen. Und das obwohl die Mall ihre beste Zeit längst hinter sich hat.
Von hier ging es wieder mal zur Marina Mall, wo wir uns einen frozen Joghurt gönnten. Diese Stärkung war auch ziemlich sinnvoll, da wir auf die glorreiche Idee kamen, von der Mall zum nahegelegenen Heritage Village zu laufen. Auf der Karte sind das rund 700 Meter. Es fühlte sich aber vielmehr, wie eine ganztägige Wanderung durch den tropischen Regenwald. Kurzum, wir hatten uns hinsichtlich der klimatischen Verhältnisse etwas verschätzt und kamen entsprechend verschwitzt und fertig am Heritage Village an. Selbiges ist im Grunde sehr ähnlich zum Heritage Village in Dubai. Es wird die lokale Herkunft und v.a. die Familie des Herrschers von Abu Dhabi vorgestellt. Da Dubai und Abu Dhabi nahe bei einander liegen, ergibt sich zwangsläufig, dass man viele Paralleln feststellt.



Als wir genug geschwitzt hatten, schnappten wir uns, (na, wer erräts? … genau) ein Taxi
Jemand anderes hatte es bestellt und ehe wir uns versahen wurde uns auf der Fahrt klargemacht, dass wir die Anfahrt mit bezahlen müssten.
Zurück im Hotel hieß es frisch machen und wieder zur Marina Mall. Big Bus hatten in ihrem Ticket einen Gutschein für einen Besuch des Marina Towers und den wollten wir doch nutzen. Außerdem kamen wir auf die Idee, nochmal ins Kino zu gehen. Nach dem Turm ging es also in Kung Fu Panda 2 und das in 3D 
Für unseren letzten Abend hatten wir uns dann das Tiara Restaurant im Turm ausgesucht. Ein feines Restaurant und dazu mit einer vollständigen Rotation des Turmes innerhalb einer Stunde. Wir konnten also einen Blick auf das Emirates Palace bei Nacht werfen, aber auch raus aufs Meer sehen.
Wir wurden dann noch zum Ausklang des Abends von Bekannten, die in Abu Dhabi leb(t)en abgeholt und schlürften ein paar Cocktails im Hilton Beach Club. Auch so eine angenehme Sache, die es in dieser Art in Riyadh nicht gibt.
Freitag
Für den nächsten Tag stand dann auch schon wieder der Rückflug an. Und ich hatte vor am Flughafen bei den Taxi-Ständen herum zu fragen, ob jemand zufällig mein Handy gefunden hatte. Das war aber leider nicht von Erfolg gekrönt. Ich gehe leider davon aus, dass das Milestone einfach zu lukrativ zum Verkaufen war, aber immerhin gaben sich die ganzen Koordinator der Taxis sichtlich Mühe den Fahrer von Montags ausfindig zu machen. Und wir kamen sogar in ein Gespräch, warum die Westler eher keine Bauch hätten im Vergleich zu ihnen. Dass wir eher nicht täglich Reis essen, war für sie z.B. sehr verwunderlich. Vom guten deutschen Bier hatten sie aber auch schon gehört
Durch eine Verplanung meinerseits mussten wir dann noch eine Stunde länger auf unseren Abflug warten. Ich hatte vergessen, dass Abu Dhabi ja noch eine Stunde weiter ist im Vergleich zu Saudi. Sowas lässt sich ja aber verschmerzen
Fazit zu Abu Dhabi
Klimatisch genauso anspruchsvoll wie Dubai, also schwül und für mich reichte es aus dem Flughafen zu kommen und nach wenigen Minuten klatschnass sein.
Taxis sind DAS Fortbewegungsmittel in Abu Dhabi, wenn man kein eigenes Auto hat. Sie sind ohne zu zögern benutzbar und haben teilweise eine ziemlich flotte Fahrweisen, aber immer gleiche Preise und wir haben keine Versuche festgestellt, übers Ohr gehauen zu werden.
Abu Dhabi selbst, ist eine moderne Stadt in der sehr viel getan und gebaut wird, allerdings in einer Art, die Sinnhaftigkeit vermittelt. Im Gegensatz zu Dubai.
Die Fußwege, die es zum einen überhaupt gibt, werden trotz des Klimas auch genutzt, was wiederrum irgendwie Leben vermittelt. Die vielen verschiedenen Eindrücke die man erhält vermittelten mir das Gefühl mich in einer gelungenen Mischung aus westlicher und arabischer Welt zu befinden. Im wahrsten Sinne des Wortes also Multikulti.
Außerdem war es auch mal wieder schön, nicht an jeder Ecke irgendwelche Geröllhaufen zu sehen.
Noch ein kleiner Hinweis zum Paragon Hotel. Wir hatten es über Booking.com gebucht und hatten Free Internet. Das galt bei uns nur in Verbindung mit booking.com. Wir mussten also nach wie vor nach den Zugangsdaten fragen, erhielten diese zeitabhängig gültigen dann aber kostenlos, da über booking gebucht.
So auch wenn der Artikel ordentlich verspätet online ging, hoffe ich er konnte einen kleinen Eindruck vermitteln. Bisher würde ich Abu Dhabi definitiv als am lebenswertesten, im Vergleich zu Dubai oder Riyadh beschreiben. Wobei z.B. noch der Vergleich zu Qatar oder auch dem Oman fehlt. Ob wir das in unserer Zeit hier aber noch bereisen, ist schwer einzuschätzen.