Im Bereich der deutschen Sprache und Grammatik bin ich durch meine Zeit am Gymnasium manchmal doch etwas pedantisch. Da passt es natürlich, dass sich zur Zeit einige Artikel finden lassen, die sich um den korrekten Artikel zu “Blog” drehen.
Vorne weg, ich denke es muss “das Blog” heissen tut aber zur Diskussion eigentlich nichts zur Sache.
Offenbar gibt es Umfragen, Untersuchungen oder Statistiken, kurz die Aussage, dass es für die Deutschen mehrheitlich “der Blog” heisst. Dass können Twitter (im Sinne der dort versammelten Individuen) und natürlich die Blogs so nicht stehen lassen.
Fixmbr in persona Christian Sieckendiek regt sich darüber auf (Fixmbr Artikel mittlerweile gelöscht, nur noch auf Google+), dass man doch bitte die Meinung derer, die zuerst hier in diesem Internet gewesen sind respektieren, akzeptieren und “das Blog” verwenden müsse. Daraufhin tritt Felix Schwenzel ersterem auf die Füße und sieht, wie ich auch, das Heranziehen von “wir waren zuerst da” Begründungen als wenig tragfähiges Argument.
Max Winde versteht die Welt ebenfalls nicht mehr und empfindet es zu dem als Fanatismus, wie sich die alt ein gesessenen gerieren.
Ich empfinde dieses Hickhack um den Artikel auch eher peinlich. Gleichzeitig denke ich aber auch, dass die Entwicklung einer Sprache nicht durch Gewohnheit der Benutzer ablaufen sollte. Natürlich tut sie das in jedem Fall in einem gewissen Rahmen immer, man denke nur an die vielen Dialekte von Sprache. Das heißt aber nicht, dass man grundlegende Dinge einer Sprache in Frage stellen sollte, nur weil plötzlich viele die Sprache anders sprechen. Wieso sollte man also z.B. plötzlich “die Haus” sagen, nur weil es viele machen.
Das Blog hat meiner Meinung nach eine sehr nachvollziehbare Herkunft von “das Weblog”, also einen Web-Logbuch. Natürlich ist das nicht bei jedem Wort so, dass neu in die deutsche Sprache kommt. Um das Beispiel von Max Winde aufzugreifen: App. Dieses Modewort, rund um iPhone und Android. App kommt für mich eher von Anwendung, als von Programm. Daher für mich auch die eindeutige Zuordnung zu “die App” anstatt “das App”. Da es für App nur die eindeutige Herkunft von “Application” gibt (es ist schließlich eine Abkürzung) und die Zuordnung zur deutschen Applikation m.E. nicht eindeutig ist, kann ich da sogar noch verstehen, dass man “das App” sagen will, auch wenn ich es als grausam empfinde.
Für mich bleibt aber, dass man Grundregeln befolgen muß, um nicht den Kern einer Sprache zu verlieren. Zum Beispiel bei den Zusammenhängen von bestimmten Elementen zueinander. So ist “das/der Blog”, die Summe von Posts oder auch Artikeln und nicht ein einzelner Artikel in einem Blog, wie es Androidpit leider sehr vehement verwendet.
Um zurück zur Schule zu kommen: ich erinnere mich noch, wie ich eine gewisse Zeit lang von einem Freund regelrecht “gequält” wurde, das Wort “als” im Falle eines Vergleiches zu benutzen und nicht das Wort “wie”. Heute würde ich das eher nicht mehr falsch machen und bin auch froh darüber
Von “das gleiche” und “das selbe”, fange ich an dieser Stelle nicht an.
Man sollte es mit der Pedanterie im Bereich der Sprache also nicht unbedingt übertreiben, aber gleichzeitig auch den Kern einer Sprache nicht vergessen.
Und zum Abschluss: um so länger ich dieses Thema im Kopf habe und über den Artikel zu Blog nachdenke, umso öfter höre ich mich selbst “der Blog” sagen. Da sieht man mal was Gewöhnung ausmacht. Meh.