Sonos Desktop-Controller und die Mängel in der Medienverwaltung

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Meine grundsätzliche Sicht des Sonos Systems in Verbindung mit Linux und Android habe ich die Tage ausgeführt. Eine andere Sicht ist davon aber unabhängig und zwar die Meinung über den Desktop-Controller.

Mit einer Kleinigkeit fängt es an: Cover-Art, also Abbildungen der CD-Deckblätter, müssen im jeweiligen Ordner des Albums liegen und folder.jpg heißen. Einen anderen Namen akzeptiert die Anwendung nicht. Weitere schwere Mängel:

Playlistverwaltung

Wer von Amarok oder den meisten anderen Media-Playern kommt, dürfte eine Playlist gewöhnt sein, die zumindest den Künster, den Titel und die Dauer des Stücks angibt. Dies ist hier nicht der Fall. Einzig der Titel findet sich in der Liste und weitere Informationen über das jeweilige Stück erhält man nur, wenn man mit der Maus über den jeweiligen Eintrag geht. Leider gibt es auch keine Möglichkeit sich weitere Attribute anzeigen zu lassen.
Das ist aber nur die Anzeige. Kann man einzelne Stücke durch Drag&Drop noch verschieben, so geht das aber mit mehreren Stücken nicht, da es schlicht keine Mehrfach-Auswahl gibt. Also auch keine mit Shift, geschweige denn mit Ctrl. Will man also eine Playliste nicht komplett verwerfen, sondern nur einzelne Stücke loswerden, müssen diese eben einzeln entfernt werden. Äußerst umständlich, ganz im Gegensatz zur sonstigen Einfachheit des Sonos Systems.

Eine Bearbeitung der Metadaten ist ebensowenig möglich. Das ist meine Erachtens aber kein Mangel, sondern ganz gut so.

Medienverwaltung

Die Zoneplayer erstellen sich intern eine Datenbank der Musik, die in den angegebenen Shares liegt. Auf diese Weise funktioniert die Suche nach Musik schön flott, so wie man sich das vorstellt und z.B. aus Amarok kennt. Dabei hat jeder Zoneplayer offenbar eine eigene Kopie der Datenbank, da man ohne Weiteres einen Player vom Strom abklemmen kann und der andere weiterhin Ergebnisse liefert. Eine durchdachte Sache also.
Durchdacht ist die Suche aber nicht. Ich hätte erwartet, dass man in das entsprechende Feld den zu suchenden Begriff eingibt und nach Möglichkeit sogar “search as you type” oder auch live-Ergebnis bzw. instant Ergebnis erhält. Leider gibt es das Ergebnis nicht sofort sondern erst nach Abschicken mit Enter, soweit so verschmerzbar. Der größere Haken ist aber, dass man jedes Mal auswählen muss, ob im Interpreten, dem Album, einem Genre oder … gesucht werden soll?!
Das entspricht meines Erachtens nicht dem aktuellen Stand der Technik. Selbst wenn Sonos der Meinung wäre, die meisten würden die ZonePlayer eher nur mit iPhone/CR200 oder anderem Gerät bedienen, so wäre die Suche in allen Feldern auf einmal sicher kein größeres entwicklungstechnisches Problem gewesen.

Die oben genannten Punkte brachten mich dazu, dass ich aktuell nach einer Möglichkeit suche den Desktop Sonos-Controller durch eine andere Möglichkeit zu ersetzen, um eine umfangreichere Mediensteuerung für die ZonePlayer zu erhalten:

  • Die beiden Web-Frontends vom letzten Mal. Also dem Perl-Controller oder dem Python-Controller. Hinsichtlich des Look & Feel und der Stabilität aktuell aber keine wünschenswerte Lösung.
  • Amarok2 welches als Quelle für einen lokalen Radio-Stream mittels Shoutcast/Icecast dient nach. Das wäre relativ einfach umsetzbar, aber auf Grund der 3 fachen Datenübertragung suboptimal ( Amarok spielt die Musik übers Netz, wandelt die Musik und schickt sie über das Wlan zurück an die Zonebridge, welche wiederum das SonosNet speist).
  • Die Nutzung des UPNP der ZonePlayer mit einer anderen Desktop-Anwendung. Nichts anderes macht der Python Controller, allerdings habe ich hier noch keine passende Anwendung gefunden.
  • Ansteuerung der ZonePlayer über ein Bluetooth-Dongle. Hierzu könnte man sich z.B. einen Belkin Bluetooth Audio-Empfänger an den Line-In eines oder mehrer ZonePlayer anschließen und diesen über die Notebooks oder jedes andere Bluetooth fähige Gerät befüllen zu lassen. Dies hätte allerdings den Nachteil, dass man keine gemeinsame Steuerung der Playlist mehr hat.
  • Server oder Netbook am Line-In der ZonePlayer. Wenn man auf diesen noch ein Ampache installiert wäre über die Integration in Amarok eigentlich alles erfüllt. Natürlich mit dem Haken der Extrakosten und Wartung für den zentralen Medien-Server
  • Seitens Sonos verbesserte Desktop-Anwendung. Dies wäre natürlich zu begrüssen, inwiefern damit zu rechnen ist, kann ich aber nicht einschätzen.

Soweit zu den Problemen und möglichen Lösungen, um die Mängel des Desktop-Controllers zu beseitigen.


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2 Kommentare zu “Sonos Desktop-Controller und die Mängel in der Medienverwaltung”

  1. marc Germany Google Chrome Windows 29 Kommentare   am:

    Heyho,

    ich hoffe ich hab das richtig verstanden. Du suchst ein Programm mit welchem du Musik auswählen/starten kannst, die dann auf dem Sonos läuft?

    Ich hab seit längerem ein NAS von Synology in Nutzung, welches als Medienserver dient.
    Hier gibts dann ein Programm, dass nennt sich Audiostation und läuft im Browser. Damit kannst du Musik direkt auf dem Rechner anhören. Oder aber du kannst einen Medienrenderer angeben auf welchem die Musik laufen soll und die wird dann eben auf dein Sonos gestreamt. Ich kann hier z.B. meine XBOX angeben. Laut Forum soll es auch mit Sonos sehr gut funktionieren (http://www.synology-forum.de/showthread.html?t=11527).

    Du hättest dann halt ein NAS rumstehen, wobei man das einmal einrichtet und gut ist. Ich finde die Lösung NAS + Medienclient mittlerweile auch sinnvoller als nen richtigen HTPC hinzustellen.

    Gruß Marc


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  2. Andi Saudi Arabia Mozilla Firefox Windows 468 Kommentare   am:

    Ich seh grad jetzt erst, dass ich hier noch antworten wollte ;)
    Welches NAS von Synology ist es denn?

    Im Grunde müsste ich die Steuerung über die Sonos laufen lassen, da ich sonst keinen Zugriff über Handys zb habe, oder sehe ich das falsch?


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