Kurzurlaub in Bahrain

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Um 5 klingelte am Donnerstag der Wecker, wir wollten um halb 6 los fahren. Da die Hotelreservierung noch nicht ausgedruckt war, machten wir noch einen kurzen Halt bei der Firma. Um 6 Uhr waren wir dann auf der Autobahn Richtung Bahrain.

Prognostiziert wurde uns, dass wir rund 4 Stunden brauchen würden, mit einem schnellen Fahrer und nur einem Tankstopp schafften wir die Strecke zur Grenze in nur 3 Stunden. Um 9 Uhr waren wir am ersten Grenzposten und bekamen eine Bestätigung, dass wir berechtigt wären, mit dem Auto auszureisen. Am zweiten Häuschen wurde die Ausreise in das Visum eingestempelt. Weiter ging es mit einer Durchwinkstation. Damit hatten wir Saudi-Arabien verlassen. Auf der Bahraini-Seite ging es weiter mit der Zollstation, in der wir auch durchfahren durften. Als nächstes bekamen wir noch einen Einreise-Stempel in unseren Pass. Bei der Versicherung gab es eine kleine Verzögerung, da wir uns zunächst am falschen Schalter einreihten.
(Es stellte sich raus, dass wir noch eine Versicherung zu entrichten hatten, deshalb mussten wir rückwärts, an den wartenden Autos vorbei, zurücksetzen, um dann für 15 Rial eine 2 Tagesversicherung abzuschließen.)

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Die letzte Etappe nach Bahrain war der King Fahd Causeway, eine 26 km lange Brücke zwischen Saudi-Arabien und Bahrain. Übrigens verläuft die einzige Landesgrenze Bahrains auf der aufgeschütteten Grenzinsel. Des Weiteren ist die Brücke die einzige Landverbindung.

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Ohne ein feststehendes Sightseeing-Programm fuhren wir in Richtung Manama (Hauptstadt von Bahrain) Center und hielten an der ersten Mall, die wir finden konnten: der Harbour Mall, in der sich die Börse befindet. Die Mall ist unspektakulär, weshalb wir uns kurz darauf auf den Weg zum Gulf Hotel machten. Vorbei am Bahrain World Trade Center, das mit den drei Rotoren zwischen den Türmen sehr interessant aussieht.

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Da wir vor der offiziellen Eincheckzeit da waren, wurden uns lediglich Raucherzimmer angeboten, welche wir ablehnten. Mit dem Versprechen die Zimmer für uns zu reservieren und dass später die Schlüssel bereit liegen würden, traten wir, bewaffnet mit einem Stadtplan zur Stadterkundung an. Die nächste Station sollte das Nationalmuseum sein. Die Architektur des Museums ist, mit 3 zweistöckigen Waben, die von einer großen Halle abgehen, für sich schon interessant.

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Der Boden der großen Halle ist mit einem großen Satellitenbild Bahrains bedruckt. An den Wänden finden sich Erklärungen zu einzelnen interessanten Stellen, mittels farbigen Streifen wird man zu großen Schaukästen geführt, die Nachbildungen der Orte zeigen. Drückt man die Knöpfe an den Schaukästen leuchtet die passende Stelle im Schaukasten, sowie der Streifen auf dem Boden auf.
In den einzelnen Waben wird das Leben der Bahraini, mittels einem Dorf mit Moschee und einer Basargasse gezeigt. Des Weiteren wird die Geschichte Bahrains, verschiedene Schriftstücke und die Grabhügel der Bahrainis von vor zig Tausenden von Jahren, sowie Ausgrabungsstücke der 6000jährigen Geschichte Bahrains gezeigt.

Auf dem Weg zum Ausgang sahen wir eine weitere Ausstellung. Die Wächterin der Ausstellung war eine Deutsche, die uns kurz begrüßte. Der Künstler ist der Schwiegersohn des Premierminister Bahrains. Derzeit malt er modern, was man mögen muss. Das Besondere sind die konvexen Leinwände. Am Ausgang wurden wir dem zufällig anwesendem Shaikh Rashid bin Khalifa Al Khalifa vorgestellt. Seine königliche Hoheit schüttelte uns die Hand und wir plauderten kurz über seine weiteren Pläne. Unter anderem plant er weiter mit konvexen Leinwänden zu arbeiten, die zusätzlich frei stehend oder mitten im Raum hängen sollen.
Sie meinte, wir dürfen uns nun längere Zeit nicht die Hände waschen. Im weiteren Gespräch gab sie uns noch einige Tipps, was wir uns anschauen könnten (Bab al Bahrain, den Souq, die große Moschee direkt neben dem Gulf Hotel und die Bahrain Formel 1 Strecke). Sie lebt seit 30 Jahren in Manama und verzweifelte etwas daran, dass wir mit den Straßennamen, die sie uns nannte nichts anfangen konnten.

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An ihre Empfehlungen hielten wir uns dann auch. Vom Museum fuhren wir zum Manama Souq, den wir durch den Bab al Bahrain, zu deutsch Tor zu Bahrain, betraten. Inzwischen war es etwa 2 Uhr und die meisten Läden hatten geschlossen. Vom Hunger getrieben liefen wir immer tiefer in diesen typischen arabischen Basar. Wir fanden ein “Tourist Restaurant”. Von außen eher abstoßend, doch vorgewarnt durch unsere Museumsbekanntschaft, die meinte, dass viele der besten Restaurants außen pfui, innen hui seien, betraten wir den Laden. Innen war auf ca. 19°C abgekühlt, so dass wir erst mal einen kleinen Schock bekamen. Wir bestellten ein scharfes Hähnchencurry, dazu gab es einen Teller voll Reis. Außerdem wurde Brot mit Joghurtsoße gereicht. Am Nebentisch wurde mit den Händen gegessen, doch uns wurde, elhamdulillah, Besteck gegeben. Als Nachtisch wurde uns Reisbrei aufgetischt. Das Ganze kostete 500 Fils, rund 1 Euro.

Zurück ging es zu dem privaten Parkplatz auf dem wir geparkt hatten. Der Wächter hatte wissen wollen, wie lange wir zu parken gedachten, bevor er uns lachend einen Platz zuwies. Leider war er bei unserer Abfahrt nicht auffindbar, so dass ihm sein Baksheesh durch die Lappen ging.

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Erledigt vom frühen Aufstehen und der Hitze zog es uns nun zum Hotel. Unsere Zimmer lagen im 5. Stock, mit einem schönen Blick über Manama und auf die Al-Fatih-Moschee. Leider waren die Scheiben mehr als dreckig. Die Zimmer waren gehoben, es gab eine Steuerungseinheit für alle Lampen am Bett.

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Außerdem natürlich in einer Schublade ein Pfeil in Richtung Mekka. Um 5 machten wir uns auf den Weg, diesmal zu Fuß, zur Moschee, die in erreichbarer Nähe zum Hotel liegt. Frontal auf sie zukommend entschieden wir uns links herum zu gehen, Murphy begleitete uns. Wären wir nach rechts gelaufen, wäre nach wenigen Metern ein Eingang gewesen, so liefen wir um den kompletten Komplex herum.

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Die Moschee ist Samstag bis Donnerstag von 9-16 Uhr geöffnet, als wir um halb sechs an den Eingang kamen wurde uns leider der Eintritt verwehrt, statt dessen bekamen wir zwei Infohefte über den Islam in die Hand gedrückt und wurden auf Samstag vertröstet. Wir entschieden zurück zum Hotel zu laufen und das Sightseeing für den Tag sein zu lassen. Auf Grund eines Missverständnis wurden die Zahnbürsten nicht eingepackt, weshalb wir uns die Shoppingmeile im Hotel gaben und Zahnbürsten und Postkarten kauften. Der Pool ist nett in einen chinesischen Garten eingebettet, ansonsten recht unspektakulär. Bezeichnend die vielen Wochenendtouristen, die am Pool lagen und Bier tranken.

Im Hotel gibt es alle möglichen Restaurants, von libanesisch, über chinesisch bis zu mexikanisch. Für halb acht Uhr hatten wir uns zum Essen verabredet, einen Tisch hatten wir nicht reserviert, doch es war kein Problem einen zu bekommen. Ob wir die Liveband um halb 10 hören wollten, wurden wir gefragt, dafür wären p.P. 20 BHD (rund 40 Euro) inklusive dem Essen fällig. Da wir aber, noch die Sherlock Holmes Bar aufsuchen wollten, blieb es beim Essen. Dieses war lecker. Auf der Speisekarte wurden wir aufgefordert im Wert von 16 BHD pro Person Essen zu bestellen. Bei Preisen von 2-6 BHD von Vorspeisen und Hauptgang nicht einfach. So blieben wir auch alle unter den geforderten 16 BHD (~32€), was aber im Nachhinein nicht als Problem auffiel. Dazu gab es eine leckere Flasche Weißwein.
Die Bar war ebenfalls ein Tipp der Museumsdame, preislich wie athmosphärisch auf deutschen Niveau. Auch hier gab es eine Liveband, während der Pause wurde die WM-Eröffnungsfeier gezeigt. Die Bar war WM tauglich mit den Fahnen der Teilnehmerstaaten, geschmückt. Müde beendeten wir den Abend nach nur einem Getränk.

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Wie im Compound gab es auch hier nur eine große Decke, was zu Kämpfen um dieselbe führt. Wir hatten die Klimaanlage angelassen, doch die Temperaturregelung war wohl kaputt, denn die eingestellten 24° fühlten sich eher nach 18° an. Auch das Ausschalten führte zu nichts, denn nach wenigen Minuten sprang sie wieder an. So war zumindest der Schlaf von Andi gestört durch das Rauschen der Klima und der Temperatur.

Das Buffett am Morgen war üppig und sehr lecker. Von Brot und Aufschnitt, von süßen Stückchen zu verschiedenen Joghurt über Müsli und Obst ging es zu Pancakes und dem herzhaften warmen Frühstück, wie Rührei und (Rinder-)Speck. Mit 9 BHD (18€) zwar angemessen aber bei Hotelpreisen von 70-80 BHD (140-160€) hätte das Frühstück ruhig im Preis inbegriffen sein dürfen.

Nach dem Auschecken steuerten wir Muharraq an, die kleine Nebeninsel Bahrains. Dort suchten wir den Souq, von dem uns zwar abgeraten worden war, aber in Ermangelung anderer Sehenswürdigkeiten brauchten wir was zu tun. Man will sich ja nicht direkt als Alkoholtouristouten, indem man morgens schon an der Grenze ist. ;)
Auf der Karte im Museum wurden verschiedene ältere Häuser hervor gehoben, in denen kleinerere Museen untergebracht sind, die das Leben eines Berufstandes zeigen. Wir fanden auch tatsächlich die Schilder dazu, doch ein Richtungspfeil ohne Schild am Haus reicht nicht aus für Westler. Nach zehn Minuten herumirren, entschieden wir uns zur Klimaanlage zurückzukehren, denn auch vormittags um 11 war es unerträglich heiß.

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Wir betrieben noch ein wenig Sightseeing aus dem Auto heraus. Bahrainis haben ebenfalls ein Faibel für Verkehrsberuhigungsbodenschwelle, auch speed bump in Saudi und hump in Bahrain genannt. Auf der Straße um die Insel herum war alle 200 m ein hump. Und damit man sie nicht umfahren kann, mit drei Pfosten neben der Straße. Ob das ein langer Lernprozess war? ;)

Nachdem wir glaubten alles gesehen zu haben machten wir uns auf den Weg zur Formel-1-Rennstrecke. Rein darf man nur, wenn das Rennen statt findet. Von außen recht schmucklos. Auf dem Weg zur Rennstrecke gab es immer wieder verschiedene Sehenswürdigkeitenschilder. Wir fuhren weiter zum Wildlife Park, der hatte jedoch um die Mittagszeit geschlossen und sollte um ein Uhr wieder aufmachen. In der Not, anderthalb Stunden überbrücken zu müssen, machten wir uns auf, den “Tree of Life” zu suchen.

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Auf den Satellitenkarten war er leicht zu finden, mit dem Auto gestaltete sich die Suche schwieriger. Er war nämlich mal wieder nur einmal ausgeschildert. Auch die Karte, die wir bekommen hatten, war nicht hilfreich. Einige der Landesattraktionen waren an der falschen Stelle eingezeichnet. Da wir also auf der falschen Straße fuhren, kamen wir lediglich zum Öl-Museum und der ersten Ölpumpe des Landes. Das Museum schenkten wir uns, war eh geschlossen, von der Pumpe machten wir ein paar Bilder, um nach wenigen Augenblicken zu merken, dass es in der prallen Sonne heiß ist und wir wieder die Klimaanlage bemühten.

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Die Suche hatte aber zumindest die Zeit überbrückt, so dass wir zurück zum Wildpark gondelten. Dort gibt es neben Bauernhoftiere, Schafe, Ziegen, Rehe, auch ganz exotische Tiere wie Dromedare! ;) Die Strauße waren neugierig, die Falken mussten für Fotoshootings herhalten, der Fennek (Wüstenfuchs) hatte ein zu kleines Gehege. Die Stachelschweine wurden mit Wildschweinen verwechselt, schliefen aber trotz dieser Beleidigung im Schatten weiter.

Nach einer kurzen Pause düsten wir zurück nach Manama, wobei schleichen treffender ist. Auf vielen Straßen in Bahrain ist die Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h beschränkt.
Für unser Mittagessen entschieden wir uns für die CityCentre Mall, dort gab es auch einen Musikladen, in dem wir ein Clavinova angucken durften, dass billiger als in Deutschland zu haben war. Wenn die Unsicherheit mit dem Zoll nicht gewesen wäre, hätte man fast schwach werden können.

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An der Grenze ging es durch die ganzen Stationen zurück nach Saudi. Zunächst bekamen wir einen Zettel, der wohl bestätigte, dass wir mit dem Auto auch eingereist waren. Ausreise aus Bahrain, Einreise nach Saudi-Arabien, die Zollkontrolle und den Autozettel wieder abgeben. Klingt so einfach. Doch der Schock sollte noch kommen. Susannes Passnummer konnte von dem Bahraini nicht im Computer gefunden werden. Ob sie die Männer vom Flughafen abgeholt hätten. Mit Händen und Füßen wurde uns erklärt, dass wir uns an den Rand stellen sollten und Andi müsste die Passangelegenheit in einem Büro klären. Gesagt getan, Andi stieg aus und verschwand aus unserem Blickfeld. Dann fiel uns auf, dass die Pässe der Männer nicht zurückgegeben wurden, leichte Unruhe machte sich breit. Nach 15 Minuten warten kam Andi zurück zum Auto und hatte alle drei Pässe dabei. Elhamdulillah! Bei der Einreise war dem eintippendem Beamten ein Tippfehler unterlaufen. Dies konnte in der Passstelle behoben werden und am Autoschalter wurde dieser Umstand gewissenhaft gegengeprüft, bevor die Pässe ausgehändigt wurden.

Der Saudi am Einreiseschalter hatte wohl Gesprächsbedarf, denn er fragte in 2 Minuten drei mal nach dem Befinden um die Gegenfrage zu überhören. Am Einreiseschalter gab es schon Stau, der an der äußerst sorgfältigen Zollkontrolle lag. Jedes Auto musste anhalten, die Männer aussteigen, den Kofferraum aufmachen. Kontrolliert wurde nicht. Statt dessen gab es einen hübschen Stempel, dann wurde man weiter gewunken. Effektiv! Danach merkte man sofort, dass man es nun mit saudischen Autofahrern auf saudischem Boden zu tun hatte. Aus einer mach fünf Spuren, um am Schalter, der ausgelagert war, zurück zu einer Spur zu finden. Wir mussten den liebgewonnen Zettel mit Stempel wieder hergeben. Danach waren wir wieder allein gelassen mit den Chaotenfahrern, der chaotischen Ausschilderung und Straßenführung. Riad war selbstredend nicht ausgeschildert, so dass wir zunächst Richtung al-Khobar fuhren. Mit einem sooo vermissten U-Turn drehten wir uns zurück Richtung Riad und mit einem kurzen Tankstopp und einer Straßenkontrolle, gelangten wir sicher nach Hause. Wobei sicher in diesem Fall nicht selbstverständlich ist. Regelmäßiges Lichthupen, bis auf wenige Meter auffahren mit Tempo 180, rechts überholen bei hohem Tempo oder auch einfach links halb im Sand überholen. Willkommen auf saudischen Autobahnen, wenn es dunkel ist.

Um halb 10 rum, waren wir dann aber wieder bei unserem Panthern, die uns überglücklich begrüßten. Alle Bilder gibt es in der Bahrain Gallery.


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Ein Kommentar zu “Kurzurlaub in Bahrain”

  1. Bahrain nachgetragen -- cratoo.de Germany WordPress   am:

    [...] mir selbst irgendwann einmal die zeitliche Zuordnung zu erleichtern, habe ich unseren Bahrain-Erlebnis-Bericht auf Juni zurückdatiert. Wundert euch also nicht, dass ihr jetzt einen Artikel aus dem Juni im [...]

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