Nachdem der erste Teil der Reise abgeschlossen war, ging es weiter, unsere beiden Panther wieder zu holen. Vom Tierarzt hatte Andi eine Zeichnung bekommen, wohin wir müssen, leider lag sie zuhause…
Wir versuchten es am “1. Exit” der Waren-Ausfuhr, wie wir kurz darauf merkten. Wie man in der Beschreibung sieht, war es zwar die erste Ausfahrt, aber der 2. Eingang
Nach einem ersten Durchfragen landeten wir in einem Büro, in welchem man von uns die Frachtpapiere sehen wollte. Die lagen natürlich noch im Auto, also Kommando zurück und den Zettel holen. Auf die Frage, wo denn die Katzen seien, antworteten wir, dass wir eben da wären, um sie abzuholen. Leichte Ratlosigkeit auf beiden Seiten. Beim Vorlegen der Frachtpapiere reichte ein geschulter Blick, um festzustellen, dass wir im falschen Teil des Gebäude waren.
“Follow the white Lexus” war die Aussage, die wir zu hören bekamen und ein älterer Beamter fuhr uns voraus zu dem nächsten Eingang 150m weiter am anderen Ende des Gebäudes.
Dort ging es duch eine sehr strenge Sicherheitskontrolle! Ich wurde praktisch so durchgewunken, bei Andi piepte zwar der Durchgang, aber ein schnelles Abtasten reichte aus.
Durch den Kabuff mit der Sicherheitskonrolle ging es über den Hof ins eigentliche Gebäude. Wir liefen einfach mal drei Männern hinterher, die den Eindruck erweckten, sie wüssten wohin es geht. Und tatsächlich führten sie uns ins 1.OG in eine Schalterhalle zu den Document Processing Counter. Dort wurde die Frachtkopie angeschaut und uns mitgeteilt, dass wir jetzt die Originale bräuchten. Nur wo? Wir fragten wieder einen der Männer, der uns grob erklärte wo wir hin müssten. Treppe runter und dann – ja, das war dann etwas unverständlich. Im Erdgeschoss angekommen waren wir in einer großen Halle der Luftfrachtverarbeitung. Wir wussten, wir müssen ins “Warehouse”, wieder war durchfragen angesagt. Ein Arbeiter schickte uns erst mal in die falsche Richtung. Letztendlich waren wir bei einigen Schreibtischen angelangt, die in Mitten der Frachtcontainerverarbeitung angesiedelt waren. Dort sagten wir wieder unser Sprüchlein auf, woraufhin wir gebeten wurden uns zu setzen. Eilig wurden noch Stühle freigeräumt. Es war eindeutig der lauteste Teil des Gebäude. Die Waren wurden auf Rollstraßen und Gabelstablern transportiert. Es war ein einziges Gerumpel, Quietschen und Gepiepse. Nach ein paar Minuten wurden die Katzen auf einem Gabelstabler bzw. auf einer Palette in die Halle gefahren.

Ein kurzer Blick bestätigte, dass es den beiden Schwarzen Fellknäuel soweit halbwegs gut ging und dass es tatsächlich unsere Katzen waren. Wir bekamen einen Teil der Papiere ausgehändigt und wieder in zurück zur Document Processing Schalterhalle geschickt. Dort wurden nochmals die Papiere kontrolliert, dann mussten wir bezahlen. Der Pass wurde nochmal kontrolliert, und es waren 85 Saudi Rial (etwa 17€) fällig.
Damit war das erledigt und wir durften wieder runter. Diesmal direkt zu den Schreibtischen, von dort wurden wir in das nebenan liegende Büro verwiesen. Wieder Papiere angeschaut und zurück zu den Schreibtischen. Diesmal durften wir die Katzen mitnehmen.
Weiter ging es zum Zoll – Papiere anschauen – zum Tierarzt – Papiere anschauen. Glücklicherweise hatte Andi den Import Permit bei den Saudi Vets besorgt, denn entgegen der Aussagen in einigen Blogs, war dieser zwingend notwendig. Zudem hatten wir Glück, da Privatpersonen maximal 2 Tiere pro Jahr einführen dürfen. Beim Tierarzt war aber plötzlich Schluss mit der schon liebgewonnen Prozedur. Er wollte die Originalpapiere sehen. Diese lagen – natürlich – noch im Auto.
Andi lief also zum Auto und holte die von der saudischen Botschaft in Deutschland beglaubigten Tollwutzertifikate/Gesundheitszeugnisse des Veterinämts. Der Tierarzt wollte eine Kopie behalten, dabei ist es wohl zur Verwechslung gekommen, denn hinterher hatten wir nur noch die Kopien der Zertifikate und nicht mehr die Originale.
Danach ging es für uns wieder zurück zum Zoll. Mal wieder wurden die Papiere kontrolliert. Jetzt hieß es für uns das erste Mal an diesem Abend lange warten. Das Zollkabuff wurde geschlossen, der Tierarzt ging, die Arbeiter verließen die Halle und wir saßen da und warteten… Wir warteten auf einen zweiten Zollbeamten der bestätigen sollte, dass wir die Katzen ausführen dürfen. Nach langen 30 Minuten bequemte sich der Herr auch in die Halle. Er schickte uns weiter zu einer weiteren Station. Hatte er die Angaben, dass wir für die Katzen bezahlt hatten, etc eingetippt wurden sie hier ausgedruckt.
Nun durften wir endlich gehen. Am Ausgang gaben wir einen Ausdruck ab um zu bestätigen, dass wir tatsächlich drei Stunden damit zugebracht hatten die Katzen auszulösen und wir sie auch ganz bestimmt mitnehmen durften.
Es war inzwischen 23.40 Uhr, um kurz nach 12 waren wir dann in unserem neuen Zuhause. Die Katzen und ich erkundeten dann schnell noch die neue Umgebung, um dann todmüde ins Bett zufallen.
Insgesamt hat der Umzug der Katzen doch einiges gekostet. Mit den Katzenboxen á ~50 Euro, den Gesundheitszertifikaten á 10 + Beglaubigung á 12, dem Flug für 570 und dem Import Permit für 1380 SAR (rund 265 Euro) sind wir also bei ~ 1000 Euro. Dazu kommt noch der Bluttest á 70 Euro, um zu bestätigen, dass die beiden tollwutfrei sind, um sie auch wieder nach Deutschland bringen zu dürfen. Andererseits, wenn man sich Bilder wie obiges ansieht und sie im Alltag um sich hat, spielt das Geld nur noch eine untergeordnete Rolle