Quadfahren in den Wüstendünen

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Ziemlich spontan, ging es diesmal zum Quadfahren in die Wüste. Und was hat sich das gelohnt 😉 Wir fuhren etwa 30-40 Minuten aus Riyadh raus in den Norden, bis linker Hand die ersten Sanddünen begannen, dort gab es dann auch direkt mehrere Quad-Verleihe. Nachdem wir den Preis von 100 SAR (etwa 20 Euro) pro Person für eine Stunde „ausgehandelt“ hatten (soll heißen er wurde uns vorgeschlagen und wir fanden ihn ok ;)), ging es schon los.

304_quads

Eigentlich wollten wir alle Quads ohne Schaltung fahren, hatten dann aber doch alle welche, die prinzipiell zu schalten waren. Prinzipiell heisst, dass man schaltete ohne eine Kupplung zu brauchen und der dritte Gang uns als „Automatik“ genannt wurde. Bei mir war der dritte Gang auch direkt mal nicht drin, so dass ich den anderen erstmal nicht wirklich hinterherkam. Da kamen mir dann meine Jahre mit dem Motorrad zu Gute und nach ein bisschen hin und her fuhr ich dann auch keine Dritte-Gang-Automatik mehr, sondern halb-automatisch, also mit schalten ohne kuppeln 😉

Es gilt Herausforderungen wie das Steckenbleiben im Wüstensand zu meistern. Susanne durfte sich dabei von einem hilfsbereiten jungen Mann helfen lassen und ich schaffte es dann selbst, indem ich das was ich bei ihm gesehen hatte, nachmachte. Einfach den ersten Gang einlegen und mit hüpfend/wippenden Bewegungen auf den Fußrasten den Druck auf die Reifen erhöhen, um sich somit aus dem tiefen Sand herauszufahren. Eine weitere Spezialität sind die ganzen Rillen, von anderen Fahrer. Wenn man quer auf diese trifft, macht das bis auf ein leichtes Gewackel nicht viel aus. Fährt man aber parallel zu ihnen und kommt ungünstig rein, kann einen das etwas aus der Bahn werfen. Aber große Dünen zügig bergab zu fahren kann schon was 🙂

quad-wuesten-duene

Es ist schon extrem spassig mit diesen 500 Kubikmaschinchen über die Sanddünen zu heizen. Düne hoch, Düne runter, auf dem Quad wedeln und ich kann ganz gut verstehen, weshalb die saudische Jugend damit ihre Zeit verbringt. Allerdings sollte man es auch nicht übertreiben, denn schnell kann aus einer zu engen Kurve auch ein Überschlag/Abstieg vom Quad werden. Ist zumindest mir so passiert 😉 Nicht dramatisch, nicht schmerzhaft, aber definitiv hatte ich kurz mal den Wüstenboden geküsst. Schlimmer ist vielmehr, dass man sich verdammt schnell Blasen an den Fingern von den Griffen der Quads holt. Ich glaube das nächste Mal, kaufe ich mir vorher irgendwelche Handschuhe 😉 Abgesehen davon, wurden die Quads auch ganz schön heiß, so dass es zum Ende hin schon etwas unangenehm wurde, den Motor direkt neben den Beinen zu haben.

Was auch nicht zu unterschätzen ist, ist natürlich die Sonne. Merkwürdigerweise habe ich wohl keinen Sonnenbrand davongetragen, aber es hätte mich absolut nicht gewundert, wenn ich jetzt ein rotes Glühwürmchen wäre. Außerdem werde ich morgen wohl elends Muskelkater haben, aber das wars in jedem Fall wert 😉

Mit etwas Glück, kann ich die Tage noch ein Video nachreichen. Einer der Mitfahrenden war so verrückt und fuhr mit einer Kompaktknipse durch die Gegend und hat ein paar Fotos und Videos gemacht. 🙂


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5 Kommentare zu “Quadfahren in den Wüstendünen”

  1. Herschel   am:

    Ich dachte, man muss dort feilschen wie ein Teppichhändler…oder ist das nur so ein dummes Klischee?


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  2. Andi   am:

    Nein, eigentlich feilschst du hier nie. In der Regel erntest du mit den Versuchen nur ungläubige Blicke.


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  3. Matthias   am:

    Geil, quasi Kartfahren in der Natur! Dass das Laune macht, glaube ich auch alleine beim Gedanken daran schon. 🙂 20€/h ist nicht mal wirklich teuer für deutsche Verhältnisse… wie das für saudische Jugendliche aussieht, musst allerdings du mir sagen – das BIP/Einwohner ist jedenfalls 32% niedriger als in D.¹ Habt ihr aber nicht mal Lust, eine Helmkamera bei so einer Fahrt mitzunehmen? 😀

    Ach, und etwas verwundert war ich auch, als ich las, dass Susanne mitgefahren ist. Frauen dürfen also in der Pampa Quad fahren, aber kein Auto im Straßenverkehr?

    ¹https://secure.wikimedia.org/wikipedia/de/wiki/Liste_der_Länder_nach_Bruttoinlandsprodukt_pro_Kopf


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  4. Andi   am:

    Bei einem Kart sitzt du ja in einer Schale und wesentlich tiefer, insofern ein Unterschied.
    Ich habe keine Ahnung ob die 20 EUR teuer sind, allerdings steht das im Grunde in keinem Verhältnis zu den Sprit-/Wartungskosten für die Teile. Andererseits werde ich mich über den Preis jetzt nicht beschweren. Ich fands ok 🙂 Die Saudis heizen teilweise auch mit ihren PKW durch die Dünen und ich vermute, dass die 100 SAR für die schon ziemlich teuer ist.

    Prinzipiell dürfte eine Frau wohl eher nicht mitfahren, aber zum einen findest du in der Wüste eher keinen Muttawa, der die Einhaltung der Sitten kontrolliert und zum anderen sind die Verleiher schlicht am Geld interessiert. Insofern war es kein Problem, dass sie auch fährt.

    Was ich oben vergessen hatte zu erwähnen: die Dünen waren teilweise übersäht mit Müll aller Art. Plastikflaschen-/ und Tüten und wohl alles von Leuten die da vor Ort eben rumdüsen und ihr Zeugs einfach hinwerfen. Sehr schade um die ansonsten unberührte Wüstenlandschaft. Andererseits haben wir ja auch unseren Teil dazu beigetragen, dass sie nicht mehr unberührt war :/

    Helmkamera ist da eher ein Problem, zumal man ohne jegliche Schutzbekleidung unterwegs ist. Also es bestand nicht mal die Möglichkeit Helme oder so zu kriegen 😉 Ist halt alles ein bisschen anders als in D.


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  5. Auf der Farm des Scheichs -- cratoo.de   am:

    […] zur Verfügung, um durch die Dünen zu brettern. Glücklicherweise verzichtete ich diesmal, da Quad durch die Wüste fahren, bereits mehrfach zu unserem Freizeitvergnügen gehörte. Leider gab es nämlich ein paar Unfälle. […]


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