Hochseilgarten Abenteuerpark Kandel

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Mehr als ein Jahr hatten wir vor einen so genannten Hochseilgarten, Kletterwald oder wie auch immer man es nennen möchte, zu besuchen. Nach einem Tipp durch Bekannte und der Entscheidung einen spontanen Motorradausflug zu machen, landete der Funforest Abenteuerpark Kandel als Ausflugsabschluss auf der Liste. Schon vorweg: Das Klettern ans Ende des Ausflugs zu setzen, war nicht die optimale Entscheidung. Leider haben wir uns nämlich bei der Zeit verschätzt und Zeit sollte man mitbringen.

Nachdem wir unseren Abstecher nach Wissembourg hinter uns hatten, kamen wir ca. um 15 Uhr im Hochseilgarten an. Zuerst stand Ausrüstung holen auf dem Programm. Geklettert wird in einem Klettergeschirr, an dem zwei Seile mit Karabinern hängen. Einer der Karabiner hat zudem noch eine Seilrollen, die man später einige Male brauchen wird. Um die Sicherheit zu gewährleisten bekommt man, bevor man klettern darf, eine Kurzeinweisung in die Sicherheitsvorkehrungen. Dazu gehören die Erklärung der Karabiner und wie man die Seilrolle richtig auf das Seil setzt, sowie Hinweise, die Karabiner immer gegenläufig ineinander zu hängen, um sicherzustellen, dass sie nicht in die gleiche Richtung aufgehen. Der Informatiker würde wohl sagen: Vermeiden des single Point of Failure ;)

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Außerdem wird einem demonstriert, wie die dauernde Sicherung gewährleistet ist, indem die beiden Karabiner immer nacheinander von dem Sicherungsseil zwischen den Bäumen auf die Sicherung an einer Baumstation übertragen wird und man somit nie ungesichert ist. Auf Sicherheit wird also viel Wert gelegt :)

Allein die Einweisung und das Vorführen der doppelten Sicherung, um das Verständnis des Ablauf zu zeigen dauert rund 20 Minuten, die wir so nicht einkalkuliert hatten. Entsprechend blieben von unseren 3 Stunden Kletterzeit, die sonst im Standardpaket zur Verfügung stehen, nur rund 2,5 zur Verfügung. Beim ersten Mal lohnt es sich übrigens mit einem Einsteigerparcours anzufangen, um ein Gefühl für die Sicherung zu bekommen.

Die Sicherung ist es auch, die als Negativpunkt verbleibt. Meiner Meinung nach sollten zusätzlich zum Helm und Klettergeschirr, Handschuhe ausgegeben werden. Es würden auch einfache “Fahrradhandschuhe” reichen, aber es wäre eine erhebliche Verbesserungen beim Umgang mit den Drahtseilen. Ohne die Handschuhe hat man nach drei Stunden schöne Schwielen an den Händen.

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Das Klettern hingegen ist reiner Spaß. Hat man die/den Einsteiger Parcours abgeschlossen und damit ein Gefühl dafür wie hoch man in den Bäumen über der Erde sein wird (als erster Eindruck, spätere Parcours sind natürlich ungleich höher ;) kann man sich auch direkt an die “richtigen” Parcours machen. Dabei sind die Parcours farblich entsprechend der Schwierigkeit markiert. Hell bedeutet eher leicht und dunkel eher schwer. Dazu gibt es die Unterscheidung zwischen Standard- und Profi-Paket. Letzteres ist etwas teurer und enthält auch richtig anspruchsvolle Parcours. Zum Ende sahen wir mehrfach Leute zwischen Bäumen hängen und am Kräfte sammeln, um die Strecke zwischen den Bäumen doch noch zu überwinden. Sollte es aber wirklich einmal nicht mehr gehen, kann man sich jederzeit mit einem beherzten “Rothelm”-Ruf aus den Bäumen holen lassen. Zudem gibt es vor anspruchsvollen oder auch einfach nur sehr hohen Stationen immer einen Notausstieg. Es wurde also so ziemlich an alles gedacht.

Wir gingen allerdings nicht nach Schwierigkeitsstufe vor, um nach unserem Eingangsparcours einen weiteren Kurs zu finden. Nein wir machten es abhängig davon, wieviele Leute am Start anstanden. Und so war unser erster richtiger Parcours die Nummer 12 von 14 Kursen, die man im Standard-Paket klettern darf. Und Parcours 12 beginnt mit einem Surfbrett über die Straße. Sprich eine Seilbahn, bei der man auf einem Surfbrett über die Straße gleitet :) Glücklicherweise wurde der Kurs dann nicht schwerer, sondern war danach relativ leicht. Das Surfbrett hatte es schon in sich, was sichern, festhalten und absteigen anging.

Ein wenig schade an den Parcours ist, dass man am Ende immer wieder zurück laufen muss und nicht dort weiterklettern kann, wo man angekommen ist.
Für uns folgten mit dem nächsten Kurs auch noch weitere Highlights, wie der höchste Punkt des ganzen Hochseilgartens mit angeschlossener langer Seilbahn. Bei diesen sollte man übrigens, wie in der Einführung auch angesprochen, wirklich drauf achten, dass man auf eine Verdrillung des Sicherungsseils achtet. Mir passierte es zweimal, dass ich mich während der Seilfahrt dreht und mit dem Rücken voraus unterwegs war. Klingt lustig, ist es aber nur bedingt, wenn man keine richtige Möglichkeit hat sich abzufangen und auf die Polsterungen auf der anderen Seite knallt. Nicht schmerzhaft, aber vermeidenswert ;)

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Für das nächste Mal habe ich mir persönlich einen Profi-Parcours vorgenommen, mal sehen, ob ich den allein klettern muss ;) Also wer Lust hat: der Hochseilgarten in Kandel hat noch bis Ende Oktober offen. Ich wär dabei, wenns die Zeit zulässt :) Was die Temperaturen angeht, lässt es sich wohl auch bei frischeren Temperaturen klettern. Man merkt es während des Kletterns nicht so, aber es strengt doch ziemlich an und es wird einem ganz gut warm. Unter meinem Helm waren die Haare zumindest nicht mehr trocken. Dass es anstrengend war, durfte ich zudem die nächsten Tage merken. Muskeln gibts, die gibts nicht ;)

Soviel zu meinen Eindrücken und ich denke da werden noch ein paar von den Profi-Parcours folgen. Ich sag nur von Seil zu Seil schwingen oder 250m Seilbahn (damit die längste in Deutschland ;) ).


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