Es gibt also eine Studie die bestätigt, was man sich mit gesundem Menschenverstand auch so hätte denken können: Studiengebühren verhindern das Studium finanziell schwächer Gestellter oder im
Speziellen junger Frauen.
Jetzt bin ich total baff. Hat das “tolle” Angebot eines “günstigen” Kredits doch nicht funktioniert?
Wenn es nach den Grundvorraussetzungen geht zähle ich theoretisch zu den potentiellen Opfern der Gebühren und hatte einfach viel Glück 20h die Woche arbeiten und studieren unter einen Hut bringen zu können. Zudem habe ich mit meinem Studium angefangen als es noch keine Studiengebühren gab. Ich bin also in zweierlei Hinsicht nur halb betroffen. Wenn ich mir jetzt aber vorstelle, es hätte die Gebühren bereits 2005 gegeben und die Jobsituation wäre für mich nicht so rosig gewesen, ich könnte mir vorstellen, der Schritt hin zum Wagnis Studium wäre gefühlt definitiv größer und unwägbarer gewesen. Dazu kommt noch der Problempunkt Studiendauer: War man früher nur als extremer Langzeitstudent gestraft, ist heute schon von Anfang an klar: Werd schnellstmöglich fertig, sonst wirds richtig teuer. Zum Anfang wirkt so ein Bachelor-Studium ja kompakt und mit drei Jahren schnell absolviert. In der Praxis ergeben sich dann aber doch Situationen, die das Studium ein oder zwei Semester verlängern. Nicht umsonst gibts die Begriffe Regelstudienzeit und Durchschnittsstudienzeit.
Somit bleibt doch als Quintessenz nur, dass Studieren heutzutage ein Luxus ist und der “günstige” Kredit nur eine hohle Phrase darstellt. Für mich wäre nie in Frage kommen, einen Kredit aufzunehmen um studieren zu können. Wenn ich bedenke, wie ich mich mit meinem ersten Studium der Nachrichtentechnik geirrt habe, ist so ein Irrtum mit Gebühren eben nicht nur mit viel Zeit sondern auch, für junge Menschen, mit sehr viel Geld verbunden.
Oft wird auch als Argument herangeführt, dass die Motivation gesteigert würde das Studium schneller abzuschließen, wenn man das Studium bezahlen muss. Meiner Meinung nach ein weiterer entscheidender Irrtum. Wer schon einmal viel Geld für, sagen wir, ein Heimfitnesscenter ausgegeben hat und sich damit selbst unter Druck setzen wollte nach dem Motto “ich hab viel Geld dafür ausgegeben, also werde ich auch regelmäßig trainieren”, müsste wissen, dass diese Logik von vornherein zum Scheitern verurteilt ist. Der Wille zu trainieren, oder eben der Wille zu studieren, lässt sich nicht über einen finanziellen Druck generieren. Er ist schlicht das Ergebnis der eigenen Motivationsfähigkeit.
Und normalerweise verbindet man mit über Geld eine gewisse Motivation zu erzeugen eher den Begriff Korruption….
Wie auch immer, wenn die Studiengebühren wenigstens einen spürbaren Erfolg gehabt hätten, aber selbst das muss ich für mich verneinen. Ich weiss nur, dass was ich früher schoneinmal sagte: Unsere Professoren wissen z.T. nicht einmal was sie mit dem Geld machen sollten. Zurückverlangen hatte allerdings auch keinen Zweck.
Und so bleibt nur mein unverständliches Kopfschütteln und das Gefühl sich von der Politik betrogen und gleichzeitig machtlos zu fühlen. Manchmal frag ich mich wirklich ob an dem Gedanken, dass Menschen solange befördert werden, bis sie sich in einer Position befinden, die sie nicht mehr ausfüllen können, was dran ist.