Dieses Zitat von Obelix lässt sich auch auf die Karlsruher anwenden. Es waren heute mal wieder sehr verrückte Menschen unterwegs.
Den Anfang machte unser Sitznachbar im Café Emaille. Nicht genug, dass er unser Gespräch belauschte und dabei auch die Inhalte des aufgeklappten Notebooks neugierig beäugte, nein, er kommentierte das Gespräch auch noch.
Wenn er grade nicht zu uns schaute, begutachtete er vorbeilaufende junge Frauen und ließ chauvinistische Sprüche über Eigenschaften des Körperbaus eben jener Frauen ab. Seine englischen Ausrufe sollten ihn wohl gebildet erscheinen lassen, ließen ihn aber nur noch verrückter wirken.
Kurz drauf kam ihm die einfallsreiche Idee zwei jungen Mädchen etwas spendieren zu wollen und hielt uns für Volltrottel da wir darauf nicht reagierten und ihn weiterhin ignorierten.
Sein äußeres Erscheinungsbild beschleunigte unsere Entscheidung, uns zum Essen einen anderen Tisch zu suchen, wo der nächste Problemfall nur auf uns warten sollte.
Ein älterer Herr um die 70 näherte sich. Ob er uns eine Frage stellen dürfte. Nun gut, eine Frage sollte ja schnell beantwortet sein. “Was ist die Verfassung?” Nachdem wir ihm diese Frage nicht zufriedenstellend beantworten konnten, wollte er von uns noch die Verfassungsorgane wissen. Auch diese konnten wir aus dem Stehgreif nicht aufzählen. Vor ein paar Monaten machte der Einbürgerungstest Furore. Die Multiple-Choice-Fragen zu diesem Thema waren schnell und richtig beantwortet, aber so im Gespräch – alles Wissen das man in der Schule angesammelt hatte, ist weggeblasen.
Nett war auch, dass in der Zwischenzeit unser Essen kam, das war aber kein Hindernis uns weiter mit diesem Thema zu belästigen. Nun wissen wir, dass der Alte ein Buch zu diesem Thema (die dummen Deutschen, die politikverdrossen sind) herausbringen wird. Dieses wird in sieben Sprachen veröffentlicht. Zu Recherchezwecken hat er einen Fragebogen entwickelt, der in 50 Sprachen übersetzt werden soll. Und: lediglich der Ministerpräsident aus Thüringen konnte seine Fragen alle richtig beantworten. Gratulation an dieser Stelle.
Auf dem Rückweg, Kreuzung Kriegsstraße/Fritz-Erler-Straße durfte ich dann noch einen Unfall beobachten. Die Ampel zeigte grün für die Autos in Richtung Ostring. Vor dem Check-In standen ein paar junge Männer. Einer davon lief noch schnell über die Straße, wurde von einem Auto erfasst. Knallte mit dem Kopf gegen die Windschutzscheibe, machte ein Salto und landete auf der Kühlerhaube. Im nächsten Moment rappelt er sich auf, mosert den Fahrer an und verlässt die Kreuzung. Bevor ich selbst los fuhr, sah ich noch wie der Fahrer, dessen Frontscheibe völlig zerstört ist, dem Flüchtenden hinterher setzt.
Nun bin ich zuhause und freue an über zwei Katzen, die menschliche Züge an den Tag legen und ein klein wenig verrückt sind.
Hoffentlich zeigt die Aspirin bald Wirkung um den Kopfschmerzen, die an solchen Tagen nicht lange auf sich warten lassen, den Garaus zu machen.
UPDATE 28.8.08: Ka-News hat einen Bericht zum Unfall: Die Tram nicht mehr gekriegt, Jugendlicher von Pkw erfasst. Nur meines Erachtens war da keine Straßenbahn im Spiel… Nunja, wenn der Autofahrer damit leben kann