Donnerstag Abends setzten wir uns in den TGV und 3 Stunden später hiess die Station Paris Gare de l’est. In Paris angekommen mussten wir feststellen, dass ein Streik der Bahnangestellten in Frankreich u.a. bedeutet, dass man die Metro kostenlos verwenden kann, da man keine Tickets bekommt und auch keine benötigt, da die Absperrungen zur U-Bahn offen und Kontrollen eher selten sind.
1.1 Call-a-Bike
1.2 Place de la Bastille
1.3 Nanas
1.4 Louvre mit den Pyramiden
1.5 Place de la Concorde
1.6 Champs-Élysées
1.7 Eiffelturm
1.8 La Tour Montparnasse
2.1 Katakomben
2.2 Rauf auf den Eiffelturm
2.3 Sacré Coeur
2.4 Moulin Rouge
2.5 Oper
2.6 Hôtel de Ville & Notre Dame
2.7 Champs-Élysée bei Nacht
Erster Tag
Call-a-Bike
Auf dem Weg von der Metro zur Unterkunft sahen wir dann schon das Pariser Pendant zu “call-a-bike”. Es handelt sich dabei um Poller auf dem Gehweg in welche man Fahrräder einhängt.

Die Masse und Häufigkeit der Fahrräder lässt darauf schliessen, dass Leihfahrräder in Paris sehr schnell angenommen wurden.
Als nächstes wurden wir mit einer weiteren französischen Eigenart konfrontiert:
Es ist üblich dass die Haustür eines Hochhauses nicht mit einem Schlüssel sondern über einen Zahlencode geöffnet wird. Allerdings stellt sich dabei die Frage wie sich das im Falle eines Auszugs darstellt. In unserem Fall war der Code schon eine Weile nicht geändert worden – trotz einiger Umzüge.
Place de la Bastille
Nach einem – was auch sonst
– Baguette Frühstück gings am nächsten Tag mit einem groben Plan los mit der Metro Richtung Place de la Bastille, aber nicht ohne mit Händen und Füssen am Ticket Schalter mitgeteilt zu bekommen, dass, ob des Streiks, kein Ticket gelöst werden muss.
Die Säule auf dem Place de la Bastille war dann wenig spektakulär und entsprechend waren wir nach ein paar Fotos auch auf dem Fussmarsch in Richtung Centre Georges Pompidoui. Auf dem Weg dorthin kamen wir am Place des Voges und dem dort befindlichen Square Louis XIII vorbei.
Nanas
Das Wetter war allerdings nicht so prickelnd und so hielten wir uns dort nicht lange auf. Am Centre Pompidou schauten wir uns dann die Nanas von Niki de Saint Phalle an. Das ist mal eine Kunst die mir gefällt 
Über einen kleinen Umweg durch “die Kirche bei der Börse” St. Eustache kamen wir dann an der Börse an. Deren Eingangsbereich ist für Besucher geöffnet und man kann einen Blick unter die Kuppel werfen. Wir haben uns nicht getraut Fotos zu machen, obwohl es grad hier interessant gewesen wäre. Hier ein Bild von Picasa von einer Edith:
Louvre mit den Pyramiden
Einige Strassen weiter standen wir dann auch schon vor dem Louvre dessen Ostfassade allein schon beeindruckend wirkt. Durch den Innenhof gelangten wir schliesslich zum bekannten Symbol des Louvre: die drei Pyramiden.
Einen Besuch des Louvre bzw. aller Museen hatten wir schon am Abend zuvor verneint, da man v.a. fürs Louvre und auch für die anderen Museen mindestens ein paar Stunden rechnen muss.
Entsprechend waren wir nach einem Blick auf die Mona Lisa wieder unterwegs und auf der Suche nach einer günstigen Essensmöglichkeit.
Place de la Concorde
Wir landeten auf dem Boulevard St Germains im Viertel St Germains. Dieses war weder preiswert noch war der Chef nett/zuvorkommend. Wir wollten nur ein Baguette/Sandwich (beides im Wert von ~8 €) und Monsieur Chef war pampig, weil ihm das wohl nicht reichte. Naja jedem sein Himmelreich.
Nach der Mahlzeit wollten wir, nach dieser bisher ganz ordentlichen Strecke, bis zum Place de la Concorde mit der Metro weiterfahren. Die nächste Station, die wir fanden, befand sich aber im Umbau und es ergab sich der Satz “ach komm das Stück laufen wir jetzt noch”.
Perfekt zum Zeitpunkt des ersten richtigen Blicks auf den Eiffelturm und auf den Obelisk kam jetzt auch die Sonne raus, so dass die Spitze des Obelisken kräftig leuchtete und ich sogar beide Spitzen berühren konnte 
Da wir den Place nicht komplett abliefen, bemerkten wir auch die Ampel nicht, sondern liefen quer über die Strasse. Bei 3-4 spurigem Verkehr und Teilnehmern die aus Gewohnheit auch fahren wenn Ampeln rot sind macht das richtig Spass 
Auf der anderen Seite angekommen standen wir dann zwischen dem Meeres- und dem Flussbrunnen und dem Obelisk von Luxor mitten auf dem Place de la Concorde.
Champs-Élysées
Es folgte wieder der Satz “ach komm das Stück laufen wir jetzt noch” und schon waren wir unterwegs auf der Champs-Élysées und liefen gradewegs auf den Arc de Triomphe zu. Dabei stellt man dann auch schonmal fest, dass man auch in Paris kuriose Vereine aus Deutschland im Ausland antreffen kann, namentlich das Delfin Ballett aus Rostock.
Es folgten noch einige hundert Meter mehr und retrospektiv betrachtet, wären wir doch lieber mit der Metro gefahren. Anderseits wollt ich die Champs-Élysées schon immer mal hoch/runterlaufen. Wir kamen dann auch an den ganzen Edelboutiquen vorbei, ich persönlich fand den Taubenkampf aber viel Interessanter:
Dies war dann aber auch schon ziemlich in der Nähe des Arc de Triomphe. Aus irgendwelchen verwirrten Gründen übersahen wir die Unterführung und entschieden uns an der folgenden Stelle über die 4 spurige Strasse, die rund um den Arc führt zu laufen. Die Autofahrer waren jedenfalls sehr begeistert und behupten unser mutiges Unterfangen 
Eiffelturm
Auf dem Rückweg entschieden wir uns dann doch für die “sichere” Variante und nahmen die Unterführung. Danach gings direkt weiter diesmal doch lieber mit der Metro zum Trocadero. Janosch hatte uns den Tipp gegeben, das man von hier oben einen guten Blick auf den Tour Eiffel hat. Natürlich kann man Paris nicht besuchen ohne nicht wenigstens einmal ein Crêpe gegessen zu haben, so spendierte Susanne uns eins.

Ursprünglich hatten wir noch überlegt an diesem Tag auf den Eiffelturm zu steigen. Aufgrund unseres Hungers und der Menge an Menschen die selbst um kurz vor 18 Uhr noch an den Pfeilern standen, verwarfen wir die Idee aber relvativ schnell. Da wir zusammen mit Janosch essen wollten, warteten wir dann noch eine Ganze Weile unterhalb des Eiffelturms. Zu diesem Zeitpunkt wars eindeutig schon zu kalt, so dass die zu drei Seiten geschlossenen Glashäuser, warum auch immer sie dort rumstanden, sehr gern gesehen waren. Die patroullierenden Soldaten beäugten uns jedoch immer wieder misstrauisch.
Nun war essen angesagt und das im “Restaurant Chartier” und wir waren so glücklich noch ohne eine Warteschlange ins Restaurant zu kommen. Zu Essen gabs u.a. Shrimps (nicht für uns) und Hacksteak. Die bekannte Eigenart des Restaurants ist, die Bestellung auf die Tischdecke zu schreiben und auch die Abrechnung direkt auf dem Tisch vorzunehmen.
La Tour Montparnasse
Als Abschluss für den Tag hatten wir uns rausgesucht den Eiffeltum bei Nacht vom Tour Montparnasse zu betrachten. Zumal der Eiffelturm nachts blitzt und sowohl die Beleuchtung als auch das Blitzen nicht viel hermachen, wenn man dies auf dem Eiffelturm erlebt.
Am Hochhaus angekommen, dachten wir schon, man könnte nicht mehr auf die Aussichtsplattform hoch, doch auf der anderen Seite gabs noch einen Eingang. 6,70 Euro später wurden wir von einer freundlichen Dame an den Fahrstühlen in Empfang genommen, die zum Erstaunen Ihrer Kollegen fließend deutsch, italienisch und noch ein wenig türkisch und spanisch sprach. Allerdings ist mir ein Rätsel weshalb ihre Kollegen das erst bei uns rausfanden.
Wir machten dann Bekanntschaft mit dem zu seiner Erbauung schnellsten Aufzug Europas, bei dessen Nutzung einem, aufgrund des Druckunterschieds, die Ohren zufallen.
Oben angekommen gings dann auch direkt weiter auf die Aussichtsplattform. Und da wir ziemlich pünktlich um 21 am Tour Montparnasse waren konnten wir auch den blitzenden Eiffelturm mitnehmen. Ich kann allerdings nur jedem den Tipp geben, nicht bei Temperaturen unter 10°C dort oben zu versuchen Fotos/Videos zu machen. Die Hände sind danach einfach nur EIS…
Zweiter Tag
Katakomben
Obwohl als Überschrift im zweiten Tag enthalten, konnten die Katakomben leider nicht, wie geplant besuchen, da sie 3 Tage vor unserer Ankunft in Paris wegen Renovierung geschlossen worden war. Die Katakomben wurden uns allerdings als sehr heisser Tipp für einen Besuch nahegelegt. Daher werden wir die sicher auch bei unserem Besuch im Frühjahr begehen. Allein schon wegen den 6 Millionen Totenschädeln
Rauf auf den Eiffelturm
Nachdem wir den Aufstieg auf den Eiffelturm am vorherigen Tag verschoben hatten, wars also am zweiten Tag soweit. Als wir die Schlange vor den Pfeilern sahen, war die Entscheidung, den Aufstieg zu Fuss zu wagen, umso schneller gefallen.
Es ist allerdings schon sehr faszinierend mit welchem Schuhwerk so manche(r) die knapp 670 Stufen bis zur zweiten Plattform raufsteigt. Oben hatten wir dann ziemlich gutes Wetter und somit auch einen tollen Ausblick und konnten somit auch die Auswüchse der “Stadt der Liebe” entdecken (zweites Bild von rechts). Angesichts der wieder sehr langen Schlange entschieden wir uns, nicht zur dritten Plattform hoch zufahren, zumal wir von unserem Insider wussten, dass man nicht mehr oder weiter sondern nur alles kleiner sieht.
Sacré Coeur
Nach dem Abstieg, wieder per pedes, machten wir uns dann wieder vom Trocadero aus auf, in Richtung Sacre Coeur bzw. in zuerst einmal ins Viertel Montmartre um etwas zu essen. Einiges Suchen später fanden wir dann auch eine klitzkleine Pizzeria in einer Seitenstrasse, die im Gegensatz zum Saint Germain am Vortag auch was von Gastfreundschaft verstanden. Entgegen der französischen Gewohnheit gab ich dann auch einen Euro Trinkgeld, was das Betreiberpäarchen sehr freute und ob der Ungewöhnlichkeit auch wunderte 
Einige hundert Meter und Menschenmassen später hatten wir uns dann zur Sacre Coeur vorgekämpft. Schon ein beeindruckendes Bauwerk, ohne Frage. für mich allerdings nur von außen. Innen wirkte sie irgendwie durchschnittlich
Moulin Rouge
Mehr aus Zufall als geplant, machten wir dann noch einen Abstecher beim Moulin Rouge, welches, wie zu erwarten, weniger imposant wirkt, wenn man direkt davor steht. Wir wurden in der Nähe der Sacre Coeur gefragt ob wir wüssten wo in der Nähe das Moulin Rouge sei. Da wir nicht wussten, dass es in der Nähe ist, konnten wir nicht helfen. Als Mann musste ich mir das dann schon ansehen 
Oper
Nach dem Moulin Rouge fiel wieder der entscheidende Satz und wir marschierten Richtung Oper, mein Zugeständnis fürs Moulin Rouge
Vor der Oper spielte grade eine Blaskapelle.
Hôtel de Ville & Notre Dame
Was im deutschen das Rathaus, ist im französischen das Hôtel de Ville weiss die Wikipedia zu berichten. Und da man sich ja informieren will, wie der amtierende Regierende in Paris residiert gingen wir am Hôtel de Ville vorbei um zur Notre-Dame zu kommen. Auf der Brücke zur Île de la Cité konnten wir dann auch noch tolle Bilder der Seine bei Nacht und einer Strasse entlang der Seine machen.
Im Gegensatz zur Sacré Coeur war Notre-Dame auch von innen sehr beeindruckend und passend zu unserem Besuch war noch eine Messe im Gange. Vor der Notre-Dame liegt, mir vorher unbekannt, auch der “Mittelpunkt Frankreichs”.
Champs-Élysée bei Nacht
Nach dem Essen fuhren wir noch mit der vollautomatischen Linie der Metro erneut zum Champs-Élysée. Zum einen wollte ich den Boulevard gerne noch bei Beleuchtung sehen zum anderen interessierte mich noch der Anblick der Pyramiden des Louvre.
Falls es jemanden interessiert: In der Summe sind wir in den 3 Tagen über 32 km gelaufen. Hier noch zwei Screenshots der Strecken aus Google Earth. Wer will kann auch noch die kml/kmz Daten der Strecken für Google Earth haben
Damit war unser Kurzurlaub in Paris allerdings schon vorbei. Allerdings habe ich in so kurzer Zeit lange nicht mehr so viel gesehen oder belaufen. Hat sich also sehr gelohnt