Anreise
Viel zu früh, um 5 Uhr morgens klingelte der Wecker, um uns rauszuschmeißen. Nach letztem hektischem Sachen in den Koffer schmeißen, holte uns Susannes Vater eine Stunde später ab, um uns nach Straßburg zum Flughafen zufahren.
Mit unseren beschränkten Französischkenntnissen, war die Orientierung am Flughafen schwierig. Bis wir rausfanden wo unser Check-In Schalter war, bzw. dass er noch gar nicht offen war, verging einige Zeit. Wir vertrieben uns die Zeit mit Lästern und bangem Hoffen, dass die Männergruppe, die quer durch die Halle einen Mini-Football warfen, nicht ebenfalls nach Bulgarien wolle. Leider wurden wir enttäuscht.
Bezeichnend für die Fluglinie war die freie Platzwahl. Natürlich setzten sich unsere neuen Freunde genau neben uns und fingen prompt mit Bier trinken an.
Um uns die Flugzeit zu verlängern, flog der Kapitän noch nach Metz, wo weitere Fluggäste eingeladen wurden.


Für uns hieß das, Sachen packen und aussteigen. Wieder waren wir, ob unserer Sprachmängel, irritiert was die Flugbegleiter von uns wollen, da es keinerlei nicht-französische Auskünfte gab.
Hotel Neptun
In Bulgarien angekommen, wurden wir vom Reiseveranstalter zu unserem Hotel gebracht.
Zu unserer persönlichen Freude wuden wir von unseren Flugfreunden unterhalten: “Guckt mal, hier kommt jetzt erst ‘Godzilla’ im Kino!”. Dabei sei bemerkt, das es sich lediglich um eine gleichnamige Kneipe in Varna handelt, die einen Godzilla als Figur und um den Eingang hatte.
In Sveti Konstantin i Elena angekommen, fuhr der Bus, für uns unverständlich, einen steilen Berg hoch, als es für uns plötzlich “aussteigen” hieß. Freundlichst wünschten uns die 9 Freunde “Viel Spaß!” und endlich waren wir alleine.
Später am Tag machten wir uns mit Sveti Konstantin vertraut, welches sich als “übersichtlich” herausstellte. Zudem war der Weg “ins Dorf” nicht sonderlich einladend. Unter anderem vorbei an Mülltonnen und Baustellen, sowie über eine zwei bis vierspurige (je nachdem zu welcher Tageszeit und Lust/Laune der Autofahrer) Schnellstrasse.

Am Abend aßen wir im hoteleigenen Restaurant. Für angenehme, lautstarke Unterhaltung sorgte die Hochzeit, die im Restaurant gefeiert wurde. So verzogen wir uns auf die Terasse. Scheinbar waren Köche wie Kellner mit der Menge an Gästen überfordert, denn das Fleisch und auch das restliche Menü ließen zu wünschen übrig. So war das Fleisch roh oder schwarz verbrannt. Lecker hingegen waren die “Hähnchengebellbisse”. Das Hotel versuchte wohl den englischen Begriff Hähnchennuggets wörtlich zu übersetzen. Dabei nahmen sie dann das zwar gültige, aber ziemlich ungebräuchliche Wort “Gabelbisse” zu Hilfe.
Heisse Quellen
Am Sonntag legten wir unseren ersten Strandtag ein. Am Strand gab es dann auch eine der Besonderheiten des Goldstrands: die heissen Quellen. An unserem Abschnitt des Strandes fand sich diese in Form eines Kanalrohrs. Das Wasser im Bereich unter dem Rohr war zwischen heiss und lauwarm, je nachdem wie nah man dem Meer war.



Schiffrestaurant
Nach der Katastrophe vom ersten Tag, vertrauten wir unsere Gaumen und Mägen nicht mehr dem Hotelrestaurant an, sondern aßen in einem der besseren Restaurants des Dorfes, angesiedelt in einem Schiff.

Als wir gegen 9 ins Hotel zurückkamen, wurden wir freundlich gebeten, uns, das nächste Mal, sollten wir nicht im Hotel essen wollen, bitte abzumelden, da die Kellner auf uns gewartet hätten. Es sei bemerkt, Dinner gibt es von 18.30 bis 20 Uhr.
Die nächsten 2 Tage verbrachten wir lesend am Pool bzw. am Strand.
Für Mittwoch hatten wir uns das Touristenprogramm vorgenommen. Mit dem Bus, für den es keinen (für uns ersichtlichen) geregelten Fahrplan gab, fuhren wir nach Varna. Wir entschieden uns, an einer Haltestelle auszusteigen, die uns dem Zentrum nahe schien.

Nach einigen Minuten orientieren, hatten wir einen groben Plan, wo wir hinwollten. Zunächst hielten wir uns Richtung Meer. Unsere Zimmernachbarn hatten uns einen Restauranttipp gegeben, den wir ausprobieren wollten. Preisverdächtig war das Essen nicht, der Ausblick und die Gespräche um uns rum, die lautstark geführt wurden, waren interessanter.
Nach dem Essen bummelten wir zurück ins Zentrum, wo nach einigem Suchen den Uhrenturm unweit der Oper fanden, schauten uns die gegenüber befindliche Kathetrale Maria Himmelfahrt an und liefen dann zurück Richtung Meer.

Im Anschluss an das nüchtere Stadtzentrum, welches zum Zeitpunkt unseres Besuches sehr mit Baustellen übersäht war, entschieden wir uns der Ruine in Varna einen Besuch abzustatten.
Einige Kilometer später wurden wir sogar fündig. Allerdings ziemlich schwer zu finden.


Vom Laufen müde suchten wir eine Haltestelle, tatsächlich fanden wir auch eine, in dem wir uns nicht an die Wege hielten. Mit Hilfe seines Handys, erklärte uns ein junger Mann, wann der nächste Bus kommen würde.
Die Schwarzmeerküste Bulgarien ist als der neue Ballermann verschrien. So fuhren wir am nächsten Tag im Regen nach Goldstrand, dort gäbe es unheimlich viele Stände mit Souvenirs, Klamotten und sonstigem Ramsch. Zumindest waren unsere Nachbarn beeindruckt von der Vielfalt.


Wer türkische Bazare kennt, weiß, dass das nur ein kleiner Teil des Sortiments ist.
Uns beeindruckte eher die Sprachkenntnisse der Taxifahrer, die uns zu unserem Hotel zurück fahren wollten. Nach dem wir unsere Nationalität verleugnet, und uns weder der englischen noch der französischen Sprache mächtig zeigten, versuchte der Herr sein Glück auf Spanisch, Türkisch und Russisch. Leider hatte er wieder kein Glück und wir fuhren im “gefährlichen” Bus zurück.
Für die Fahrt mit einem Bus, muss nicht, wie wir es kennen, vorher ein Ticket gelöst werden, sondern, es kommt der Schaffner/in zu einem und diesem darf man dann versuchen deutlich zu machen, bis wohin man fahren möchte. Der Strecke zu Grunde wird dann der Ticketpreis berechnet.
Für unseren letzten Tag hatten wir einen Erholungstag von dem ganzen Sightseeing-Stress gepant. Wir verbrachten ihn größtenteils am Strand, in dem verzweifelten Versuch doch noch zu etwas Urlaubsbräune zu gelangen. Vergeblich.
An diesem Nachmittag waren wir sehr mutig. Zum Nachtisch, unseres Mittagessens, gab es “Frittiertes Eis”. Die letzten Tage hatten wir stets gerätselt, was sich dahinter verbergen könnte. Vorsichtshalber bestellten wir nur eine Kugel. Der Aufbau dieser Kugel: der Kern bestand aus Vanilleeis, darum kam eine Schicht Schokoladen-Biskuit-Teig. Ummantelt wurde das Ganze von einer Honig-Nuss-Mischung. Das Endergebnis wurde dann ausgebacken.


Zurück im Hotel packten wir und gönnten uns ein letztes wohlschmeckendes Abendessen, wie immer mit Pilzsuppe. Die Hotelleitung ließ uns noch ein Verpflegungspacket zukommen.
Zu einer erneut unmenschlichen Zeit, gegen 3 Uhr, wurden wir am Hotel abgeholt. Wieder kamen wir ins Vergnügen mit der Partygruppe vom Hinflug zusammen zu reisen. Da die Jungs im Urlaub aber wohl eher nicht entspannt hatten, war der Rückflug äusserst ruhig und für sie eher verschlafen.
Im Rückblick war der Urlaub in gewisser Form ein Abenteuerurlaub und Sveti Konstantin ist definitiv ein Ort an dem eher der ältere Teil der Gesellschaft Urlaub macht. Dazu kommt auch, dass die Region eher zu den preislich günstigeren Gegenden zählt.
Abraten würde ich aber trotzdem niemandem vom Goldstrand. Man sollte nur wissen, was einen erwartet, damit man nicht enttäuscht wird.
Da wir viele Dinge aber nicht so eng sehen, war es ein durchaus erholsamer Urlaub, auch wenn wir beim nächsten mal lieber wieder etwas neues (vielleicht auch wieder abenteuerliches
) kennenlernen wollen
Weitere Bilder gibts natürlich auch noch
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