28
Jul
2010

Dass die Prayer Times Einfluss auf unser Einkaufsverhalten haben, hatte ich ja bereits geschrieben. Gestern hasteten wir entsprechend durch den Carrefour, um noch vor dem 18:45 Prayer fertig zu sein. Gelang durch Teamwork auch reibungslos.

Blended caramel coffee with whipped cream | 92/365
Creative Commons License credit: Surat Lozowick

Wir hatte anschließend auch noch Zeit über, so dass wir uns noch Zimtschnecken holen wollten und dabei kam mir in den Sinn auch noch einen Frappucino mit allem drum und dran mitzunehmen. Ich fürchtete ja bereits, dass der Verkäufer es ablehnen würde, so kurz vor dem Prayer noch eine Bestellung anzunehmen. Im Gegenteil, er nickte freundlich und begann sein Werk. Der Advanced Eiskaffee war um 18:43 fertig und mittlerweile hatte Susanne den Kauf der Zimt-Stücke abgeschlossen. Sie wünschte jedoch auch noch eine Frozen Chocolate. In diesem Fall rechnete ich wirklich mit Ablehnung. Pustekuchen, der Gute nickte wieder freundlich und begann sein Werk.

Zwischenzeitlich hatte der Muezzin im Carrefour bereits angefangen zu singen und die Rolläden an den Kassen waren komplett geschlossen. Es wurde zudem der Rollladen am Geschäft auf halbe Höhe heruntergelassen und der Wachmann stand ungeduldig daneben. Im Grunde waren der Zimtladen und der Kaffeeladen, die einzigen die noch Kunden bedienten.

Bezahlt hatten wir bereits, aber irgendwie merkte man langsam, dass der Laden wohl besser schon geschlossen wäre. Es breitete sich langsam etwas Hektik aus. Vielleicht auch aus diesem Grund, bekam Susanne dann keine Sahne mit Soßenverzierung auf ihren Frozen Chocolate, wer weiß ;)

Die Bestellung war jedenfalls kurz vor knapp und ich weiß auch nicht, ob das eigentlich noch erlaubt war. Naja geschmeckt hat mein Eiskaffee trotzdem, die Frozen Chocolate nicht so, vielleicht lags an der fehlenden Sahne ;)


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27
Jul
2010

Peaceful sunset in Riyadh
Creative Commons License credit: [ RAFIQ ] – on Break…

Was zeichnet für euch Sommer aus? Ist es die Wärme? Ist es die Sonne? Oder gehören für euch vor allem auch längere Tage auch dazu?

Gerade letzteres haben wir hier nicht. Auf Grund der wesentlich südlicheren Lage Riads im Vergleich zu Karlsruhe, ist der Unterschied der Tageslänge zwischen Sommer und Winter nicht so dramatisch. Geht in Deutschland die Sonne im Winter etwa um 16:30 unter, verschiebt sich das im Sommer bis hin zu 21:30 Uhr. Ein Unterschied von 5 Stunden! Den Sonnenaufgang lasse ich dabei jetzt mal aussen vor.

In Riad dagegen ist der Sonnenuntergang im Winter frühestens um 17:00, im Sommer dafür aber auch spätestens um 18:45. Eine Zeitspanne von nur 1:45 Stunden!

Jetzt im Sommer merkt man diesen Unterschied doch merklich. Es fehlen einfach die Abendstunden, die man in Deutschland ohne weiteres bei Helligkeit verbringen könnte. Nachdem der 22 Juni und damit die Sommersonnenwende bereits vorbei ist, baut sich diese Differenz mittlerweile auch schon wieder ab. Einen Sommer ohne lange helle Tage zu erleben ist sehr ungewohnt :)

Hinzukommt die Dauer der Dämmerung. Ebenfalls auf Grund der Lage von Riad geht hier die Sonne auch wesentlich schneller unter als in Deutschland. So dass man hier auch mal zum Zeitpunkt des Sonnenuntergangs bei Helligkeit zum Einkaufen geht und herauskommt und sich in der Nacht wiederfindet. Insgesamt schon gewöhnungsbedürftig ;)

Die Zeiten habe ich mir übrigens bei timeanddate.com anzeigen lassen. Da sie sich mit meinen Erinnerungen aus Deutschland und Beobachtungen in Riad decken, sollten die Angaben oben passen ;)


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26
Jul
2010

Vorletztes Wochenende wurden wir spontan zu einem Hash Run aufgefordert. Der Hash wurde von den französischen Hash House Harriers organisiert. Bereits bei der Anfahrtskarte gab es Probleme, denn ab einem bestimmten Ort sollten Kreidemarkierungen den Weg weisen. Leider waren die Markierungen nicht dort wo wir suchten. Sie fingen eine Abzweigung vorher an, als auf der Karte angegeben. Um 16.30 Uhr sollte die Wanderung losgehen. Wir waren um kurz nach 3 losgefahren. Um halb 5 hatten wir den Ausgangspunkt jedoch noch nicht gefunden. Das Auto wurde schneller, die Stimmung gedrückter. Endlich entdeckten wir die Pfeile und der Hummer 2, in dem wir saßen machte sich bezahlt. Von der Straße ging es ab auf eine Piste, die diesen Namen gar nicht verdiente. Schlaglöcher, abgebrochene, halb unterspülte Straßen und Spurrillen reihten sich aneinander. Dank der guten Federung blieb es bei einem leichten Durchschütteln.

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20 Minuten nach offiziellem Start waren wir an der Versammlungsstelle und bekamen noch die letzten 2 Einführungssätze mit. Wir mussten uns noch auf einer Teilnehmerliste eintragen, dann ging es los. Die Gruppe dürfte ca. 70-90 Personen groß gewesen sein. Neben uns Wanderern gab es auch eine kleine Gruppe, ca. 10 Männer, engagierter Läufer.

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Zunächst kraxelten wir einen Berg hoch. Fürsorglich wurde ich von einem Engländer gefragt, ob ich wirklich die schwierige Strecke den Berg hochnehmen möchte. Es gäbe auch the easy way, den Berg unten herum.

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Nachdem wir ein Plateau überquerten, ging es wieder den Hang hinab.
Zwischendurch wurden wir immer mal wieder von den Sprintern überholt, die eine andere Strecke liefen. Wir durchquerten ein Tal und kletterten den nächsten Berg wieder hoch.

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Anstrengend war für mich hauptsächlich das ständige hoch und wieder runter. Zusammen mit der Hitze und dem beim Laufen zu wenig Trinken, machte mir mein Kreislauf etwas zu schaffen. Wär ich mal lieber den the easy way gelaufen… Oben auf dem Berg war der Rastplatz schon in greifbarer Nähe. Die Organisatoren hatten Wasser, Orangen und Wassermelonen mit dem Auto hergebracht. Mein Kopf muss wohl sehr rot gewesen sein, denn so viel Aufmerksamkeit von Männern bezüglich meiner Gesundheit kannte ich bis dato nicht. :)

Wie der Weg zum Ausgangspunkt, war auch die Wanderstrecke mit Kreidepfeilen gekennzeichnet. Jedoch waren diese wohl nicht ganz klar, denn die ersten der Wandergruppe hatten sich zwischenzeitlich verlaufen, was zu Lästereien über die Franzosen führte. Wie ich inzwischen gelernt habe ist das üblich, um die Gruppe beisammenzuhalten. Ob das aber für die Wüste auch gilt – wer weiß… :)
Nach einer kurzen Regeneration ging es weiter. Wir blieben, oh Wunder, auf dem Berg und stiefelten die Piste entlang. Dank der Orangen hatte ich wieder Energie getankt, um die restliche Strecke zu überleben, welche sich als kurz herausstellen sollte. Denn der vor uns laufende Jochen drehte sich schon bald jubelnd zu uns um. Es ging wieder hangabwärts und wir landeten bei den Autos. Hier gab es Sandwiches und Getränke für jedermann. Außerdem gegen eine kleine Spende gegrillte Würstchen.

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Insgesamt waren wir etwa eine Stunde unterwegs. Wobei die Pause nicht wie angekündigt nach der Hälfte sondern eher nach dreiviertel der Strecke war. Glücklicherweise hatte ich mir vor Beginn keine größeren Gedanken um Schlangen und Skorpione gemacht. Bekanntlich verstecken die sich ja gerne unter Steinen. Und gerade bei steinigen Hängen greift man ja doch mal an Steine um sich Halt zu suchen. Entweder hab ich friedliebende Tiere oder behausungsuntaugliche Steine erwischt. :)

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Nach Abschluss der Wanderung musste man einen zweiten Haken auf der Liste setzen um sich abzumelden. Damit soll sichergestellt werden, dass kein Teilnehmer in der Wüste verschollen bleibt. Es gibt eine Teilnahme-Gebühr in Höhe von 10 SAR, die die Unkosten decken sollen.

Nachdem wir wieder zurück im Compound waren sprangen wir noch in den Pool. Insgesamt ein schöner Abschluss eines Wochenendes.
Weitere Bilder natürlich wie immer in der Galerie: Riyadh Hash House Harriers


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25
Jul
2010

Wie bereits angekündigt werden wir im September, genauer am 11. in Karlsruhe aufschlagen. Die Tage entbrannte eine Disskussion, ob es denn im September ein Heimaturlaub oder ob nicht die Rückkehr am 17. Septemer ein Heimflug wäre. Im Grunde ist Saudi inzwischen unser Zuhause, deshalb trägt dieser Artikel auch nicht den Titel Heimaturlaub. :)

Zunächst gestaltete sich die Terminfindung als Hindernis. Denn auch wenn nicht klar ist, ob ich im September wieder in der Schule anfangen kann, sollte ich nicht in den ersten Tagen direkt abwesend sein. Mit der wichtigste Grund für unseren Besuch ist natürlich das Wiedersehen mit der Familie. Damit war klar, dass wir auch erst fliegen, wenn diese aus ihrem Urlaub zurück ist. Wir hatten am Ende ein Zeitfenster von rund 10 Tagen.

Da wir nur mit zwei Monaten Vorlauf und einer engen Terminlage unsere Flüge gebucht haben, konnten wir leider nicht mehr die günstigen Flüge von Saudi-Airlines ergattern. Statt dessen werden wir nun mit GulfAir fliegen, gebucht über Opodo um den günstigeren Wechselkurs auszunutzen. ;)
Allerdings haben wir auch keinen Direktflug, sondern wir werden über Bahrain fliegen mit 7 Stunden Aufenthalt im Flughafen. Mal schaun ob das ein Einmal-und-nie-wieder-Erlebnis wird oder ob es auszuhalten ist. Gegen 17 Uhr geht es hier in Riad los, der Flug nach Bahrain dauert nur eine Stunde. um 1 Uhr startet das Flugzeug nach Frankfurt. Ankommen werden wir um 6.40 Uhr. Mag uns jemand abholen? ;)

Die Wartestunden in Bahrain werden wohl zu überleben sein, an Wochenenden ja eine vernünftige Schlafenszeit, was das Schlafen im Flugzeug angeht bin ich skeptisch. Bisher hab ich nur als kleines Kind in Flugzeugen schlafen können. Am gleichen Abend dürfen wir noch in einen Geburtstag reinfeiern, es wird also ein lustiger erster Tag!

Wer uns sehen möchte sollte möglichst bald Ansprüche stellen, die Zeit ist knapp bemessen. :) Vielleicht lässt es sich ja wie bei der Abschiedsfeier ein Massentreffen einrichten.


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24
Jul
2010

Gerade ist die erste Post hier in Saudi eingetroffen. Zur Hochzeit haben wir eine Postkarte für jede Woche geschenkt bekommen (dafür an dieser Stelle mal ein riesengroßes DANKE!). Wir waren unsicher was die Post nach Saudi betrifft, aber wie es scheint, kommt die Post an.
Die großartige Tine hat die Postkarte an den Compound und nicht an die Firma geschickt und trotzdem kam das Ganze an. Ich bin hellauf begeistert!
Leider kann man den Stempel nicht lesen, wann der Brief in Deutschland abgeschickt wurde, das werde ich noch herausfinden.

post

Jetzt muss nur noch Andi heimkommen, damit wir die Post lesen können.


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